Planungskonzept soll Grundlage für Neubau der Feuer- und Rettungswache in Burgsteinfurt schaffen
Fehler sollen sich nicht wiederholen

Burgsteinfurt -

Dirk Telgmann macht aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Mit dem Umbau 2007 ist vieles nur verschlimmbessert worden.“ Bis heute ist der Steinfurter Feuerwehrchef unglücklich darüber, dass schon 13 Jahre nach der Einweihung der sanierten Feuerwehr- und Rettungswache in Burgsteinfurt der Platz für einen optimalen und leistungsfähigen Dienstbetrieb nicht mehr ausreicht.

Freitag, 19.02.2021, 16:11 Uhr aktualisiert: 21.02.2021, 10:13 Uhr
In seinem Büro beschäftigt sich Feuerwehrchef immer wieder mit den Plänen, am Standort In der Sandkuhle eine leistungsfähige Feuer- und Rettungswache zu planen. Sein Vorschlag ist es unter anderem, die Häuser auf dem städtischen Grundstück abzubrechen und die Ein- und Ausfahrt sicherer und übersichtlicher zu machen.
In seinem Büro beschäftigt sich Feuerwehrchef immer wieder mit den Plänen, am Standort In der Sandkuhle eine leistungsfähige Feuer- und Rettungswache zu planen. Sein Vorschlag ist es unter anderem, die Häuser auf dem städtischen Grundstück abzubrechen und die Ein- und Ausfahrt sicherer und übersichtlicher zu machen. Foto: GEOportal.nrw

Dirk Telgmann macht aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Mit dem Umbau 2007 ist vieles nur verschlimmbessert worden.“ Bis heute ist der Steinfurter Feuerwehrchef unglücklich darüber, dass schon 13 Jahre nach der Einweihung der sanierten Feuerwehr- und Rettungswache in Burgsteinfurt der Platz für einen optimalen und leistungsfähigen Dienstbetrieb nicht mehr ausreicht. Es fehlt der Raum, haupt- und ehrenamtliches Personal, den Fuhrpark und alle Gerätschaften so unterzubringen, wie es grundsätzlich vom Gesetzgeber gefordert wird. Das, was man damals geschaffen hat, sei nach heutiger Betrachtung Flickwerk, sagt Telgmann mit aller Deutlichkeit. Er hofft, dass sich die Fehler der Vergangenheit in Zukunft nicht wiederholen.

Der oberste Steinfurter Brandschützer ist froh, dass er mit seiner Einschätzung längst nicht mehr alleine dasteht. Politik und Verwaltung haben sich überzeugen lassen, dass die Situation In der Sandkuhle nicht länger haltbar ist – und in die Tasche gegriffen werden muss. Nach jüngsten Berechnung von Hochbau-Amtsleiter Detlef Bogs muss mit einem Investitionsvolumen von etwa 6,5 Millionen Euro gerechnet werden.

Planungen dazu gehen bereits über zehn Jahre zurück. Zwischenzeitlich wurde 2015 das neue Gerätehaus in Borghorst bezogen. Anschließend sollte Burgsteinfurt an der Reihe sein. Doch es gab Verzögerungen. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf. Vom ihm verspricht sich Telgmann endlich den Durchbruch. Der mit den zuständigen Stellen im Rathaus vorbereitete Auftrag an die kplan AG ist mittlerweile raus. Auf der Grundlage der Berechnungen des Architektur- und Ingenieurbüros aus Siegen sollen zunächst die Fachausschüsse und dann der Rat über ein nachhaltiges Bau- und Nutzungskonzept entscheiden. Berücksichtigt wird bereits, dass die Feuerwehrtechnische Zentrale des Kreises Steinfurt zum neuen Kreisbauhof im benachbarten Gewerbegebiet Seller Esch umzieht. In dem Gebäude soll zukünftig der Rettungsdienst untergebracht werden. Die gegenüberliegende Feuerwache soll abgebrochen, Fahrzeug- und Gerätehallen, Umkleiden und Sanitärräumen sowie Büro-, Schulungs- und Versammlungsräume für die freiwilligen Feuerwehrfrauen und -männer neu geschaffen werden. Da der Platz auf dem städtischen Grundstück begrenzt ist, hat Telgmann vorgeschlagen, die beiden maroden Gebäude, das Asylwohnheim und das alte Bahnwärterhaus (beide im städtischen Besitz), abzureißen und dort einen Erweiterungsbau zu errichten. Für die abgängigen Gebäude müsste Ersatz geschaffen werden. Bogs rechnet mit etwa 1,3 Millionen Euro zusätzlicher Kosten. Vorteil dieser Lösung ist nach Auffassung von Telgmann, dass damit die komplette An- und Ausfahrt der Anlage neu geregelt werden könnte. Die Situation dort ist sowohl für den Verkehr auf der Ochtruper Straße als auch für die Einsatzfahrzeuge völlig unübersichtlich, beschreibt Telgmann die latente Gefahr. 15- bis 20-mal rücken die Fahrzeuge dort täglich zu Notfällen aus. Immer wieder komme es trotz Martinshorn und Blaulicht zu brenzligen Momenten.

„Irgendwann müssen wir den Knoten durchschlagen“, hofft Telgmann, dass die Feuerwehr ausreichend Rückendeckung für ihre Pläne erhält. Telgmann weiß, welche Vorurteile mancherorts bestehen. Gewünscht werde Funktionalität, bestimmt kein Luxus.

Der Stadtbrandinspektor verweist in diesem Zusammenhang auch auf den Brandschutzbedarfsplan. Darin wird detailliert beschrieben, wie Feuerwehr und Rettungsdienst aufgestellt und ausgerüstet sein müssen. Nicht mehr und nicht weniger möchte Telgmann auch für seine Kameradinnen und Kameraden beanspruchen, um im Notfall schnelle und qualifizierte Hilfe für die Bevölkerung leisten zu können. Eigentlich, gibt Telgmann noch zu bedenken, müsste Steinfurt aufgrund seiner Größe deutlich mehr hauptamtliches Personal auf der Wache beschäftigen. Eine Ausnahmegenehmigung gibt es derzeit allerdings nur, weil die Stadt eine gut aufgestellte Freiwillige Feuerwehr besitzt. Nach sechs Jahren wird die Bezirksregierung in Münster im Oktober entscheiden, ob die Kreisstadt von den Vorgaben des Bedarfsplans erneut befreit wird oder ihren Stellenplan aufstocken muss.

Dirk Telgmann hofft unterdessen, dass auf der Grundlage der Berechnungen der kplan AG, die ja auch schon das Borghorster Gerätehaus geplant hat, im Sommer über den Ausbau der Feuer- und Rettungswache in Burgsteinfurt entschieden wird. Ein Jahr später könnte der erste Spatenstich gemacht werden. „Gemeinsam können wir das packen. Das liegt mir wirklich am Herzen“, setzt Telgmann auf eine breite Unterstützung und ein Konzept, dass nicht schon wieder nach 13 Jahren Makulatur ist.

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