19-jähriger Steinfurter wegen Betrugs verurteilt
Küchenwunder gleich mehrfach verkauft

Steinfurt/rheine -

Wegen Betrugs erhielt ein junger Mann eine 20-monatige Bewährungsstrafe.

Sonntag, 07.03.2021, 18:07 Uhr aktualisiert: 07.03.2021, 18:10 Uhr
19-jähriger Steinfurter wegen Betrugs verurteilt: Küchenwunder gleich mehrfach verkauft

Das Interesse an einem heiß begehrten hochwertigen Küchenmixgerät machte sich ein 18-jähriger Betrüger aus Steinfurt zunutze und verkaufte 21 Apparate, die er nicht besaß, über Internetanbieter im Gesamtwert von knapp 13 000 Euro. Jetzt drückte er die Anklagebank beim Jugendschöffengericht in Rheine wegen 27 Betrügereien zwischen Juni und Oktober 2020. Am 2. Dezember 2020 kam er mit einem Haftbefehl in Untersuchungshaft. Drei Tage später setzte der Haftprüfungsrichter den Haftbefehl auf „Ehre und Gewissen“ bis zur Verhandlung mit Auflagen außer Vollzug.

Das Jugendschöffengericht verurteilte den 19-Jährigen wegen 21 gewerbsmäßiger Betrugstaten, versuchter Erpressung, Beleidigung, Bedrohung und fünf Autofahrten ohne Führerschein in Tateinheit mit Urkundenfälschung zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und acht Monaten mit Bewährung, weil der Jugendliche bislang strafrechtlich nicht auffällig geworden war.

Mit dem Urteil wurde der Haftbefehl aufgehoben, aber sein Führerschein für ein Jahr gesperrt. Der Richter legte ihm weiterhin auf, eine ambulante Psychotherapie fortzusetzen, einen Antrag auf Betreuung und Schuldnerberatung zu stellen. Zudem muss er, wenn er finanziell dazu in der Lage ist, die 13 000 Euro als Wertersatz erstatten. „Das ist eine ganze Menge, jetzt müssen auf Worten Taten folgen. Wenn das nicht funktioniert, geht es ins Gefängnis“, ermahnte ihn der Vorsitzende eindringlich.

Gleich bei der ersten Tat im Juli 2020 bot der Angeklagte das „Küchenwunder“ für 800 Euro im Internet an. Ein Interessent kontaktierte ihn daraufhin. Man einigte sich auf einen Kaufpreis von 250 Euro, den der Käufer auf ein Postbankkonto überwies. Als das Gerät nicht kam, kontaktierte die Ehefrau des Kunden den Angeklagten über Facebook und zeigte Interesse an dem Apparat. Sie wollte überprüfen, ob es sich um einen Betrug handelte. Der Angeklagte sagte, das Gerät sei noch im Angebot und verhandelte mit ihr einen Preis von 350 Euro.

Als ihr Mann ihn am 21. Juli 2020 deswegen zur Rede stellte, drohte der Angeklagte dem Paar mit Gewalt. Das Paar zeigte ihn dennoch an, so kam es wie in vielen anderen Fällen zu einzelnen Ermittlungen im ganzen Kreis.

Im September 2020 bot er das Küchengerät von Greven aus gleich viermal mit Erfolg zum Verkauf an. Von dem Geld ging er essen und lieh sich Autos, mit denen er ohne Führerschein durch die Gegend fuhr, wie er sagte. Am 15. Dezember 2020 wurde er auf der Grevener Landstraße mit einem geliehenen BMW erwischt.

„Es war so leicht, damit Geld zu verdienen“, bekannte der Angeklagte vor Gericht. Auf die Idee sei er gekommen, als eine Vertreterin dieser Geräte ihn anheuern wollte, diese zu verkaufen, sagte er dem Richter.

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