Abbrucharbeiten für den Gesundheitscampus haben begonnen
„Das gibt es sonst nirgendwo“

Borghorst -

Die Redner der kleinen Freiluft-Feierstunde mussten schon ein bisschen lauter sprechen. Nicht unbedingt wegen der Coronamasken, mehr wegen der Bagger, die im Hintergrund schon Fakten schaffen. Mit dem Anrollen des schweren Abbruchgeräts verlässt das 120-Millionen-Projekt Gesundheitscampus den grünen Planungstisch und wird langsam, aber sicher, Realität. Allerdings ist noch ein bisschen Geduld gefragt, wie Florian Krochmann als Mitgesellschafter der IGP aus Berlin, die das Mammut-Projekt umsetzt, sagte: „In zwei bis drei Jahren werden hier die ersten Gebäude in Betrieb gehen.“

Donnerstag, 25.03.2021, 16:25 Uhr aktualisiert: 25.03.2021, 16:27 Uhr
Daumen hoch für den Gesundheitscampus: Während des Treffens schafften die Bagger schon Fakten.
Daumen hoch für den Gesundheitscampus: Während des Treffens schafften die Bagger schon Fakten.

 

Krochmann-Kollege Stefan Engels hob die Einzigartigkeit des Borghorster Gesundheitscampus‘ hervor: „Das gibt es sonst nirgendwo.“ Gemeint ist die Nähe zwischen dem bestehenden Krankenhaus und den Rehaeinrichtungen, die auf dem 25 000-Quadratmeter-Areal entstehen werden. Außerdem: Das Vorhaben soll komplett CO2-neutral umgesetzt werden.

Aber erst einmal der Abriss. Wie Jens Böhm als Geschäftsführer des Generalunternehmers MBN aus Georgsmarienhütte erläuterte, werden in vier Wochen die letzten Reste der Kockschen Textilära am Boden liegen. Zum Leidwesen der Anlieger, zur Freude der Fledermäuse, die immer noch in den alten Gemäuern tagsüber schlafen, muss ein Großteil der Fabrikhallen in der Nacht abgetragen werden. „Danach findet auf dem Areal die Separierung der Baustoffe statt“, erläuterte Böhm das weitere Vorgehen.

Zwischenzeitlich müssen die letzten Schritte im Planverfahren gegangen werden. Florian Krochmann : „Wir werden jetzt Schritt für Schritt die Baugenehmigungen einholen.“ Er sei optimistisch, dass das zügiger über die Bühne gehe als in Berlin. „Bislang hat die Zusammenarbeit mit der Stadt hervorragend funktioniert.“ Dieses Kompliment konnten Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer und Technischer Beigeordneter Hans Schröder nur zurückgeben. „Es macht Spaß, dieses Projekt hier gemeinsam zu entwickeln“, sagte der Baudezernent. Die Bürgermeisterin erinnerte daran, dass man lange gerungen habe, bis der Startschuss zum Gesundheitscampus gegeben werden konnte. Das Projekt habe mit den vielen Beteiligten zügig vorangetrieben werden können. „Wir sind in guter Erwartung, was daraus jetzt wird.“

Dirk Schmedding als Verwaltungschef des Marienhospitals stellte die Besonderheit des medizinischen Konzepts des Campus‘ in den Vordergrund: „Hier sind bald Akut- und Reha-Medizin ganz nah beieinander.“ Und für den Übergang von der Reha zurück nach Hause gebe es dann noch die Kurzzeitpflege. Für Schmedding ist diese Verknüpfung der einzige Weg, die Behandlung der Patienten effizienter zu machen und das Grundproblem zu lösen: Es gebe immer mehr ältere Menschen, die versorgt werden müssten.

 

Am Mittwoch (31. März) um 15.30 Uhr gibt es eine Videokonferenz, bei der interessierte Bürger Fragen zum Projekt stellen können.

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