Abbruch der letzten Kock-Fabrikhallen startet nach Ostern
Fledermäuse packen die Koffer

Borghorst -

Die Fledermäuse können ihre Koffer packen. In der kommenden Woche steht der Umzug an. Dann fallen die letzten Mauern der alten Kock-Fabrikhallen und damit die Schlafzimmer der bedrohten Nachtflieger. Ihre Betten, also die Kisten und Kästen, in denen sie Unterschlupf finden, werden dann vorsichtig in andere, bereits vorbereitete Biotope umgehängt. Aber natürlich tut sich auf dem Areal derzeit eine Menge mehr...

Mittwoch, 31.03.2021, 17:18 Uhr aktualisiert: 01.04.2021, 15:06 Uhr
Noch stehen die letzten Kock-Fabrikhallen. Nächste Woche startet der Abbruch, nach Umsiedlung der Fledermäuse.
Noch stehen die letzten Kock-Fabrikhallen. Nächste Woche startet der Abbruch, nach Umsiedlung der Fledermäuse. Foto: Axel Roll

Wie Stefan Albers , Fachdienstleiter Stadtplanung und Baurecht in der Stadtverwaltung, am Mittwoch bei der Gesundheitscampus-Videokonferenz betonte, gehen die Verantwortlichen aber nicht nur mit den geschützten Tieren pfleglich um. Auch die Belastungen der Nachbarn, die in den kommenden Wochen unter nächtlichem Baulärm leiden werden, sollen so weit es geht in Grenzen gehalten werden.

„Sie müssen sich auch keine Sorgen über Schäden machen, die an ihren Immobilien entstehen könnten“, so Albers. Wackler beim Abräumen der Bodenplatten seien zwar nicht ausgeschlossen. Sollte es aber zu Schlimmerem kommen, würden die Schäden fachgerecht aufgenommen und reguliert.

Stefan Gräf als Vorstand des Investors, der IGP aus Berlin, betonte bei der auf Youtube übertragenen Bürgerfragestunde, dass es sich bei dem geplanten Gesundheitscampus um ein „zukunftsweisendes Projekt“ handele. Baulich wie konzeptionell. So bemühe sich die IGP um eine klimaneutrale Bauweise, unter anderem durch eine Holzmodulbauweise im Hochbau sowie durch ein mit Biogas betriebenes Blockheizkraftwerk. Das Konzept sieht – wie berichtet – die enge Verzahnung zwischen dem bestehenden Akut-Krankenhaus und neuen Reha- und Pflegeeinrichtungen vor. In den geplanten Wohnungen können die Bewohner Betreuungspakete buchen.

Im Planverfahren steht die Verabschiedung des Bebauungsplans bis Mai an. Gerade läuft die Offenlegung. Bürger können sich zu den Plänen noch bis zum 23. April äußern. Stefan Albers geht davon aus, dass Ende Mai Baurecht vorliegt, so dass im Anschluss die Baugenehmigungen erteilt werden können.

Wie IGP-Chef Stefan Gräf erläuterte, steht in den nächsten fünf Monaten „harte Planungsarbeit“ der Architekten und Fachplaner an. Außerdem müsse ein großer Mischwasserkanal umgelegt und eine Baustraße erstellt werden. Der Kanal liegt direkt unter dem alten Pförtnerhaus. Technischer Beigeordneter Hans Schröder warb dafür, das Gebäude trotzdem zu erhalten.

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer und Stefan Gräf lobten die „tolle Zusammenarbeit“ zwischen Stadt und Investor. „Das ist ein Meilenstein für unsere Stadt“, betonte Bögel-Hoyer. Man könne von Glück sagen, dass die 25 000 Quadratmeter endlich adäquat bebaut würden. Die Kreisstadt sei generell „immer weit vorne“ und darum fast daran gewöhnt, zukunftsweisende Projekte zu realisieren.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7895592?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Nachrichten-Ticker