Tecklenburg
Sport vertieft die Partnerschaft

Dienstag, 02.10.2007, 17:10 Uhr

Tecklenburg . Freunde sind in der Stadt. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich diese Nachricht in dem schnuckeligen Weinort Chalonnes-sur-Loire in Zentralfrankreich. Eine Sportgruppe des BSV Westfalia Leeden-Ledde ist in der Tecklenburger Partnerstadt zu Gast. „Das ist unser Beitrag zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft“, übermittelt Vorsitzender Udo Sackermann beim herzlichen Empfang an den Uferauen der Loire an diesem schönen und warmen Sommertag herzliche Grüße.

Der viertägige Aufenthalt der 32-köpfigen Gruppe verläuft in äußert familiärer Atmosphäre. Man kennt sich halt. „In 25 Jahren haben sich viele Freundschaften entwickelt, die wir weiter fördern wollen. Was ich als Bürgermeister dieser Stadt daran tun kann, werde ich mit ganzem Herzen tun“. Für Michel Bordereau ist es eine besondere Freude, sich den Freunden aus dem fernen Tecklenburg zu widmen. Udo Sackermann betont, dass dieser Besuch das sportliche Geschenk zum Partnerschaftsjubiläum sei. Und er vergisst nicht, ganz besonders herzliche Grüße von Wilfried Brönstrup zu übermitteln.

„Ah, Wilfrieeed“, lächelt Bordereau, greift zum Handy und wählt die Nummer „meines Freundes“. Ein Lächeln zieht über sein Gesicht, als sich am andere Ende die Bürgermeister-Tochter meldet und verspricht, die lieben Grüßen an ihren Papa weiter zu leiten.

Menschliche Züge sind es, die diese Partnerschaft ausmachen. Das wird während des Aufenthaltes sehr deutlich. „Ihr bringt die Sonne mit. Der ganze Sommer war hier verregnet“, begrüßt Dominique Benesteau vom Partnerschaftsverein die Gäste mit ganz besonderer Freude. Das gute Wetter ist fast sprichwörtlich, hält die ganzen Tage eigentlich durchgehend an.

Es ist die Zeit der bevorstehenden Weinlese. Das ist natürlich ein besonders günstiger Anlass, die Besucher durch die unendlichen Weinberge und Felder rund um Chalonnes zu führen. Das Kosten der reifen Trauben ist ein besonderer Genuss, besonders der tiefdunklen. Ein besonderer Spaß ist das Erraten der Traubensorten. Natürlich durfte auch Wein in den üppig gefüllten Weinkellern probiert werden.

Zur Tecklenburger Besuchergruppe gehörten auch Mitarbeiter der Ledder Werkstätten. Nicht nur für sie war der Besuch im „Klub der Hoffnung“, in dem rund 70 psychiatrisch kranke Menschen betreut werden, ein ganz besonderer Höhepunkt. Beim großen Jubiläumsfest in Tecklenburg im Mai dieses Jahres war eine kleine Gruppe dieser Einrichtung mit dabei. Es hat sich eine Partnerschaft entwickelt, die weiter ausgebaut werden soll. „Wir sind begeistert, dass Kontakte zwischen Behinderten und Nichtbehinderten aufgebaut und gefördert werden“, freut sich Christiane Boistault, im Partnerschaftsverein für Tecklenburg zuständig.

Im Mittelpunkt des Besuchs stand die Teilnahme am Sportfest „Ekiden“ (der Begriff stammt aus Japan). Das ist in Chalonnes alljährlich ein riesiges Spektakel. Es handelt sich um eine Laufsportveranstaltung, bei der Mannschaften an den Start gehen und verschiedene Strecken laufen, die zusammen die Distanz eines Marathonlaufes von 42,174 Kilometer ergeben. Am Start war unter anderem auch die französische Langstreckenmeisterin mit ihrem Team aus der Nachbarstadt Angers.

Der BSV schickte zwei Mannschaften, bestehend aus jeweils sechs Läuferinnen und Läufern, ins Rennen. Oder besser gesagt, ein Team aus Läufern und ein Team aus Nordic-Walkern. Die Veranstalter bekamen große Augen, als sie die Walker erspähten. Die heimische Presse wurde ebenfalls aufmerksam. Das Walking-Fieber hat Frankreich ganz offensichtlich noch nicht erfasst. Insofern leistete der BSV Westfalia in seiner Partnerstadt Chalonnes Nachhilfe. Die sechs Nordic-Walker – darunter als Grand Dame die 76-jährige Helga Zerull, die älteste Teilnehmerin der gesamten Veranstaltung – erregten große Aufmerksamkeit und wurden entsprechend angefeuert. Die Läufer wurden zum Teil mit der Deutschlandfahne ins Ziel begleitet.

Unterm Strich zog Udo Sackermann ein positives Resümee: „Es war ein schönes Geschenk, das wir zum 25-jähriges Bestehen gemacht haben. Das Programm war gut. Aber viel wichtiger war für uns alle der zwischenmenschliche Kontakt. Die Partnerschaft ist lebendig und hat durch den Sport frische Bande erfahren, die auf die Zukunft austrahlen“.

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