Tecklenburg
Leeden macht einfach Spaß

Sonntag, 30.11.2008, 19:11 Uhr

Tecklenburg-Leeden. Schön kleinteilig, schnuckelig, kaum Dopplungen und lauter nette, fröhliche Menschen: Leedens Weihnachtsmarkt geht auch in seiner zwölften Auflage als Volltreffer durch. Das bemerken offenbar zunehmend auch Auswärtige: Auf dem Wanderparkplatz gegenüber Antrup standen am Samstag über 20 Wohnmobile – Gäste, die sich einen gemütlichen Abend auf dem Markt machten, danach teils Tische in der örtlichen Gastronomie bestellt hatten, um später in ihren Fahrzeugen zu übernachten.

Es ist einfach sehr schön, durchs Karee Stiftskirche-Stiftshaus-Stiftshof-Schwermann zu bummeln. Rund 50 Aussteller hatten sich so drappiert, dass kaum größeren Lücken auftraten und fast alles stilvoll in Holzbüdchen unterkam. Die veranstaltende Interessengemeinschaft achtet zum Glück peinlich darauf, keinen Kunstkitsch und Kommerzkram zuzulassen. Also ganz viel Selbstgemachtes, Kunsthandwerk und schöne, kleine Dinge zum Fest. Das alles zu familienfreundlichen Preisen: Wer satt werden wollte, bekam das mit Familie für weniger als 20 Euro hin.

Die Stiftskirche war durchgehend offen, weil Elke Auffahrt wieder ihre tolle Nussknacker-Sammlung zeigte. Manch einer genoss vielleicht auch einige stille Minuten in dieser herrlich schlichten Kirche, bevor er sich in den Rummel stürzte. Pfarrerin Ulrike Wortmann-Rotthoff bot dort am Samstagabend eine kleine Meditation an. Nachmittags hatte sich die neue Geistliche ausgiebig auf dem Markt umgesehen. Kirche zeigte auch Präsenz im Stiftshof bei Kaffee und Kuchen, Buchverkauf und Mini-Flohmarkt.

Fantastisch, was die Landfrauen wieder alles gezaubert hatten: Marmeladen, Nikoläuse, Liköre, Plätzchen, raffinierte Teelichter-Schirmchen – im Raum neben der Kirche stöberten permanent viele Gäste. Traditionelle Treffs, bis weit in die Abendstunden, sind die Stände der Feuerwehr und des MGV.

Verführerische Düfte aus Lammers Werkstatt: Der Heimatverein servierte Bratkartoffeln und Spiegelei. Die Heimatfreunde hatten ihre Kochmaschine angefeuert und erhitzten darauf Glühwein. Gemütlich rustikal, so wie der ganze Markt.

Zwischendurch gab’s Blasmusik vom evangelischen Posaunenchor, Lieder und Gedichte, von Kindern vorgetragen, und Angebote aus dem Bauchladen fürs brasilianische Kinderprojekt von Steffi Langkamp.

Aktion auf allen Etagen auch im Stiftshaus: Unten Feuerzangenbowle, oben surrende Spinnräder und warme Socken. Der Heimatverein präsentierte sich auch an dieser Stelle quicklebendig.

„Wir haben schon ganz viel verkauft!“ Was Sophia Auffahrt, Valeria Schreider und Julia Höfing unisono bestätigten, galt bestimmt auch für etliche andere. Die drei Mädchen freuten sich über die rege Nachfrage und taten – wie ebenfalls viele andere – was für den guten Zweck. Die Hälfte des Erlöses wollen die jungen Leedenerinnen für SOS-Kinderdörfer spenden. Profit ist nicht alles im Leben. Wie sagte Wilfried Brönstrup zur Eröffnung: „Ein Kernrezept war und ist, dass nicht Profitstreben oben ansteht!“ Sein Lob galt außerdem der neuen Beleuchtung der Kirche. In seiner Rede streifte der Bürgermeister, was sich alles in diesem Jahr im Stiftsdorf getan hat.

„Donnerwetter“ hat sich vielleicht mancher im Stillen gesagt. Da geht ja doch noch was in der Stadt. Im Grunde simpler Motor der Leedener: Gemeinsinn.

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