Tecklenburg
Schöne Ecken und ein Schandfleck

Freitag, 09.07.2010, 20:07 Uhr

Tecklenburg-Ledde - „Um 18 Uhr sind wir fertig“, war sich Tilmann Backhaus sicher. Doch da kannte er die Ledder noch nicht. Sie nutzten am Donnerstag beim Rundgang durch den Ort die Chance, auf Schwachstellen hinzuweisen, schöne Ecken zu präsentieren und Wünsche zu äußern. Da ließen sie sich nicht drängeln und waren auch nach den eingeplanten zwei Stunden noch unterwegs: Ortsteil-Check.

Der Grund für den ausgiebigen Spaziergang bei brütender Hitze: Möchte die Stadt vom Land Städtebaufördermittel bekommen, muss sie ein so genanntes integriertes Handlungskonzept aufstellen, eine Art Maßnahmenplan für die Ortskerne. Und eben diese wurden an zwei Tagen unter die Lupe genommen. Dabei war jeder willkommen, dem sein Ort am Herzen liegt.

Beispiele für eine gelungene Gestaltung, Flächen und Gebäude, bei denen Handlungsbedarf besteht, konkrete Verbesserungsvorschläge - alles sollte notiert werden. Und so traf sich eine große Gruppe am Dorfgemeinschaftshaus. Unter der Leitung von Tilmann Backhaus vom „Büro Frauns“ aus Münster, das das Konzept erarbeitet, ging es - mit Blättern und Stift ausgestattet - zur ersten Station, zum Platz hinter der Kirche. Den würde Hartmut Brackemeyer gerne als Treffpunkt der Generationen sehen und ihn in Absprache mit der Kirchengemeinde entsprechend gestalten mit Bänken, Wegen, eventuell einer Schaukel und einem Wassertretbecken direkt am Kindergarten. Eine Idee, die bei Pastorin Ulrike Wortmann-Rotthoff und bei Hans Timmermann , dem Vorsitzenden des Heimatvereins, nicht so gut ankam. Doch es ging am Donnerstag nicht darum, über Vorschläge zu diskutieren, sondern einfach Ideen zu sammeln.

Brackemeyer hat zudem noch andere Standorte für ein Kneipp-Tretbecken im Auge. Zum Beispiel eine Ecke auf dem Dorfplatz. Eine Toilettenanlage wünschen sich die Ledder dort außerdem. Und vielleicht noch eine Garage, um Arbeitsmaterial lagern zu können, wenn große Veranstaltungen bevor stehen. Zudem fehlt eine ausreichende Beleuchtung des Platzes.

Weiter ging der Bummel durch Ledde , führte durch schmucke Wohngebiete zum Neubaugebiet mit Blick auf den Proll.

Das Zuhause von Hans Timmermann stand zwar eigentlich nicht auf dem Routenplan, doch es lag direkt am Weg. Dankbar nahm die Gruppe die Einladung an, dort im Schatten ein kühles Glas Wasser zu trinken und dachte schon bald laut darüber nach, doch auf Timmermanns Grundstück das Kneipp-Tretbecken zu errichten.

Erfrischt ging es dann weiter zur ehemaligen Gaststätte „Waldesruh“, den so mancher Teilnehmer als „ Schandfleck in Ledde“ bezeichnete. Eindeutig ein negativer Blickfang, der nicht vieler Worte bedurfte.

Nächstes Ziel: der Sportplatz und damit ein weiterer möglicher Standort für ein Kneipp-Tretbecken. Ledde ist übrigens der einzige Ortsteil Tecklenburgs , der noch nicht über solch ein Becken verfügt.

Über den Schulhof mit seinem kleinen Kletterwald und das Beachfeld ging es weiter zum Netto-Markt. Eine Fußgängerampel oder einen Zebrastreifen hätten die Ledder dort gerne, damit das Überqueren der viel und nicht gerade langsam befahrenen Ledder Dorfstraße ungefährlicher wird. Außerdem, so die Kritik, sei der Ortseingang nicht richtig erkennbar.

Entlang der Dorfstraße ging es zurück zum Ausgangspunkt des Ortsteil-Checks. So mancher hatte während des Rundgangs bereits eifrig Notizen gemacht, andere wiederum wollen die Bögen in Ruhe zu Hause ausfüllen. Die Ergebnisse werden später ausgewertet und im Konzeptteam besprochen. Vertreter der Stadtverwaltung, Politik und aus Vereinen sind dort Mitglied. Gemeinsam werden die Anregungen überprüft.

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