Von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel will „Hockendes Weib“ loswerden
Ein kleines Gebirge geerbt

Tecklenburger Land -

Millionen Füße sind hier rumgetrappelt. Millionen Hände haben Halt gesucht und die Sandsteinfelsen ganz glatt geschliffen. Das Ziel: Höher klettern, immer höher. Vorbei an knorrigen Kiefern und über dicke Wurzeln. Erst wandern, dann kraxeln – Familienausflug wie aus dem Bilderbuch. Der Lohn ganz oben: Ein Rundblick über das weite Münsterland. Wunderbar!

Samstag, 26.05.2012, 11:05 Uhr

Von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel will „Hockendes Weib“ loswerden : Ein kleines Gebirge geerbt
Das „Hockende Weib“ – ein beliebtes Ausflugsziel in der Region – ist der markanteste Teil der Dörenther Klippen in Ibbenbüren. Geerbt haben den charakteristischen Steinhaufen die Bodelschwinghschen Stiftungen. Foto: Peter Henrichmann

Das „Hockende Weib“, zu Anfang des Teutoburger Waldes in den Dörenther Klippen bei Ibbenbüren gelegen, ist ein Top-Ziel für Ausflügler aus der Region. „Wir wollen das so schnell wie möglich wieder loswerden“, sagt Hans Bergerhausen . Ihm gehört der charakteristische Steinhaufen. Na ja, quasi: Seit langen Jahren arbeitet Bergerhausen als Immobilien-Manager der von Bodelschwingh­schen Stiftungen in Bielefeld-Bethel. Die haben das Ibbenbürener Wahrzeichen geerbt. „Und der Löwenanteil der Dören­ther Klippen  gehört uns auch“, sagt Bergerhausen. Er lächelt: „Ich hab in ganz Deutschland schon so einiges an Immobilien gehabt. Aber so was gab es noch nie. Das ist kurios, das ist außergewöhnlich!“

Erna Langhorst , Ur-Ibbenbürenerin und hochbetagt im vergangenen November verstorben, hat der kirchlichen Stiftung diesen Segen beschert. Ohne eigene Er­ben, hat sie kurzerhand die Stiftungen Bethel eingesetzt. Überraschung: „Wir wussten von nichts“, sagt Bergerhausen. Vor einigen Wochen kam ein Brief vom Nachlassgericht. Zwölf Hektar Fläche, vier davon sind die Dören­ther Klippen mit dem „Hockenden Weib“, acht Hektar Ackerland, Wald und Wiesen, ein Ziegenstall, ein idyllischer See sowie das komplette, aber seit Jahren leer stehende Ausflugslokal „Kaffeehaus Wienkämper“ hat die großzügige Dame hinterlassen. Die Immobilien-Profis (Bethel bekommt in ganz Deutschland häufig Immobilien übertragen) schauten ins Grundbuch: „Wir wussten schnell, dass wir was ganz Besonderes geerbt haben ...“, sagt Bergerhausen. Geerbt hat er – auch – Probleme: Wenn das Wetter gut ist, sind an jedem Wochenende Tausende Ausflügler in den Dörenther Klippen auf Tour, Mountainbiker sausen durch die Wälder. „Wir wollen auf gar keinen Fall, dass jemandem was passiert. Auf den Felsen rumzukraxeln ist lebensgefährlich!“ betont Bergerhausen. Deshalb: „Wir haben das Gelände mit geringfügigen Mitteln, mit Flatterband und Schildern, abgesperrt.“

Aber kaum jemand lässt sich davon abschrecken, die Flatterbänder sind teils abgerissen und niedergetreten. Sachverständige wurden von den Stiftungen Bethel unlängst damit beauftragt, den Wert der Erbschaft zu ermitteln. Immobilien-Experte Bergerhausen hat sein „Bauchgefühl schon mal mit ein paar Zahlen ummantelt“: Über den dicken Daumen rechnet er damit, dass 500 000 Euro herauskommen. Und nun? „Ganz schnell verkaufe! Interessenten gibt es: Landwirte aus der Nachbarschaft gehören dazu, auch die Stadt Ibbenbüren.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/798912?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F187%2F702048%2F741213%2F
Nachhaltigkeit – ein Anliegen vieler
Im gut gefüllten Rathausfestsaal – zu Beginn unterhalten von einer Darbietung von Cactus Junges Theater (großes Bild) – bekamen Oberbürgermeister Markus Lewe (kleines Bild, 2.v.r.) und Matthias Peck (r.) den Nachhaltigkeitspreis von Initiator Stefan Schulze-Hausmann (l.), Dr. Lutz Spandau (Allianzstiftung, 2.v.l.) und Prof. Dr. Günther Bachmann (Juryvorsitzender) überreicht.
Nachrichten-Ticker