Folgen für die Sportfreunde Lotte noch nicht absehbar
Sponsor connectM ist zahlungsunfähig

Tecklenburg/Lotte/osnabrück -

Die connectM Werbeagentur GmbH & Co.KG in Tecklenburg ist zahlungsunfähig. 17 Mitarbeiter bangen um ihren Arbeitsplatz. Und den Sportfreunden Lotte, deren Stadion sogar den Namen des insolventen Unternehmens trägt, droht möglicherweise ein Kapitalschaden von noch nicht absehbarem Ausmaß.

Mittwoch, 13.02.2013, 10:02 Uhr

Denn nicht nur connectM steckt in Schwierigkeiten. Auch für die Reri AG in Osnabrück , der zweite Hauptsponsor der Sportfreunde, ist nach Informationen unserer Zeitung Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahren gestellt worden. Die Kanzlei Rüffert in Oldenburg ist nach eigenen Angaben  vom Insolvenzgericht Osnabrück damit beauftragt worden, zunächst ein Gutachten über die wirtschaftliche Situation der Reri AG zu erstellen, auf dessen Grundlage dann die Entscheidung über ein Insolvenzverfahren fallen soll.

Das zuständige Insolvenzgericht in Münster hat am vergangenen Donnerstag das Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der connectM Werbeagentur GmbH & Co.KG angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Frank W. Stroot aus Recke bestellt.  Dieser sieht nach ersten Gesprächen mit der Geschäftsführung zurzeit wenig Chancen, das Unternehmen fortzuführen.

Denn die Pleite der Werbeagentur hänge direkt mit der Schieflage der Reri AG zusammen. Diese sei der einzige große Auftraggeber für ConnectM gewesen. Die Probleme bei Reri hätten zu großen Forderungsausfällen geführt.  Die Gehälter für Januar konnten Stroot zufolge noch in vollem Umfang an die 17 Mitarbeiter gezahlt werden. Für Februar sei kein Geld mehr da. Es sei sehr schwierig, in kürzester Zeit neue Kunden für connectM zu akquirieren. Ohne Auftraggeber werde man auch die Agentur für Arbeit nicht überzeugen können, Insolvenzausfallgeld zu zahlen, sagte Stroot. Sprich: Den Mitarbeitern droht die unmittelbare Kündigung.

Jetzt müsse geklärt werden, wie es weitergehen kann. Der Gründer der Werbeagentur, Lars Menebröcker, habe seine Mitarbeit angeboten. „Vielleicht gibt es eine Auffanglösung“, so der vorläufige Insolvenzverwalter. Auch wenn es mangels Aufträgen wohl keine Möglichkeiten gebe, das Unternehmen unter seiner Regie vorläufig fortzuführen, sei ihm sehr daran gelegen, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, betonte Stroot.

Noch gar nicht absehen kann der Insolvenzverwalter, welche Auswirkungen das Verfahren auf den Spielbetrieb der Sportfreunde Lotte in der Regionalliga hat. „Das Schlimmste wäre, wenn aufgrund dieser Situation jetzt ein Knacks in die Mannschaft kommt.“ Er werden darüber auch mit dem Fußballobmann der Sportfreunde, Manfred Wilke, Gespräche führen, kündigte Stroot an.

Die Reri AG aus Osnabrück ist nach eigenen Angaben Lizenzgeber für ein international ausgerichtetes Franchisekonzept im Solarsektor. Wohl auch personell ist die AG eng mit connectM verflochten. Wie der Webseite www.reridieaktie.de als aktuellste  Meldung zu entnehmen ist,  soll Kai Zimmer als Aufsichtsratsvorsitzender und aus dem Aufsichtsrat zurückgetreten sein. Aus diesem Grund habe der Vorstand der Reri AG, Lars Menebröcker, beim Amtsgericht die gerichtliche Bestellung eines neuen Aufsichtsratsmitgliedes beantragt.

Zimmer wiederum ist oder war zumindest Miteigentümer der connectM GmbH & Co.KG. Und er war Gründer der SN Solartechnics GmbH & Co.KG. Diese Firma, die zuvor im Gebäude von Reri saß, war auch schon einmal Sponsor der Sportfreunde. Nachdem massive Betrugsvorwürfe gegen SN Solartechnics  laut wurden, ging das Unternehmen 2011 in die Insolvenz.

Gegen Kai Zimmer, einige Familienangehörige sowie weitere Beschuldigte laufen in diesem Zusammenhang noch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Oldenburg. Sie sollen, so der Vorwurf, von Mitte 2009 bis Mitte 2011 Solarpark-Investoren um ihr Anlagekapital betrogen haben. Dabei geht es um mehrere Millionen Euro. Auch die CPA Capital Partners AG – ebenfalls früher ein Sponsor der Sportfreunde – soll daran beteiligt gewesen sein. Im vergangenen Herbst wurden diverse Objekte von der Staatsanwaltschaft Oldenburg durchsucht, darunter auch die, wie es im Durchsuchungsbeschluss heißt,  „mutmaßlichen“ Aufrenthalts- und Geschäftsräume von Kai Zimmer in Lienen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1515134?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F187%2F1785867%2F1785876%2F
1100 vertrauliche Mails mitgelesen
Das Auslesen des Passwortes machte es möglich, sich Zugriff auf das Mailkonto des Greveners zu verschaffen. Der Täter soll pikanterweise ein Familienmitglied sein.
Nachrichten-Ticker