Von Bienen und Hummeln
Blühende Gärten locken Bienen und Hummeln

Tecklenburg -

Die Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL) hatte zum Vortrag mit Klaus-Dieter Kerpa eingeladen. Der Fachmann referierte unterhaltsam über die große Bedeutung, die Wildbienen bei der Bestäubung von Pflanzen zukommt.

Sonntag, 03.03.2013, 18:03 Uhr

Wildbienen sind von großer Bedeutung für die Bestäubung . Dass ihr Lebensraum besser geschützt werden muss, war der Tenor des ANTL-Vortrags von Klaus-Dieter Kerpa im Naturschutzzentrum Sägemühle.

Zunächst räumte der Referent mit der irrigen Vorstellung auf, dass Wildbienen stechlustig und aggressiv seien. Es gebe in Deutschland rund 580 Wildbienenarten und jede unterscheide sich neben äußerlich erkennbaren Merkmalen in der Lebensweise.

Die Hummeln seien den bienenartigen Insekten hinzuzurechnen. Ihre Bestäubungsleistung in der Natur ist besonders hoch, da sie fünf Mal mehr Blüten pro Stunde anfliegen als Honigbienen. Hummeln bestäuben bis in den Abend und sind schon bei niedrigen Temperaturen aktiv, erläuterte Kerpa.

Hummeln bilden einen Sommerstaat von 200 bis 300 Individuen. Sie bewohnen Hohlräume im Erdreich oder hinter einer Trockenmauer. Die Baumhummel lebt in Höhlen alter Bäume. Auch oberirdische Hummelkästen werden von den Insekten angenommen. Wegen ihrer großen Leistung werden Hummeln bereits gezüchtet und im Gartenbau als Bestäuberinnen in Gewächshäusern und in Obstanlagen eingesetzt.

Die meisten Wildbienen leben als Einsiedler und legen ihre Brutkammern in Hohlräumen, Ritzen, hohlen Stängeln an. Dafür ist möglichst viel Struktur im Garten und in der Landschaft wichtig. Künstliche Nisthilfen gibt es in vielfältiger Form als Insektenhotels.

Da die Niströhren der Wildbienenarten unterschiedlich groß sein müssen, empfiehlt der Fachmann, hohle Bambusstiele oder Holunderzweige zu bündeln und nicht schwankend mit Ausrichtung zur Sonne aufzuhängen, Bohrungen in Hartholz sollten Bohrtiefen von zehn bis 15 Zentimetern haben, die Bohrlöcher eine Mischung mit Durchmessern von zwei bis acht Millimetern bilden.

Nicht nur das Angebot an Brutraum sei notwendig für die Förderung von Bienen und Hummeln. Blütenreiche Gärten mit Stauden und einheimischen Gehölzen, artenreiche Wiesen, Klee- und Rapsfelder, ein Blütenflor von März bis zum Herbst sind laut Kerpa für die Ernährung der Wildbienen genau so wichtig.

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