15 Kilometer lange Dieselspur
Der Ölfilm-Experte

Tecklenburg -

Tecklenburg. Spiegelglatt waren am Mittwochmorgen viele Straßen Tecklenburgs. Die Ursache lag aber nicht in eisiger Kälte, sondern in einer 15 Kilometer langen Dieselspur, die ein Schulbus hinterlassen hatte. Großeinsatz für die Feuerwehr.

Mittwoch, 22.05.2013, 17:05 Uhr

Wieland Fortmeyer zeigt an der Karte die Länge der Ölspur (von Brochterbeck bis Lengerich-Exterheide). Zwei Tonnen Bindemittel werden eingesetzt. Auf dem Brochterbecker Mühlenteich liegt eine Ölsperre.
Wieland Fortmeyer zeigt an der Karte die Länge der Ölspur (von Brochterbeck bis Lengerich-Exterheide). Zwei Tonnen Bindemittel werden eingesetzt. Auf dem Brochterbecker Mühlenteich liegt eine Ölsperre. Foto: Wilhelm Schmitte

Wieland Fortmeyer steht vor dem roten Einsatzleitwagen. Mit dem Kugelschreiber verdeutlicht der Chef der Freiwilligen Feuerwehr Tecklenburg die Dimension. „15 Kilometer lang ist die Ölspur“, sagt der Stadtbrandinspektor draußen an der Bushaltestelle Hofbauers Kamp. „Das habe ich noch nie erlebt“, entfährt es dem 57-Jährigen, der sich damit zum Ölfilm-Experten entwickelt.

In der Tat: Vom Abzweig Wechter Straße ( Brochterbeck ) über den Kreisel Holthausen, die steilen Verkehrsadern Am Weingarten und Bahnhofstraße über den Chalonnesplatz und die Lengericher Straße sowie Nebenstraßen (Pagenstraße, Howesträßchen, Gräfin-Anna-Straße) bis zur Bashake (Lengerich) reicht ab 8 Uhr der schillernde Film. An der Haltestelle ist Schluss. Dort steht ein Schulbus . Der Schlauch zum Dieseltank weist aus ungeklärter Ursache ein Leck auf. 200 Liter Kraftstoff fließen – unbemerkt vom Fahrer – auf die Fahrbahn.

Für die Wehr mit den vier Löschzügen bedeutet das Großeinsatz . Unterstützung gibt es von den Ibbenbürener Kollegen. 34 Leute sind körperlich gefragt. Zwei Tonnen Ölbindemittel – verpackt in 30 Kilogramm-Säcken – sind nötig, um den Kraftstoff zu binden. Macht mal eben 1333 Euro. Großflächig muss die feine Sub-stanz verteilt werden. Tecklenburgs Straßen tragen Rot.

Mitarbeiter des Bauhofs, des Landesbetriebs Straßen.NRW und des Kreisstraßenbauamtes Steinfurt helfen. Straßen werden komplett gesperrt. Tecklenburg ist dicht – verkehrstechnisch. Ab 13 Uhr verkehren die ersten Schulbusse. Schüler müssen improvisieren – trampen oder zu Fuß gehen.

Neben der verkehrstechnischen Lage bereiten zwei Gewässer Probleme. Über einen Zufluss des Brochterbecker Mühlenbachs gelangt Kraftstoff in den Mühlenteich. Am Zulauf, auf dem Teich und vor dem Regenrückhaltebecken werden fünf Ölsperren errichtet. Ebenso drei an den Königsteichen. Vorsorglich.

Auf der Wasseroberfläche des Mühlenteichs sind die Dieselschlieren gut zu erkennen. Wieder kommt Ölbindemittel zum Einsatz. Später erfolgt ein Absaugen. „Die Sperren bleiben noch ein paar Tage, weil wir nicht wissen, was noch nachfließt“, erklärt Klaus Trappmann von der Unteren Wasserbehörde des Kreises Steinfurt in Brochterbeck. Später wird das Bindemittel als Sonderabfall entsorgt. Einen Ölschlängeschlauch haben Männer der Ibbenbürener Wehr auf die Wasseroberfläche gelegt. „Die Zusammenarbeit mit der Wehr hat bestens geklappt“, merkt Trappmann an.

Drei Kehrmaschinen fegen stundenlang das Bindemittel auf. Nachmittags faltet Wieland Fortmeyer den Stadtplan zusammen. Nach mehreren Stunden ist der größte Öleinsatz in der Geschichte der Wehr beendet. Um 15 Uhr rollt der Verkehr wieder reibungslos.

 

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