Serie reißt nicht ab
„Der gute Hirte“ liegt in Scherben

Tecklenburg-Brochterbeck -

Tecklenburg-Brochterbeck. Die Serie reißt nicht ab: Seit Wochen werden im Tecklenburger Land sakrale Gegenstände zerstört. Nun hat es den „guten Hirten“ an der Dörenther Straße getroffen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Freitag, 29.11.2013, 18:11 Uhr

„Der gute Hirte“ ist zerstört. Die fast 100 Jahre alte Figur, die im Prozessionshäuschen an der Dörenther Straße stand, ist Opfer eines vermutlich religiös motivierten Täters geworden. Das sei nicht gänzlich auszuschließen, hieß es gestern beim Staatsschutz in Münster. Er hat die Ermittlungen übernommen und geht von einem Serientäter aus.

Ende September hatte es bereits sieben ähnliche Taten im Mettinger Raum gewesen, später kamen sechs im Raum Ibbenbüren hinzu. Nun hat es auch Brochterbeck getroffen.

Es gebe bislang noch keine Täterhinweise, teilt der Staatsschutz in Münster mit und hofft auf mögliche Zeugen und verstärkte Aufmerksamkeit.

Einer Anliegerin sei aufgefallen, dass die Statue fehle, berichtet auf Anfrage dieser Zeitung Dechant Martin Weber von der katholischen Kirchengemeinde Heilig Kreuz. Sie habe die Figur am Mittwoch noch gesehen, Donnerstag sei sie weg gewesen.

Es war Renate Schwakenberg, die das Fehlen der Figur bemerkt hatte. Die 76-Jährige wohnt gegenüber des Tatorts. Die kleine Kapelle sei im Regelfall nicht abgeschlossen, die Eisentüren würden immer offen stehen, weiß die schockierte Brochterbeckerin. Sie hatte die Polizei über das Verschwinden des Hirten informiert.

Am Donnerstag seien Teile der Statue gefunden worden, teilte gestern Rainer Schöttler mit, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde. Diese habe man zunächst nicht zuordnen können. Die Teile wurden zur Spurensicherung zur Polizei nach Lengerich gebracht.

Den Tatzeitraum könne man einengen, so Schöttler weiter. Demnach habe der Täter den „guten Hirten“ zwischen Mittwoch, 16 Uhr, und Donnerstag, 7.30 Uhr, entwendet und zerstört.

Der Sachschaden liegt laut Auskunft der Polizei bei 1000 Euro. Größer ist der emotionale Schaden.

Kirchenrechtlich gehörte früher ein Teil von Dörenthe zu St. Peter und Paul in Brochterbeck. Mit Kutschwagen oder zu Fuß besuchten die Dörenther sonntags die Messe in Brochterbeck. 1914 errichteten sie an der Dörenther Straße das Prozessionshäuschen und kümmerten sich auch um die Instandhaltung.

Wie dem Buch „850 Jahre Brochterbeck“ zu entnehmen ist, hatte die Stelle, an der das Häuschen errichtet wurde, für die Katholiken eine besondere Bedeutung. Dort wurde früher der Leichenwagen aus „Westbrochterbeck-Dörenthe“ vom Geistlichen abgeholt und in Begleitung von Organist und Messdienern feierlich zur Kirche und zum Friedhof geleitet.

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