Wasserförderung in Brochterbeck
Antwort enttäuscht Grunendahl

Tecklenburg-Brochterbeck -

Die Menschen, die rund um das Brochterbecker Wasserwerk wohnen, werden unruhig. Viele können nicht verstehen, dass für die langfristige Förderung von Grundwasser keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erforderlich ist. Sie haben sich an Wilfried Grunendahl gewandt. Der CDU-Landtagsabgeordnete wohnt ebenfalls im Einzugsbereich des Wasserwerks und gehört dem Vorstand des Wasserversorgungsverbandes Tecklenburger Land (WTL) an. Der Politiker hat die Frage an den nordrhein-westfälischen Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) weitergereicht.

Montag, 20.01.2014, 23:01 Uhr

Die Menschen, die rund um das Brochterbecker Wasserwerk wohnen, werden unruhig. Viele können nicht verstehen, dass für die langfristige Förderung von Grundwasser keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erforderlich ist.

Sie haben sich an Wilfried Grunendahl gewandt. Der CDU-Landtagsabgeordnete wohnt ebenfalls im Einzugsbereich des Wasserwerks und gehört dem Vorstand des Wasserversorgungsverbandes Tecklenburger Land (WTL) an. Der Politiker hat die Frage an den nordrhein-westfälischen Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) weitergereicht.

Der Minister sieht „nach einschlägiger Prüfung keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen“ und hält eine UVP für nicht erforderlich. Ab dem Jahr 2017, wenn das Wasserwerk Dörenthe nach Neubau beziehungsweise nach Abschluss der Sanierung eine höhere Wasserlieferung übernehmen könne, werde die Fördermenge sowohl gegenüber der aktuellen als auch der von 2014 bis 2016 bewilligten Fördermenge auf 3,5 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr reduziert. Im Gewinnungsgebiet sei mit einer Aufhöhung des Grundwasserstands um zehn bis 40 Zentimeter zu rechnen. Und: „Die zu erwartenden Absenkungen des Grundwasserspiegels durch kurzfristige Tagesspitzenentnahmemengen wirken sich nur in einem begrenzten Bereich unmittelbar um die Förderbrunnen aus, in dem bereits durch normale Grundwasserförderung keine Grundwasseranschluss für die Vegetation mehr gegeben ist. Zusätzliche Betroffenheiten sowie landschaftsökologische Schäden sind daher – auch in den Sommermonaten – nicht zu erwarten.“

Die Antwort enttäuscht Grunendahl: „Ich habe kein Verständnis dafür, dass keine UVP nötig ist.“ Der Abgeordnete hält eine dezentrale und damit nachhaltige Förderung für unverzichtbar. Daher möchte er Druck machen: „Dörenthe muss in die Pötte kommen.“ Die Sanierung müsse kommen, auch wenn dadurch der Wasserpreis steige. Grunendahl bewegt auch die Frage, warum der Verband nicht sofort beim Kauf des Dörenther Wasserwerks vor knapp zehn Jahren mit der Sanierung begonnen hat.

Klar ist für Grunendahl angesichts der wachsenden Unruhe in Brochterbeck und Wechte: „Es muss offen und ehrlich mit allen Betroffenen geredet werden.“

„Sieht die Landesregierung durch die beantragte Grundwasserförderung eine Beeinträchtigung der Bereiche zum Schutz der Natur?“, will Grunendahl wissen. Remmels Antwort: „Die Biotoptypen im Absenkungsbereich werden in Hinblick auf Artenzusammensetzung und vorhandene Habitatstrukturen für die Fauna nicht erheblich beeinträchtigt. Naturschutzgebiete, FFH-Gebiet, gesetzlich geschützte Biotope, Landschaftsschutzgebiete und Naturparke sind von den förderbedingten Absenkungen nicht betroffen.“ Mit Blick auf den „Osterklee“ und „In den Hiärken“ bezweifelt das der Politiker.

Ein kitzliges Thema ist die Entschädigung. Sind Mindererträge im Bereich der Landwirtschaft für Sonderkulturen auszugleichen, wenn der öffentlich bestellte Gutachter Schäden feststellt?

Remmel: „Wie seit vielen Jahren praktiziert, findet weiterhin eine jährliche Begutachtung der landwirtschaftlichen Ertragseinbußen im Absenkbereich durch von der Landwirtschaftskammer NRW öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige statt. Die von den Gutachtern festgestellten wasserwerksbedingten Schäden sind vom Wasserversorger auszugleichen.“

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