GHV zeigt Bilder des Malers im Torhaus Legge
Winterquartier Tecklenburg

Tecklenburg -

Die herbe Schönheit und friedvolle Verträumtheit Tecklenburg hatte es Alf Depser angetan. Vom 1. bis 18. Mai zeigt der GHV Bilder des Malers im Torhaus Legge.

Dienstag, 22.04.2014, 21:04 Uhr

„Alf Depser – Zwischen Juist und Tecklenburg “ ist der Titel einer Ausstellung, die der Geschichts- und Heimatverein (GHV) vom 1. bis zum 18. Mai in der Legge zeigt. Neben Otto Modersohn ist der Grafiker und Maler Alf Depser (1899-1990) ein weiterer Künstler, der sich vor allem von der herben Schönheit Norddeutschlands angezogen fühlte, aber auch die friedvolle Verträumtheit Tecklenburgs zu schätzen wusste.

Der gelernte Chemiker entdeckte Tecklenburg 1925, als er auf dem Weg in seine Heimatstadt Nürnberg war. „Ein wundervolles altes Nest“ habe er da entdeckt, kommentierte Depser, der sich damals schon eher zum Künstler als zum Wissenschaftler berufen fühlte. Seine Eindrücke in Norddeutschland festigten seinen Entschluss, sich zum Maler und Grafiker fortzubilden, schreibt der GHV.

Alf Depser siedelte sich auf Juist an. Mit dem Fahrrad, später mit dem Moped, war er in Norddeutschland unterwegs und fertigte Holzschnitte von Kirchen an, Auftragsarbeiten, von denen er mit seiner Familie lebte.

Bei seinen Streifzügen lernte er die Schwestern Erika Liesmann und Maria Hühn kennen, gebürtige Lengericherinnen, die mit ihren Familien in Norden lebten. Dort war Alf Depser ein gern gesehener Gast. Mitte der 1950er Jahre zogen die Schwestern nach Tecklenburg. Auch dort war Depser immer willkommen. Vor allem hielt er sich gern in der Burgstadt auf, wenn im Winter der Wind um sein Juister Inselhaus heulte und einen Aufenthalt dort fast unmöglich machte.

Seine Tochter Hilta Depser-Moritz ist bis heute gerne Gast in Tecklenburg. Bei ihrem jüngsten Besuch hier konnte sie die für die Ausstellung vorgesehenen Bilder ihres Vaters – alle in Privatbesitz – in Augenschein genommen. Mit 14 sei sie zum ersten Mal nach Tecklenburg gekommen, berichtete sie.

Alf Depser war nach Angaben des GHV ein Bewahrer, einer, der die Schönheiten einer bereits untergehenden Welt festzuhalten suchte. Im Gedicht „Der Maler Depser“ von Peter Härtling heißt es, er „sammelt die Reste / der alten Welt ein, / erträgt die neue / nur mit Mühe“. Die Holzschnitte und Aquarelle, die in der Ausstellung gezeigt werden, atmen diesen vergangenen Geist.

Bei seinen Streifzügen rund um Tecklenburg hielt Depser die Landschaft fest, wie er sie sah, und gab ihr in seinen Aquarellen eine fast magische Leuchtkraft. Mit Hilfe seiner Freundinnen verkaufte er viele Arbeiten an Tecklenburger, die diese Schätze lange privat hüteten und jetzt zum ersten Mal öffentlich zeigen. Ergänzt wird die Ausstellung durch aktuelle Fotos, die die in den Aquarellen dargestellte Landschaft in der Gegenwart zeigen.

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Die Ausstellung wird am 1. Mai um 11 Uhr in der Legge eröffnet und ist bis zum 18. Mai jeweils an den Wochenenden zu sehen. Die Öffnungszeiten: Sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr, samstags und Freitag, 2. Mai, von 14 bis 18 Uhr.

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