Amazone-Werke
Wenn der Acker zum Reißbrett wird

Tecklenburg-Leeden/Hasbergen -

Bei seiner Fachausstellung „Amatechnica“ am Werk in Gaste hat das Familienunternehmen Amazonen-Werke seine Landmaschinen mit Filmmusik in Szene gesetzt. Rund 5500 geladene Fachbesucher, darunter etwa 1000 aus dem Ausland, informierten sich auf rund zwölf Hektar über Neuheiten bei Düngerstreuern, Pflanzenschutzspritzen, Bodenbearbeitungsgeräten und Sämaschinen.

Freitag, 30.05.2014, 21:05 Uhr

Es gab Helikopterrundflüge und eine Benefiz-Verlosung des inzwischen millionsten Düngerstreuers, der vom Amazone-Band gelaufen ist. Die 10 000 Euro Erlös gehen an ein Welthungerhilfe-Projekt in Indien . Trotz des Eventcharakters zählten für die potenziellen Käufer ökonomische Fakten. Denn, erklärte Christian Dreyer , einer der geschäftsführenden Gesellschafter, für eine Selbstfahrerspritze kann man mehr als 200 000 Euro investieren. Viele drängten sich bei der Feldvorführung genauso um den neuen Pflug wie um die schnurgeraden Furchen. Der Acker ist längst GPS-vermessenes Reißbrett .

„Es geht immer weiter“, sagte Hermann Wiemeyer , Land- und Forstwirt aus Georgsmarienhütte, auf die Frage nach dem Innovations-Spielraum. Wie Großvater und Vater nennt er einige Amazone-Geräte sein Eigen. Zuerst sei menschliche und tierische Mühe den Maschinen überlassen worden. „Nach Industrialisierung, Automatisierung und Informationstechnologie werden sie jetzt mit dieser verknüpft und intelligent gemacht.“ Irgendwann, glaubt Wiemeyer, lässt sich alles per Smartphone steuern. An der Liebe zum Beruf ändere das nichts: „Ein gleichmäßiges Weizenfeld, das sich im Wind wiegt, ist die Freude des Ackerbauern.“

„Das Grundprinzip eines Pflugs ist gleich geblieben“, sagte Christian Dreyer. Wo der neue Pflug Cayron 200 produziert wird, kommt auch Jesteburger Max Mohrs alter Rudolph-Sack-Pflug her – aus Leipzig. Mohrs Vater zog ihn 1936 bis Ende der 60er, wie jetzt bei der Vorführung, auf einem Lanz Bulldog über 35 Hektar: „Statt für zehn Arbeitspferde entschied er sich für einen Schlepper. Er war seiner Zeit voraus.“ 1936 wurden zweischarige Pflüge schon von 12- bis 16-PS-Maschinen gezogen, heute sind sechs Schare hinter mindestens 200 PS Standard. Ein Pflug soll bei bis zu 15 Schlepper-Stundenkilometern mehr als 50 000 Hektar verschleißfrei pflügen.

„Es geht auch darum, Saatgut oder Dünger präzise aufzubringen“, so Geschäftsführer Dreyer – ohne Verlust feldrandgenau. Der Computer helfe beim Wenden und Steuern der Geräte. Der im Labor entwickelte Mineraldünger soll Nährstoffe kompakter bereitstellen und langsamer zerfallen. Unterm Strich sollen Zeit und Kosten gespart werden, während bei heute mehr als sieben Tonnen pro Hektar die Ertragskurve abflache, so Dreyer.

Rund 515 Millionen Euro Umsatz hat die Amazone-Gruppe mit etwa 1800 Mitarbeitern 2013 gemacht. 40 Prozent davon mit Düngerstreuern und Feldspritzen.

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