Tecklenburger voller Euphorie
Vortrag beim Geschichts- und Heimatverein über Kaiserbesuch

Tecklenburg -

Der Arbeitskreis Geschichte im Geschichts- und Heimatverein konnte rund 40 Gäste begrüßen, die sich für einen Vortrag über den Besuch Kaiser Wilhelms II. am 31. August 1907 in Tecklenburg interessierten.

Donnerstag, 18.09.2014, 15:09 Uhr

Der Referent Heinrich Pelle machte schnell deutlich, dass es ihm um mehr als eine nochmalige Schilderung der damaligen Jubelfeier ging. Zwar war der Aufwand, den man in Tecklenburg aus Anlass der 200-jährigen Zugehörigkeit zu Preußen trieb, erheblich: überwältigender Fahnenschmuck, aufmarschierende Schützen- und Kriegervereine, Lobeshymnen, Reden und Gedichte und mehr. Dennoch war Kaiser Wilhelm II. nicht über alle Kritik erhaben. So konnte Pelle zeitgenössische politische Beobachter, ja sogar Stimmen aus der hochadeligen Verwandtschaft des Kaisers selbst zitieren, die den Monarchen als „Staatsschauspieler“ oder „politischen Dilettanten“ bezeichneten.

Doch war an diesem Abend nicht nur die Rede von den Defiziten in der Person an der Spitze des Reiches, sondern auch von dem völlig aus der Bahn geratenen Patriotismus, den die Tecklenburger zur Schau stellten. Übersteigertes nationales und militärisches Denken und Streben sprach aus allen Äußerungen, die an diesem Tag getan wurden.

Und genau in diesem Sinn gewann der Jubeltag am 31. August 1907 in Tecklenburg seine Bedeutung in der Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs: Der allgemeinen Euphorie der Vorkriegszeit folgte die quälende Ernüchterung in einem Krieg, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hatte.

Dieser Vortrag beendete die Beschäftigung des GHV mit dem Ersten Weltkrieg. Die Zeit zwischen den Weltkriegen wird den nächsten Schwerpunkt ausmachen.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2750760?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F187%2F2591714%2F4852221%2F
Nachrichten-Ticker