Eintrittspreise werden angehoben
Badespaß soll teurer werden

Tecklenburg -

Die Eintrittspreise für das Waldfreibad sollen im nächsten Jahr moderat erhöht werden – etwas zu moderat. Das war jedenfalls am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss zu hören.

Mittwoch, 03.12.2014, 21:12 Uhr

Hinein ins Tecklenburger Waldfreibad: Es ist das beliebteste Bad im Verbund. Allerdings kostet es die Stadt rund 176 000 Euro, die als Verlustvortrag im Haushalt einzuarbeiten sind.
Hinein ins Tecklenburger Waldfreibad: Es ist das beliebteste Bad im Verbund. Allerdings kostet es die Stadt rund 176 000 Euro, die als Verlustvortrag im Haushalt einzuarbeiten sind. Foto: Jendrik Peters

Die Eintrittspreise für das Waldfreibad sollen im nächsten Jahr moderat erhöht werden – etwas zu moderat. Das war jedenfalls am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss zu hören. Da solle man noch ein Schüppchen drauflegen, befand Marielies Saatkamp (Grüne) und sprach von Dumpingpreisen. „Ich sehe Nachverhandlungsbedarf.“

In diesem Punkt war sie sich durchaus einig mit Bürgermeister Stefan Streit . Für das Jahr 2015 solle der Stadtrat zustimmen und dann neu verhandeln, beschloss der Ausschuss.

Das Waldfreibad gehört zusammen mit Lengerich, Lienen und Hagen a.T.W. zur Bäder und Wasser GmbH. Die Eintrittskarten gelten für die Bäder in diesen vier Kommunen, die Preise sind deshalb einheitlich gestaltet.

Der Aufsichtsrat, in dem Vertreter der Kommunen sitzen, hat einen einheitlichen Empfehlungsbeschluss gefasst. Die Einzelkarte soll demnach im nächsten Jahr drei statt 2,50 Euro kosten. Für Familien-Einzelkarten sind sieben statt bislang sechs Euro zu zahlen. Dabei gibt es die Beschränkung auf zwei Erwachsene und drei Kinder. Bislang war die Zahl der Kinder nicht festgelegt.

Der Preis für die Guten-Morgen-Karte für Frühschwimmer wird von 80 auf 100 Euro angehoben und die Sommerspaßkarte von 25 auf 30 Euro (gültig bis zum 18. Lebensjahr).

Hinzu kommen weiterhin Ermäßigungen für Kinder und Jugendliche, Behinderte und Bezieher von Sozialleistungen. Freien Eintritt haben beispielsweise jüngere Kinder und Behinderte ab 80 Grad Behinderung.

Tilo Frömmel , Prokurist der BWG , hatte zuvor Zahlen aus den Jahren 2013 und 2014 präsentiert. Demnach haben 2013 knapp 40 000 Badegäste das Waldfreibad besucht, im laufenden Jahr – wegen des schlechten Wetters – nur knapp 28 000. Die Umsatzerlöse lagen 2013 bei gut 70 000 Euro und werden 2014 entsprechend der geringeren Besucherzahlen sinken. Die Zahlen nannte Frömmel noch nicht, geplant war ein Umsatz in Höhe von 56 000 Euro.

Bei den Kosten für Energie und Betriebsstoffe rechnet die BWG mit leicht rückgängigen Aufwendungen. Die Personalkosten lagen 2013 bei 112 000 Euro. Für das laufende Jahr sind 106 000 Euro eingeplant.

176 000 Euro muss die Stadt als Verlustabdeckung einplanen.

Wie wirkt sich die Preiserhöhung ab 2015 aus? Zunächst geht man laut Frömmel von zusätzlich 7000 Euro bei den Einnahmen aus. Ein Grund für diese eher geringe Summe sind unter anderem die Mehrfachkarten (für insgesamt rund 100 000 Euro im Bäderverbund), die noch im Umlauf sind und bis zu vier Jahre Gültigkeit haben.

Dietbert Lipka (SPD) zeigte sich erschrocken über die 7000 Euro. „Wir sind pleite“, erinnerte er an die Finanzlage der Stadt. Und Marielies Saatkamp meinte, dass Tecklenburg als Kurort und mit dem attraktivsten Bad im Bäderverbund durchaus mehr Geld nehme könne.

Bei der Stadtverwaltung wird das ähnlich gesehen. So merkte Stefan Streit kritisch an, dass bei der Tarifstruktur 1600 Badegäste freien Eintritt hatten. „Das kann bei unserer Haushaltslage nicht sein.“ Die Finanznot sei in einigen Kommunen wohl nicht annähernd so angekommen wie in Tecklenburg. Hagen a.T.W. beispielsweise denke bereits über weitere Sondertarife nach.

Sondertarife, Ermäßigungen und freie Eintritte haben in Tecklenburg dazu geführt, dass jeder Gast im Durchschnitt 1,58 Euro Eintritt zahlt. 36 Prozent seien Vollzahler, 31 Prozent nutzen Sondertarife, 29 Prozent erhalten Ermäßigung und vier Prozent haben freien Eintritt, nannte Tilo Frömmel Zahlen.

Auf jeden Fall müsse die Höhe der Eintrittsgelder im nächsten Jahr wieder aufs Tableau, kündigte Stephan Glunz an, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Dass zum Beispiel Schwerbehinderte, die wie andere auch arbeiten und ein volles Gehalt beziehen, Ermäßigungen bekommen oder kleine Kinder reicher Eltern keinen Eintritt zahlen müssen, darin könne er keine Logik erkennen.

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