Buch über die Ibbenbürener Straße
Die Geschichte hinter den Fassaden

Tecklenburg -

Zahlreiche Handwerker hatten einst an der Ibbenbürener Straße ihre Werkstätten – vom Schmied bis zum Zigarrenmacher. Geschäfte und Gaststätten lockten die Kunden an. Über die Geschichte der Häuser und Familien gibt es noch Dokumente und Berichte von Zeitzeugen. Das alles ist mit eingeflossen in das Buch „Handwerk und Leben im Wandel – Die Ibbenbürener Straße in Tecklenburg“, das der Geschichts- und Heimatverein Tecklenburg (GHV) herausgegeben hat.

Dienstag, 03.03.2015, 07:03 Uhr

Im GHV gibt es unter anderem einen Klön- und einen Geschichtskreis. Beide beschäftigen sich sehr intensiv mit der Geschichte der alten Grafschaft Tecklenburg und des Tecklenburger Landes, wobei besonders im Klönkreis vorrangig die Stadtgeschichte, die Strukturveränderungen der Stadt und die Stadtentwicklung Thema sind. Da an diesen Gesprächsrunden überwiegend ältere Mitbürger teilnehmen, bringen sie in Zusammenhang mit Erinnerungen und Berichten auch regelmäßig zum Teil über 100 Jahre alte private Dokumente wie Tagebücher, Fotos, Geschäftsbücher oder Versicherungspolicen dazu mit. Diese Unterlagen bleiben oft genug städtischen Archiven verborgen. Und häufig muss man auch feststellen, dass die nachwachsende Generation nicht an der Aufbewahrung solcher Dokumente interessiert ist, weil man sich keine Zeit zur Sichtung nimmt und ihren historischen Wert nicht erkennt.

Anlässlich der Diskussion über die Veränderungen in der Ibbenbürener Straße – der gesamte Straßenzug ist außerhalb der alten Stadtmauer eines der ältesten Siedlungsgebiete der Stadt – wurde besonders deutlich, welch „reiche Schätze“ an alten Dokumenten sich in Privatbesitz befinden.

Die Ibbenbürener Straße zeichnete sich seit der Grafenzeit durch eine ungewöhnlich reiche Ansiedlung von Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben aus. So gab es bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts unter anderem Schlachter, Lebensmittelgeschäfte, mehrere Bäckereien, Stellmacher, Tischler, Zimmerleute, Schmiede/Schlosserei, Schuhmacher, mehrere Schneider, Frisör, Bierbrauer (angrenzend), Zigarrenmacher, Färber, ein Armenhaus, Pfarrhäuser, Gastwirtschaften – alles fast Haus an Haus. Bis auf Ausnahmen sind sie Geschichte. Aber noch sind Zeitzeugen vorhanden, die mit ihrem – heute noch abrufbaren – Wissen umfassend Auskunft geben können.

Das Buch, verfasst von der Tecklenburger Autorin Marielies Saatkamp und zusammengestellt von Frank Bosse und Meike Beßmann-Bosse, dokumentiert auf 78 Seiten den Strukturwandel einer historischen „Lebensader“ der Stadt. Originalberichte von Zeitzeugen, 115 Dokumente, Ablichtungen von Gemälden, Karten sowie alte und neue Fotos begleiten den Leser anschaulich auf einer „Wanderung“ durch den Straßenzug und lassen die Geschichte hinter den alten Fachwerkfassaden wieder lebendig werden. Eine Fleißarbeit, die jeder Tecklenburger besitzen sollte. Ab Samstag, 21. März, ist es unter der ISBN-Nr. 9783 925 147 333 im örtlichen Buchhandel erhältlich.

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