Jugendliche aus drei Nationen
Waldfreibad wird zum Workcamp

Tecklenburg -

Ein Wasserspielbereich im Kurpark? Oder doch etwas für Kinder im Waldfreibad? Am Geld wird´s nicht scheitern. Wem das jetzt – mit Blick auf die finanzielle Lage der Stadt – spanisch vorkommt, liegt gar nicht so verkehrt. Jugendliche von der Iberischen Halbinsel sind mit im Boot, wenn am 20. Juli das Workcamp „Healthy Life“ in der Burgstadt beginnt.

Samstag, 21.03.2015, 09:03 Uhr

Präsentieren das Konzept für das Workcamp „Healthy Life“: Frank Bosse, Ralf Bornstedt, Stefan Streit, Till Wienke und Patrick Schulte (von links).
Präsentieren das Konzept für das Workcamp „Healthy Life“: Frank Bosse, Ralf Bornstedt, Stefan Streit, Till Wienke und Patrick Schulte (von links). Foto: Michael Baar

Auch wenn es 16 Tage ums Thema „bewusste Ernährung“ geht. In „ Workcamp “ steckt das Wort „Arbeit“ und die soll auch geleistet werden. „Es ist immer etwas Bleibendes entstanden“, sagt Ralf Bornstedt und nennt Beispiele: ein Hochseilgarten in Litauen , ein Niedrigseilgarten in einem Westerkappelner Kindergarten und – als erstes Projekt überhaupt – eine Plattform am Naturschutzzentrum Sägemühle in Tecklenburg.

Die Anglizismen im Titel des Projekts sind nicht nur der Tatsache geschuldet, dass es international aufgestellt ist und mit Fördergeldern unterstützt wird. Die Verständigung unter den Teilnehmern – je acht Jugendliche aus Spanien, Litauen und Deutschland – wird ein Stück weit auf Englisch laufen. Das weiß der als Koordinator ins Projekt eingebundene Bornstedt.

Das Werken ist der körperliche Ausgleich für das vielleicht nicht leicht verdauliche Thema „bewusste Ernährung“. Bildung im ökologischen Sinn sei darunter zu verstehen, erläutert Till Wienke . Mit seinem Team will der Campleiter das Bewusstsein für Nahrung wecken. „Für viele ist Gemüse ein Fremdwort“, geht es ein ganzes Stück weit um Aufklärungsarbeit.

Mit Infos übers Essen und der Realisierung eines noch festzulegenden Projekts ist es in den 16 Tagen nicht getan. Die 24 Jugendlichen sollen die Stadt und deren Umgebung näher kennenlernen. „Gesundheitsaspekte spielten immer eine wichtige Rolle“, verweist Bürgermeister Stefan Streit auf den Titel Kneipp-Kurort.

Was es in der Burgstadt alles so zu sehen gibt: Der Geschichts- und Heimatverein ist der richtige Ansprechpartner. Vorsitzender Frank Bosse hat schon einige Ideen. Und auch der Förderverein Waldfreibad soll ins Boot geholt werden. Schließlich schlagen die Jugendlichen in der Badeanstalt die Zelte auf.

Die Kommunikation untereinander zu fördern, ist laut Bornstedt ein wichtiges Ziel. Der Weg werde kaum geradeaus führen. Schließlich handele es sich um Jugendliche, die „nicht so schnell an so einem Camp teilnehmen würden, schon gar nicht im Ausland, oder keine Chance dazu hätten“, sagt Till Wienke. Also Pro-blemfälle? Ralf Bornstedt verneint, überlegt einen Moment und sprich dann von „verhaltensoriginellen“ Jugendlichen, denen es vielleicht an Empathie fehle. „Die sollen ihre Potenziale entdecken und Freude daran finden.“

Wer 14 oder 15 Jahre alt ist und bei dem Workcamp gerne mitmachen will, sollte sich per E-Mail (wienke@mediencooperative-steinfurt.de) an Till Wienke wenden.

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