ewoca-Jugendprojekt in Tecklenburg
Gemeinsam Ziele umsetzen

Tecklenburg -

Einen Barfußlehrpfad für Kinder wollen Jugendliche aus Spanien, Litauen und Deutschland gemeinsam bauen. Dabei werden eventuelle Sprachbarrieren auch mit Händen und Füßen überbrückt. Los geht es am 23. Juli im Waldfreibad in Tecklenburg.

Donnerstag, 16.07.2015, 20:07 Uhr

Ralf Bornstedt ist zuversichtlich. „Es wird etwas bleiben. So viel ist jetzt schon sicher“. Am Mittwoch, 22. Juli, beginnt der Aufbau der Zelte im Waldfreibad in Tecklenburg . Einen Tag später, gegen 14 Uhr, wird dort auch Leben einkehren. Unter dem Thema „Healthy life“ werden Jugendliche aus Litauen , Spanien und Deutschland bis zum 6. August an einem europäischen Workcamp teilnehmen (ewoca; european workcamp).

Die Jugendlichen sind zwischen 14 und 16 Jahren alt. „Jedes Land stellt um die acht Teilnehmer“, erläutert Bornstedt, der im Kreisjugendamt die internationale Jugendarbeit im Kreis Steinfurt koordiniert, und das schon seit Jahren. Es gehe darum, „gemeinsam etwas zu erleben, etwas zu erstellen und sich auszutauschen.“

Die jungen Spanier kommen aus der Nähe von Valencia, die Litauer aus Telsiai und die deutschen Teilnehmer aus Westerkappeln und Tecklenburg. „Umgangssprache im Camp ist englisch“.

Gerade die erste Begegnung sei immer „sehr spannend, weil es fü r die meisten der erste richtige Auslandsaufenthalt ist“. Die Spanier kennen sich untereinander aus einem Jugendzentrum, ebenso die Litauer und die Deutschen.

„Ziel ist es, Bildung und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden“, beschreibt Bornstedt eine der Aufgaben. Es würden Jugendliche ausgewählt, die ansonsten kaum die Möglichkeit einer internationalen Begegnung hätten. Es gebe sogar Fälle, da sei viel „Überzeugungsarbeit notwendig“, um die Jugendlichen zur Teilnahme zu bewegen.

In Tecklenburg ist vorgesehen, gemeinsam einen Barfußlehrpfad für Kinder zu errichten. „Das Projekt haben wir in Abstimmung mit der Stadt entwickelt.“

Dazu können die Jugendlichen Gruppen wählen. „In der Küchengruppe zum Beispiel wird gemeinsam eingekauft. Es muss ein Plan entwickelt werden, was es wann geben soll. Auch wer was wann erledigt muss abgestimmt werden“, nennt Bornstedt ein Beispiel. Da sei „Austausch zwangsläufig notwendig“. Das gleiche gelte für die Baugruppe und die Mediengruppe, die etwa die Aktion per Film festhalten soll.

Die Jugendlichen werden von bis zu zwölf Teamern betreut. Einer von ihnen ist Salvador Martinez, der vor 17 Jahren als Europäischer Freiwilliger in Westerkappeln gearbeitet hat. Auch andere Teammitglieder haben schon als Teilnehmer bei ewoca Erfahrungen gesammelt.

„Etwa 80 bis 90 Prozent der Jugendlichen nehmen an allen drei Camps in einem Zyklus teil“, berichtet Bornstedt. Für 2016 sei ein Camp in Litauen geplant, für 2017 in Spanien. „Das ist schon ein bisschen wie Familie.“ Er wisse, dass über ewoca schon viele Kontakte quer durch Europa begründet worden sind.

Auch das Thema gesunde Ernährung werde in dem Camp eine wichtige Rolle spielen. „Viele Jugendliche kennen heutzutage kaum noch Kräuter oder können Gemüse-Sorten unterscheiden“.

Im Waldfreibad wird eine Wiese abgegrenzt. „Wir haben Zelte des VCP Velpe, in denen wir leben werden.“

Die bisherigen trinationalen ewoca-Projekte (2009 bis 2011 und 2012 bis 2014) seien sehr erfolgreich gewesen, betont Bornstedt. „Viele Jugendliche haben ihr Selbstbewusstsein gestärkt und erlebt, wie man gemeinsam etwas Nachhaltiges schaffen kann.“ Und: „Die Jugendlichen erleben gegenseitig, wie sie sich selbst weiterentwickeln“.

Zugleich gebe es erste Einblicke in die „kontinuierliche Arbeit, um ein Ziel zu erreichen.“ Das gelte für die Mitarbeit in allen Gruppen – Stichworte: Versorgen, bauen, dokumentieren.

Viele der Gäste nähmen Deutschland zum Beispiel als ein „grünes Land“ wahr. „Wir haben in einer Aktion in der Nähe von Valencia Bäume gepflanzt. Davon wird heute noch gesprochen.“ Und nicht nur die Bäume seien inzwischen ein Stück gewachsen.

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