Obstsortenmuseum Fliehburg in Brochterbeck
„Obstbäume können erlebt werden“

Tecklenburg-Brochterbeck -

Über 180 verschiedene Obstsorten können am Hermannsweg in Brochterbeck „erlebt“ werden. Die ANTL (Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land) hat dazu jetzt auch Informationstafeln aufgestellt.

Samstag, 18.07.2015, 09:07 Uhr

Tafeln im Obstsortenmuseum am Hermannsweg in Brochterbeck informieren über die „Geschichte“ vieler regionaler Bäume. Im Projekt „Obstarche“ konnten binnen eines Jahres 20 bisher unbekannte Apfel- und Birnensorten im Tecklenburger Land entdeckt werden (von links): Udo Schneiders, Geschäftsführer des Naturschutzstiftung des Kreises, Projektleiter Stephan Grote, ANTL-Vorstandsmitglied Irmgard Heicks und Landschaftsgärtner Karl-Heinz Löckener.
Tafeln im Obstsortenmuseum am Hermannsweg in Brochterbeck informieren über die „Geschichte“ vieler regionaler Bäume. Im Projekt „Obstarche“ konnten binnen eines Jahres 20 bisher unbekannte Apfel- und Birnensorten im Tecklenburger Land entdeckt werden (von links): Udo Schneiders, Geschäftsführer des Naturschutzstiftung des Kreises, Projektleiter Stephan Grote, ANTL-Vorstandsmitglied Irmgard Heicks und Landschaftsgärtner Karl-Heinz Löckener. Foto: Erhard Kurlemann

„Mit Äpfeln kann man den Vitamin C-Bedarf das ganze Jahr über decken“. In Lebensmittelhandel gebe es gut 20 marktgängige Sorten – je nach Nachfrage. „Über 60 Apfelsorten zeigen, wie unterschiedlich Äpfel schmecken können“, hebt der Leiter des Leader-Projekts Obstarche hervor, dessen Ergebnisse die Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL) für alle nachvollziehbar auf Informationstafeln im Obstsortenmuseum Fliehburg zusammengestellt hat.

„Wir wollen dafür werben, Obstbäume auch zu nutzen“, ergänzt Irmgard Heicks aus dem Vorstand der ANTL. Weil die Nutzung fehle, leide auch die Pflege. „Nutzung bedeutet gleichzeitig Erhalt“, sagt Landschaftsgärtner Karl-Heinz Löckener.

Das Leader-Projekt hat die Naturschutzstiftung des Kreises

Die Tafeln informieren unter anderem über Herkunft, Geschmack und Reifezeit.,

Die Tafeln informieren unter anderem über Herkunft, Geschmack und Reifezeit., Foto: Erhard Kurlemann

Steinfurt „gerne“ unterstützt, hebt deren Geschäftsführer Udo Schneiders hervor. Es leiste einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und Stärkung der Biodiversität (Artenvielfalt)“. Dabei würden gerade die Kulturpflanzen häufig vergessen. „Wir werden am Ball bleiben“, signalisiert Schneiders, dass auch eine Fortsetzung des Projekts gefördert werden könnte.

Der Standort des Obstsortenmuseums mit über 180 unterschiedlichen Obstsorten in der Nähe des stark frequentierten Hermannsweges sei „optimal“. Er biete Gelegenheit, „Obstbäume zu erleben“, berichtet Stephan Grote. Die ANTL habe noch nicht alle Flächen im Tecklenburger Land mit Blick auf Obstbäume kartiert. „Wir sind bei unserer Arbeit auch auf Hinweise angewiesen“, sagt Irmgard Heicks.

Äpfel stammten wahrscheinlich wie viele Kulturpflanzen aus Vorderasien. Die Römer dürften für ihre Verbreitung gesorgt haben. Die erste Pflege wurde wohl in den Klöstern geleistet“, erläutert Grote Eckdaten der Geschichte. Nach Bekanntwerden der Mendelschen Vererbungsgesetze dürfte es im späten 19. Jahrhundert eine Vermehrung der Sortenvielfalt gegeben haben. Durch zunehmende Spezialisierung seien im Laufe der Jahrzehnte viele ursprüngliche Arten verloren gegangen. „Heute werden unbekannte regionale Sorten in der Baumschule Fels in Westerkappeln gezielt vermehrt, um sie zu erhalten.“

Die ANTL vermarktet die Obsternte seiner Flächen unter anderem im ehrenamtlich geführten Laden in der Sägemühle an der Bahnhofstraße in Tecklenburg. Daneben werden auch Fruchtsäfte aus angeliefertem Obst hergestellt. Zudem gibt es einen öffentlichen Sammeltermin, diesmal am 26. September.

 

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