Jugendliche aus drei Nationen zu Gast
Camp weicht aus in die Turnhalle

Tecklenburg -

Laute Musik schallt aus der Küche der Hauptschule. Dort wird eifrig geschnippelt, gerührt und gekocht. Schließlich gilt es, rund 40 hungrige Jugendliche satt zu bekommen, die bereits ein paar Stunden draußen gearbeitet haben. Pünktlich zur Mittagszeit strömen sie herein. Von gefüllten Paprikaschoten, Pellkartoffeln und Kräuterquark bleiben so gut wie keine Reste. Das Kochteam freut´s. Die Jugendlichen beteiligen sich am Ewoca-Jugendcamp. Ewoca steht für „European Workcamp“.

Donnerstag, 30.07.2015, 22:07 Uhr

Ein Besuch beim Bürgermeister stand auf dem Programm der Jugendlichen. Ansonsten hatten sie bislang viel Arbeit. Alle fassen fleißig mit an. So ist es selbstverständlich, nach den Mahlzeiten alles gemeinsam zu spülen (kleines Bild).
Ein Besuch beim Bürgermeister stand auf dem Programm der Jugendlichen. Ansonsten hatten sie bislang viel Arbeit. Alle fassen fleißig mit an. So ist es selbstverständlich, nach den Mahlzeiten alles gemeinsam zu spülen (kleines Bild). Foto: Ruth Jacobus

Eigentlich haben die jungen Leute aus Litauen , Spanien und Deutschland ihr gemeinsames Quartier auf einer Liegewiese des Waldfreibads. Doch Sturm, gewitter und anhaltender Regen machten einen kurzfristigen Umzug nötig. Bis gestern Abend nutzten die Jugendlichen die Sporthalle an der Grundschule. Nun sind sie wieder zurück und genießen das schöne Areal des Freibads.

Das europäische Workcamp fördert eine längerfristige Zusammenarbeit von Jugendlichen und setzt auf Nachhaltigkeit. Deshalb ist es auf drei jahre angelegt. Die Jugendlichen, die jetzt in Tecklenburg aktiv sind, treffen sich im kommenden Jahr in Litauen und 2017 in Spanien. „95 Prozent der Teilnehmer bleiben auch drei Jahre dabei“, freut sich Ralf Bornstedt vom Kreisjugendamt. So könne man die Jugendlichen – sie sind zwischen 13 und 16 Jahre alt – in ihrer Persönlichkeit prägen.

Seit gut einer Woche sind die Jugendlichen in Tecklenburg. Ihr größtes Projekt: Sie legen im Kurpark einen kleinen Barfußpark an. Außerdem gibt es eine Mediengruppe, die täglich ein Camp-Zeitung erstellt – und die Kochgruppe. Der Barfußpark ist so gut wie fertiggestellt und soll am kommenden Donnerstag offiziell eingeweiht werden. In der nächsten Woche ist deshalb Zeit für Ausflüge und sportliche Aktivitäten.

Die Kochgruppe ist weiterhin gefragt. Neben dem Frühstück bereitet sie täglich zwei warme Mahlzeiten zu. Zu deren Teamleiterinnen gehören Nele Wieschebrock aus Brochterbeck und Ve Ratzlaff aus Westerkappeln, die 2014 ein Freiwilliges Soziales Jahr abgeleistet hatten und nun gerne mitmachen.

Das Schwierigste für sie: Erst einmal ein Gefühl für die Größenordnungen zu bekommen. Für 40 Leute zu kochen, ist schließlich keine Kleinigkeit. „Erst waren wir alle drei Stunden einkaufen. Jetzt reicht es an jedem zweiten Tag“, haben sie mittlerweile Erfahrung. Dass sie sich bei Antje Drewel regelmäßig eine Kiste mit Obst und Gemüse abholen können, freut sie besonders.

Am Montag gab es ein typisch deutsches Essen: Schnitzel und Kartoffelsalat. Gestern waren die Köchinnen aus Litauen an der Reihe, Spezialitäten zu kredenzen. Am nächsten Motag geht es spanisch zu.

Blieben die drei gruppen zunächst unter sich, haben sie sich mittlerweile vermischt und Freundschaften geknüpft. Litauisch, spanisch, deutsch und englisch klingt es durch die Küche. Man versteht sich.

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