Michael Groschek besucht die Festspielstadt
Der Minister fühlt sich „sauwohl“

Tecklenburg -

Gekommen ist er als Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen – und gegangen als „Fanclub-Mitglied von Tecklenburg“. Als liebenswert und märchenhaft schön bezeichnete Michael Groschek gestern die Festspielstadt. Er kenne eine ganze Reihe von Gemeinden, doch das Tecklenburg die Perle im Land und wie aus einem Märchenbuch sei, habe er nicht gewusst.

Mittwoch, 19.08.2015, 23:08 Uhr

Landesbauminister Michael Groschek (3. von links) ist Musical-Fan. Eine Kostprobe seiner Sangeskunst gab er auf der Freilichtbühne allerdings nicht, obwohl Bürgermeister Stefan Streit (2. von links), Intendant Radulf Beuleke (4. von links) und die Kommunalpolitiker sicherlich nichts dagegen gehabt hätten. Auch der SPD-Landratskandidat Stefan Giebel (5. von links) amüsierte sich.
Landesbauminister Michael Groschek (3. von links) ist Musical-Fan. Eine Kostprobe seiner Sangeskunst gab er auf der Freilichtbühne allerdings nicht, obwohl Bürgermeister Stefan Streit (2. von links), Intendant Radulf Beuleke (4. von links) und die Kommunalpolitiker sicherlich nichts dagegen gehabt hätten. Auch der SPD-Landratskandidat Stefan Giebel (5. von links) amüsierte sich. Foto: Ruth Jacobus

Bürgermeister Stefan Streit hörte das natürlich gerne. Er präsentierte dem Minister Projekte, die mit Städtebaumitteln des Landes gefördert worden sind. Dazu gehörte das Lichtinszenierungskonzept auf dem Burgberg (das ab September umgesetzt werden soll), das Wettbewerbsverfahren zum Hotel „Burggraf“ sowie der Umbau des Kulturhauses in ein modernes Kongresszentrum.

Michael Groschek ( SPD ) nahm sich Zeit und zeigte großes Interesse. Viele Fragen hatte er zum Beispiel an Intendant Radulf Beuleke . Die Freilichtspiele seien ein gemeinnütziger Verein, der sich Profi-Theater leiste mit einem Etat von 2,5 bis 2,6 Millionen Euro. Fünf fest Angestellte sowie Saisonkräfte würden die Arbeit stemmen. 80 Probentermine, über 70 Aufführungen, 60 Solisten pro Saison, rund 90 000 Besucher – diese Zahlen beeindruckten den Minister. „Verraten Sie mir, wie das hinzukriegen ist“, bat er.

Radulf Beuleke, ganz Mann vom Fach: „Ich fühle mich manchmal wie Hamlet. Sein oder nicht sein, das ist die Frage, die sich jeden Tag neu stellt.“ Die Bühne werde vom Ort getragen und akzeptiert. Beuleke betonte die große Harmonie der gesamten Bühnen-Mannschaft und hob hervor, dass die Tecklenburger alle Darsteller im Ort beherbergen würden.

Die Bühne sei aber auch ein „Armenhaus“. Der Mitbewerber Bad Hersfeld beispielsweise bekomme 500 000 Euro an Landeszuschüssen. Tecklenburg , dem größten Freilufttheater Deutschlands , gebe das Land nur 7500 Euro – als Personalkostenzuschuss. Die Bühne trage sich zu 98,7 Prozent selbst.

Zwar gehört die Kultur nicht in den Fachbereich von Michael Groschek, doch er bot spontan ein Gespräch in Düsseldorf an. Es gebe Fördermittel unterschiedlicher Stiftungen. Bei anderen Förderprojekten habe Stefan Streit bereits bewiesen, dass er eine Streitaxt sein könne. „Ihr Engagement ist beachtlich“, lobte der Minister Beuleke. Tecklenburg sei die wahre Musical-Hauptstadt in Deutschland.

Ein weiteres Gesprächsthema war die Umnutzung denkmalgeschützter Gebäude. Deshalb hatte der Bürgermeister den Minister sowie einige Kommunalpolitiker in die Gastwirtschaft „Edel & Weiß“ eingeladen. Das Fachwerkgebäude war früher ein Wohnhaus. Verwöhnt wurde die Besucherschar mit einem üppigen, bayerischen Drei-Gänge-Menü. „Dieser Tag wird für mich unvergesslich bleiben“ versicherte der Minister und fügte schmunzelnd hinzu: „Ich fühle mich hier sauwohl.“

Der anschließende Rundgang führte zunächst auf die Freilichtbühne. Weiter ging es zum Kulturhaus, wo Groschek sich vier Architektenentwürfe für den „Burggraf“ ansah. Im Anschluss nahm sich der Minister noch Zeit für einen Rundgang durch Brochterbeck.

Abschließend versprach Michael Groschek, wiederzukommen und mit seiner Tochter, die selbst in einem Musical-Chor singt, eine Aufführung auf der Freilichtbühne zu besuchen. „Und ich komme zur Grundsteinlegung, zum Richtfest und zur Eröffnung des Burggraf“, kündigte er schon einmal an.

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