Jazzmusik im Kulturhaus
Musiker sprengen jegliche Konventionen

Tecklenburg -

Mit dem „Masha Bijlsma Quartet“ und dem Orchester „Unijazzity“ verwöhnten am Sonntagnachmittag zwei herausragende Formationen im Kulturhaus mit ihrer kultivierten Spielweise die Liebhaber feinster Jazzmusik.

Montag, 12.10.2015, 21:10 Uhr

Masha Bijlsma und die Musiker verwöhnten die Besucher im Tecklenburger Kulturhaus mit feinster Jazzmusik.
Masha Bijlsma und die Musiker verwöhnten die Besucher im Tecklenburger Kulturhaus mit feinster Jazzmusik. Foto: Axel Engels

Den Anfang machte das Jugend-Jazz-Orchester Münsterland unter der Leitung des versierten Trompeters Christian Kappe, das mit seinem facettenreichen Klang und dynamischen Spiel bei traditionellen Jazzstandards überzeugte. Der leidenschaftliche Ausflug in die Welt des argentinischen Tangos riss jeden mit. Im Rahmen des Münsterlandfestivals bot dieses Konzert dem jungen Jazzorchester die Möglichkeit, gemeinsam mit der international erfolgreichen Jazzsängerin Masha Bijlsma und dem Posaunisten Bert Boeren aufzutreten.

Nachdem das Jazzorchester mit „I‘ll Tale Les“ von John Scofield und „Solar“ von Miles Davis seine Qualitäten zeigen konnte, ließ es beim „Libertango“ von Astor Piazolla seinen Gefühlen freien Lauf. Selten hat man diesen bekannten Tango in einer so klangfarbenreichen Interpretation gehört wie von diesem exquisiten Nachwuchsorchester.

Danach bewegte Masha Bijlsma mit ihrer warm timbrierten Stimme bei dem Klassiker „My Ship“ aus dem Broadwaymusical „Lady in the Dark“ von Kurt Weil das Publikum. Bert Boeren fügte diesem Lied mit dem innigen Klang seiner Posaune eine wunderbare Klangfarbe hinzu. Auch bei „ Moanin ‘“ war der musikalische Dialog zwischen Masha Bijlsma, Bert Boeren und dem Jazzorchester glänzend, spürte man die Freude am gemeinsamen Musizieren.

Der zweite Konzertteil war dem „Masha Bijlsma Quartet“ vorbehalten, das durch Bert Boeren zum Quintett erweitert wurde. Mit dem Pianisten Ed Baatsen, dem Schlagzeuger Dries Bijlsma und dem Bassisten Henk de Ligt hatte sie Musiker als Weggefährten, mit denen sie teils schon jahrzehntelang zusammenarbeitet. Diese gewachsene musikalische Symbiose machte das Konzert zu einem besonderen Erlebnis für die Jazzfans. Diese Formation sprengte jegliche Konventionen mit ihrer innovativen Spielkultur.

Die lebendigen Arrangements und die Spontaneität von Masha Bijlsma verströmten einen eigenen Zauber. Solch ein natürliches gemeinsames Musizieren erlebt man nur selten. Zwischen Swing und Mainstream leuchteten die Sterne von Blues und Soul. Masha Bijlsma zeigte sich als große Jazz-Sängerin. Die Songs erklangen mit leicht sinnlichem Esprit, fantasiereich mit Improvisationen bereichert. Dabei konnte man Zeit und Raum vergessen.

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