Produktion längst eingestellt
Kalkwerk wird abgerissen

Tecklenburg-Brochterbeck -

Der Abrissbagger hat bereits ganze Arbeit geleistet und die Silhouette des Kleebergs verändert: Das alte Kalkwerk wird abgerissen. Bis zum Jahresende soll es komplett verschwunden sein. „Es wird rückgebaut und das Gelände eingeebnet“, erläutert auf Anfrage dieser Zeitung Per Wasner, Werksleiter und Prokurist der Firma Calcis in Lienen.

Donnerstag, 10.12.2015, 06:12 Uhr

Bis zum Ende des Jahres soll das Kalkwerk komplett verschwunden sein. Die Silhouette am Kleeberg hat sich bereits verändert. Der Abrissbagger hat ganze Arbeit geleistet.
Bis zum Ende des Jahres soll das Kalkwerk komplett verschwunden sein. Die Silhouette am Kleeberg hat sich bereits verändert. Der Abrissbagger hat ganze Arbeit geleistet. Foto: Ruth Jacobus

Für das Grundstück sieht er durchaus Potenzial, will sich aber noch nicht öffentlich dazu äußern, was dort künftig geschehen wird. Man sei in Gesprächen mit der Politik.

Anfang des vergangenen Jahres sei die letzte Tonnage in Brochterbeck produziert worden, blickt Wasner zurück. Calcis hat von Brochterbeck aus die Düngemittelmärkte mit naturfeuchtem, kohlensaurem Kalk versorgt sowie dort Kalkhydrat hergestellt.

Vor sechs Jahren hatte Calcis Lienen das Werk in Brochterbeck von der Firma Kalkwerk H. Wallmeyer & Söhne übernommen. Diese hatte es 1957 erworben und ausgebaut. Die Abgrabungen wurden 1996 eingestellt, nachdem der östliche Kleeberg unter Naturschutz gestellt wurde. Das Rohmaterial für die Produktion musste herangeschafft werden.

Die Kalkproduktion hat im Tecklenburger Land eine lange Tradition. Urkundlich erwähnt wurde die Kalkgewinnung hier anno 1550, wie der Heimatforscher Friedrich E. Hunsche herausgefunden hatte.

In dem Buch „850 Jahre Brochterbeck“ hat sich Ludger Wallmeyer mit der Geschichte der Kalkgewinnung in Brochterbeck auseinandergesetzt und berichtet, dass die Brüder Andreas und Heinrich Wallmeyer 1881 in Dörenthe ein Kalkwerk gegründet haben. Auf dem westlichen Kleeberg stellten sie einen Brennofen auf, der 1906 in Betrieb genommen wurde. In der Tageszeitung hieß es damals: „Der produzierte Kalk ist seht gut und findet gute Abnahme.“ Und weiter: „In circa zehn Minuten kann man vom Dorf aus die Anlagen, die in der Nähe des Dörenther Weges liegen, erreichen und es ist sehr interessant, dieselben in Augenschein zu nehmen.“

1910 wurde Konkurs angemeldet. Heinrich Wallmeyer wagte später einen Neuanfang. 1950 wurde die Kalkwerk Brochterbeck GmbH gegründet und 1957 vom Dörenther Werk übernommen.

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