Gesamtschule Tecklenburg/Lengerich
„Künftig alle Abschlüsse möglich“

Tecklenburg -

Die gemeinsame Gesamtschule für Lengerich und Tecklenburg steht in den Startlöchern. In dem Konzept dazu wird von einem Auslaufen der Hauptschule ausgegangen. Was ist mit dem Gymnasium? Wie verändert sich die Schullandschaft im Burgstädtchen? Fragen über Fragen....

Mittwoch, 20.04.2016, 18:04 Uhr

Das Graf-Adolf-Gymnasium in Tecklenburg bleibt durch die „regionale Schulentwicklungsplanung unangetastet“, heißt es in der Erklärung der Bürgermeister von Lengerich, Tecklenburg und Lienen zur Gesamtschul-Entscheidung.
Das Graf-Adolf-Gymnasium in Tecklenburg bleibt durch die „regionale Schulentwicklungsplanung unangetastet“, heißt es in der Erklärung der Bürgermeister von Lengerich, Tecklenburg und Lienen zur Gesamtschul-Entscheidung. Foto: Wilhelm Schmitte

Ab dem Schuljahr 2017/18 soll es für Tecklenburg und Lengerich eine gemeinsame Gesamtschule geben. Das steht in einer gemeinsamen Mitteilung der Bürgermeister von Lengerich, Tecklenburg und Lienen. Weiter heißt es, die Realschulen in Lengerich und die Hauptschule in Tecklenburg liefen aus.

Bürgermeister Stefan Streit legt Wert auf die Feststellung, dass auch künftig in Tecklenburg alle Schulabschlüsse angeboten werden können. „Das erfolgreiche Konzept der Hauptschule wird weiterentwickelt in einer sich verändernden Schullandschaft.“ Es werde einen „geordneten Übergang“ geben, betont Streit.

Für die Hauptschule Tecklenburg hielt sich die amtierende Schulleiterin Angela Müller-Muthreich eher bedeckt. „Vieles ist denkbar. Wir als Hauptschule können uns vieles vorstellen“, kommentiert sie das bevorstehende Auslaufen der Hauptschule. Und: „Bei allen Entscheidungen muss es in erster Linie um die Kinder gehen. Die müssen ihren Abschluss in Ruhe und verlässlich machen können.“

Streit unterstützt diese Stellungnahme. Es müsse ausgelotet werden, welche Kooperationsmöglichkeiten es zwischen den einzelnen Schulen geben könne. Für Tecklenburg sehe er eine neue „Win-Win-Situation“.

Ob eine Gesamtschule mit einem Teilstandort positive Auswirkungen auf die von der Stadt zu tragenden Schülerfahrtkosten hätte – der Bürgermeister lässt das offen, will aber einen „geringen positiven Effekt“ nicht ausschließen. Nach der Information der Fraktionen sieht Streit jetzt den Stadtrat am Zug. „Dort müssen die Entscheidungen fallen“, angefangen mit der Organisationsform für eine sechszügige Gesamtschule.

Begleitet werde der weitere Prozess von Dr. Detlef Garbe, einem Profi in Sachen Schulentwicklungsplanung. Dass der Rat bis zu den Sommerferien eine Entscheidung treffen will, bezeichnet der Bürgermeister als wünschenswert. Dass dazu Sondersitzungen notwendig sein könnten, will er nicht ausschließen.

„Wir freuen uns über die klare Aussage zugunsten der beiden Gymnasien.“ Raimund Pfohl , Direktor des Graf-Adolf-Gymnasiums in Tecklenburg, reagiert erfreut auf die „absehbare Schulentwicklung“. Der Rat der Stadt Tecklenburg habe in der Diskussion um die Gesamtschule klar Position bezogen. „Beim Tag der offenen Tür haben wir über die Arbeit des Gymnasiums informiert“, erläutert der Schulleiter. In der später folgenden Anmeldewoche „haben die Eltern durch 111 Anmeldungen deutlich unterstrichen, dass die Schulform Gymnasium gewünscht ist und von den Eltern unterstützt wird.“

Die Zahlen lagen nach den Worten Pfohls erheblich über denen der Vorjahre und „auch über allen in Prognosen gehandelten Schülerzahlen – ein Zeichen für den Standort Tecklenburg“.

Pfohl hebt hervor, dass die klare Position der Stadt auch dazu beigetragen habe, „den Eltern viele Sorgen“ zu nehmen. In der Diskussion seien Beeinträchtigungen für die Zukunft der Schule befürchtet worden. „Es gab viele Gerüchte.“

Im weiteren Verfahren werde sich zeigen, so Streit, ob die Gesamtschule Saerbeck als Standort gefährdet wäre. Er habe den Eindruck gewonnen, die Bezirksregierung habe die drei Kommunen Lengerich, Tecklenburg und Lienen in ihrem Vorgehen unterstützt. Wenn damit Probleme für Saerbeck einhergehen würden, hätte es diese Signale wohl nicht gegeben. Er habe allerdings Verständnis, sollte Bürgermeister Wilfried Roos in Saerbeck die Situation anders bewerten.

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