Ausstellung im Rathaus: Krankheitsbedingte Mangelernährung
Ein Katheter kann Leben retten

Tecklenburg -

Bei 55 Millionen angemeldeten Kraftfahrzeugen zählt die Statistik 3400 Verkehrstote pro Jahr n Deutschland. Bei 550 000 Krebsdiagnosen sind es aber 50 000 Menschen, die jährlich an krankheitsbedingter Mangelernährung sterben. „Das ist ein Skandal“, sagt Professor Dr. Markus Samin. Der Mediziner gehört zu den Mitbegründern der 2014 auf Haus Marck ins Leben gerufenen Deutschen Stiftung Krankheitsbedingte Mangelernährung, die eine Wanderausstellung entwickelt hat, die jetzt im Tecklenburger Rathaus zu sehen ist.

Dienstag, 03.05.2016, 16:05 Uhr

Staffelübergabe im Rathaus: Professor Dr. Markus Masin (rechts) und seine Wissenschaftliche Mitarbeiterin Michaela Scheer eröffneten gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Streit die Ausstellung zum Thema krankheitsbedingte Mangelernährung, die zuvor in Ibbenbüren zu sehen war.
Staffelübergabe im Rathaus: Professor Dr. Markus Masin (rechts) und seine Wissenschaftliche Mitarbeiterin Michaela Scheer eröffneten gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Streit die Ausstellung zum Thema krankheitsbedingte Mangelernährung, die zuvor in Ibbenbüren zu sehen war. Foto: Michael Schwakenberg

Krankheitsbedingte Mangelernährung entsteht, wenn Menschen aufgrund einer Erkrankung oder wegen altersbedingter Einschränkungen nicht mehr richtig essen und trinken können oder der Körper die Nahrung nicht verwerten kann. Samin weiß von Patienten zu berichten, die im „präfinalen Stadium“, also quasi dem Tode geweiht, zu ihm kamen und heute wieder voll arbeiten können. „Dieses Thema wird aber nicht von den Krankenkassen mitgetragen“, beklagt Samin. Oftmals reiche ein Katheter , um die Patienten dauerhaft mit Infusionen zu versorgen und dadurch die durch Stoffwechselstörungen oder schwere Darmerkrankungen hervorgerufenen Mangelerscheinungen zu beheben.

Die Stiftung hat sich laut Masin ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Deutschland flächendeckend mit Zentren auszustatten. So sollen in jedem Bundesland je nach Größe ein oder zwei stationäre Zentren in Zusammenarbeit mit bestehenden Kliniken aufgebaut werden. Außerdem will die Stiftung als Trägerin selbst bundesweit 20 ambulante Zentren mit angestellten Ärzten errichten. Durch die Arzthonorare soll die Behandlung der Mangelernährung mitfinanziert werden.

„Die Zahlen sind erschreckend, das Thema gehört in die Öffentlichkeit“, pflichtete der Bürgermeister dem Mediziner bei. Er wünscht sich, dass möglichst viele Tecklenburger die sechs Tafeln in Augenschein nehmen und für das Thema sensibilisiert werden.

► Die Ausstellung ist bis Ende Mai im Rathaus zu sehen und wird im Laufe des Jahrs noch in den Rathäusern von Lienen (Juni), Recke (September), Westerkappeln (Oktober) und Lengerich (November) zu besichtigen sein. 

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