Theater-AG inszeniert „Die zweite Frau“
Rebeccas langer Schatten

Tecklenburg -

Als „Rebecca-Syndrom“ gilt in der modernen Psychologie eine krankhafte Eifersucht auf Ex-Partner aktueller Lebensgefährten. Daphne du Mauriers Roman „Rebecca“ aus dem Jahr 1938 kombiniert die Unsicherheit vor den Schatten vergangener Beziehungen mit einer effektvoll übersteigerten Idealisierung der Ex-Gattin durch die Hausdame Mrs. Danvers. Auf dem Landsitz Manderley hält sie in Worten und Werken die Erinnerung an Rebecca wach und bremst die zweite Frau Maxim de Winters gekonnt abwertend aus.

Donnerstag, 30.06.2016, 20:06 Uhr

Mimik, Gestik und Handeln der Figuren, im Bild Rabea Decker und Natalie Helgert, vermittelten dem Publikum eine Vorstellung davon, was sich hinter ihrer Fassade abspielt.
Mimik, Gestik und Handeln der Figuren, im Bild Rabea Decker und Natalie Helgert, vermittelten dem Publikum eine Vorstellung davon, was sich hinter ihrer Fassade abspielt. Foto: Teck

Zwischen diese beiden Pole wurde auch das begeisterte Publikum der Inszenierung „Die zweite Frau“ am Mittwoch- und Donnerstagabend im Graf-Adolf-Gymnasium versetzt.

Der Literaturkurs der Jahrgangsstufe Q1 unter der Regie von Kerstin Plikat-Schlingmann hat den Roman von Daphne du Maurier , der 1940 von Alfred Hitchcock erfolgreich verfilmt wurde, in ein überzeugendes Bühnenstück verwandelt. Die Besetzungen in den Hauptrollen vermittelten ein stimmiges Bild mit einer Mischung aus Charakterstudie, Krimi und Komödie. Die Zuschauer waren begeistert.

Dem Ensemble gelang eine subtile Dramaturgie, die sich effektvoll steigerte und den Zuschauer mehr und mehr in den Bann zog. Mimik, Gestik und Handeln der Figuren vermittelten dem Publikum die Vorstellung des Unbekannten hinter der Fassade.

Ort der Handlung ist Manderley , ein elegantes Schloss an der Küste Cornwalls , das im Besitz Maxim de Winters ist, der seine erste Frau Rebecca durch einen Bootsunfall verlor. In Monte Carlo trifft er die schüchterne Begleiterin einer reichen Amerikanerin. Nach kurzer Zeit wird sie seine zweite Ehefrau und begleitet ihn nach Manderley.

Dort ist Mrs Danvers in allen Belangen am Ruder und sorgt nicht nur für einen frostigen Empfang, sondern auch für wirkungsvoll dosierte Negativ-Akzente im Alltagsleben: Für die neue Mrs. de Winters erscheint Rebecca zunächst auf allen Ebenen unerreichbar

An beiden Abenden zeigte das Ensemble sehr überzeugende schauspielerische Leistungen, untermalt von einer stimmungsvolle Manderley-Atmosphäre in Bühnen- und Kostümbild sowie durch Sound- und Lichteffekte. Mit der Erkenntnis, dass Heilung vom Rebecca-Syndrom offenbar möglich ist, verließen die Besucher das GAG.

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