Bundestagsabgeordnete möchte erneut kandidieren
Anja Karliczek will in Berlin bleiben

Tecklenburg-Brochterbeck -

Die große Politik, sie macht ihr richtig Spaß. „Gerade wenn die Zeiten komplizierter sind und die Stimmung nicht so gut. Man muss richtig kämpfen, um die Leute aufzuklären und die Ärmel hochkrempeln.“ Anja Karliczek strahlt, wenn sie das sagt. Die Freude an der Politik nimmt man ihr ab.

Donnerstag, 18.08.2016, 06:08 Uhr

Anja Karliczek hat Freude an der großen Politik. Die Finanzen beziehungsweise die Renten sind ein Schwerpunktthema der Brochterbeckerin.
Anja Karliczek hat Freude an der großen Politik. Die Finanzen beziehungsweise die Renten sind ein Schwerpunktthema der Brochterbeckerin. Foto: Monika Gerharz

Die große Politik, sie macht ihr richtig Spaß. „Gerade wenn die Zeiten komplizierter sind und die Stimmung nicht so gut. Man muss richtig kämpfen, um die Leute aufzuklären und die Ärmel hochkrempeln.“ Anja Karliczek strahlt, wenn sie das sagt. Die Freude an der Politik nimmt man ihr ab. Die CDU-Bundestagsabgeordnete aus Brochterbeck ist seit drei Jahren in Berlin . Wer sie fachsimpeln hört über Renten und betriebliche Altersvorsorge , Erbschaftssteuer und den Kapitalmarkt, der merkt: Anja Karliczek ist in Berlin nicht nur angekommen, sie hat sich bereits gründlich eingearbeitet.

Gestern Mittag nahm sie sich Zeit für ein ausgiebiges Pressegespräch. Dass es dabei unter anderem um Rententhemen geht, liegt auf der Hand. Schließlich ist sie im Finanzausschuss des Bundestages sowie im Tourismusausschuss. Nach dem ersten Jahr, gibt sie unumwunden zu, habe sie gedacht, sie müsse nach ihrer ersten Legislaturperiode nicht unbedingt weitermachen. Von Tecklenburg nach Berlin, dass sei damals ein großer Sprung gewesen, erzählt sie. Die Art der Arbeit sei anders. In Tecklenburg gebe es kleine Strukturen, man kenne die Leute.

Doch sie hat sich längst in Berlin eingelebt, hat Kontakte geknüpft, ist in Strukturen hineingewachsen, wird eingebunden. „Seitdem macht es Spaß.“ Auch wenn es ihr nach wie vor schwer falle, eine Woche weg zu sein von ihrer Familie. Eine Woche Berlin, eine Woche im heimischen Wahlkreis – so läuft es im Bundestag.

Für die Brochterbeckerin steht es längst fest: „Ich möchte weitermachen.“ Und sie kann sich durchaus vorstellen, auch einmal eine Führungsposition zu übernehmen. Da werde sie nicht nein sagen. „Dafür macht man Politik.“

Aber zurück zur aktuellen Legislaturperiode. „Wir haben eine Menge auf den Weg gebracht“, sagt sie selbstbewusst. Das gelte auch in der Flüchtlingspolitik. Sie verweist auf die große Reform des Asylrechts. „Wir haben verstanden und suchen nach Lösungen“, versichert die Abgeordnete. Es spitze sich zu. Viele würden sagen „jetzt macht mal“. Aber das sei nicht so einfach. Das gelte auch generell in der Politik. „Es wird nicht alles mit Liebe gemacht, sondern auch unter Zwängen.“

Man wolle den Flüchtlingen helfen, aber nicht, dass sie alle hierbleiben. „Die Sorge kann man den Menschen nehmen. Die meisten Flüchtlinge gehen gerne in ihre Heimat zurück, wenn dort Frieden herrscht.“ Die Menschen aufzuklären, alles zu tun, damit die Radikalisierung aufhöre, ist eine Herzensangelegenheit von Anja Karliczek.

Die Brochterbeckerin hat auch ein anderes Thema zu ihrem Arbeitsschwerpunkt gemacht. Als Mitglied im Tourismusausschuss weiß sie um den Fachkräftemangel im Hotelgewerbe. Es gebe mittlerweile eine Spreizung: Hotellerie mit Selbstbedienungsservice und wenig Personal, und höherwertige Häuser. Sie glaube, dass das Personal im Gastgewerbe wieder mehr verdienen werde. Der Preis steige, weil es weniger Leute in diesem Bereich gebe. Eine vernünftige Aus- und Weiterbildung ist Anja Karliczek wichtig. Sie weiß, wovon sie spricht, ist nur Diplom-Kauffrau, sondern auch Hotelfachfrau. War im familieneigenen Hotel „Teutoburger Wald“ in Brochterbeck in leitender Funktion tätig.

Nun ist sie genau dort Gastgeberin des sommerlichen Pressegesprächs, bei dem sie die aktuelle Tecklenburger Kommunalpolitik nicht kommentieren möchte. „Wenn alles klappt, was versprochen wurde, dann ist es gut“, ist ihr zu entlocken.

Am Herzen liegt ihr die Heimatstadt natürlich immer noch, schließlich ist sie weiterhin CDU-Stadtverbandsvorsitzende. „Wenn es irgendwie machbar ist, bin ich bei jedem, CDU-Stammtisch dabei, erzählt sie. Zudem stehe sie in regem Kontakt zum Fraktionsvorsitzenden.

Sie liebe es immer noch, in kleinen Runden zu diskutieren, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Auch wenn sie das Reden im großen Berliner Plenarsaal, bislang sechs Mal – genieße. „Das ist etwas Besonderes.

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