Therapiebegleithund
Käthe sorgt für gute Laune

Tecklenburg-Brochterbeck -

Käthe ist gebürtige Brochterbeckerin, genauer gesagt stammt sie von einem Bauernhof. Sie ist eine hübsche junge Dame, wohlerzogen und kontaktfreudig. Eineinhalb Jahre ist sie alt und ein Vierbeiner. Käthe ist ein Mix aus Retriever, Labrador, Schäferhund und Collie. Trotz ihres jungen Alters hat sie bereits eine Ausbildung hinter sich: Sie ist Therapiebegleithund und hat Zuhause und Arbeitsplatz bei Nathalie Bäumer.

Donnerstag, 15.09.2016, 21:09 Uhr

Nathalie Bäumer und Käthe: Die Hündin kennt bereits so einige Tricks und kann sogar würfeln. Die Logopädin setzt sie in Therapiestunden ein.
Nathalie Bäumer und Käthe: Die Hündin kennt bereits so einige Tricks und kann sogar würfeln. Die Logopädin setzt sie in Therapiestunden ein. Foto: Ruth Jacobus

Die Logopädin, die mit Hunden groß geworden ist, hatte schon länger vor, in ihrer Praxis mit einem Therapiebegleithund zu arbeiten. In Käthe hat sie dafür den richtigen Vierbeiner gefunden. Bei der Steinfurter Akademie für tiergestützte Therapie in Laer haben Nathalie Bäumer und Käthe die Ausbildung absolviert und die Prüfung bestanden.

An sechs Wochenenden drehte sich alles um den Hund – in Praxis und Theorie. Sei es Erste Hilfe am Hund, Ernährung, Tierschutz oder Körpersprache – kein Bereich wurde ausgespart. Was Nathalie Bäumer besonders am Herzen liegt, ist das Beziehungsdreieck Therapeut, Klient, Hund. „Käthe fördert eine angenehme Atmosphäre, der Klient ist entspannter“, schildert die Logopädin.

Der Hund ist das schwächste Glied in der Kette, derjenige, dem zum Beispiel ein Kind etwas beibringen kann – was wiederum das Selbstbewusstsein enorm steigert. Für die Therapeutin ist es zudem aufschlussreich zu sehen, wie der Klient, zum Beispiel ein Kind, mit jemandem umgeht, der schwächer ist.

Es sei nachgewiesen, dass sich die Anwesenheit eines Tieres positiv bei Angst und Schmerz auswirke, die Konzentration werde gefördert und die Lernatmosphäre sei entspannt, schildert die Logopädin.

Käthe kann unter anderem würfeln. Je nachdem, welches Bild auf dem Würfel oben liegt, muss ein Kind zum Beispiel Wörter mit „t“ sagen. „Der Hund bekommt ein Leckerchen und das Kind hat später viele Wörter geübt“, schildert Nathalie Bäumer. Der Zahlenwürfel zeigt dem Kind, wie oft es eine Schluckübung machen soll. „Die Kinder machen das nicht für mich, sondern für den Hund.“ Für die Kinder werde es viel kurzweiliger und es lasse sich schneller eine Beziehung aufbauen, erzählt die Logopädin. Sie selbst müsse dabei viel beobachten: nicht nur das Kind, sondern auch den Hund. „Ich muss ihn jederzeit im Auge haben“, erläutert sie. „Ich sehe, wie es ihm geht und er zeigt mir, wenn er etwas nicht mag.“

„Käthes Spezialfähigkeit ist das Fressen“, benennt die Brochterbeckerin etwas, mit dem sich arbeiten lässt. Der Hund ist gefordert, wenn er an ein Leckerli kommen will. Zurzeit wird am Kontaktliegen gearbeitet. „Das heißt, dass Käthe sich auf oder neben einen Patienten legt, um dessen Körperwahrnehmung zu verbessern.“

Die Arbeit mit Käthe bereitet Nathalie Bäumer sichtlich viel Freude. Es macht ihr Spaß, mit dem neugierigen jungen Hund zu trainieren. Und Spaß und Freude sollen auch ihre Klienten haben. Mit Käthe vergehen die Therapiestunden wie im Flug, erzählt die Logopädin. Und dem Hund gefällt es, wenn er Frauchen gefällt.

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