Veranstaltungen zur Reformation
Martin Luther im Fokus

Tecklenburg -

Ob Martin Luther seine 95 Thesen gegen die Missstände in der katholischen Kirche am 31. Oktober 1517 tatsächlich an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt hat, wurde nie geklärt. Fest steht: die Thesen wurden gedruckt, verbreiteten sich schnell in ganz Deutschland und bildeten den Beginn der Reformation.

Dienstag, 18.10.2016, 07:10 Uhr

Fünf Jahrhunderte Reformationsgeschichte, Martin Luther und die Auswirkungen im Tecklenburger Land werden in verschiedenen Vorträgen beleuchtet.
Fünf Jahrhunderte Reformationsgeschichte, Martin Luther und die Auswirkungen im Tecklenburger Land werden in verschiedenen Vorträgen beleuchtet. Foto: epd

Rund 500 Jahre ist das her, und damit rücken Martin Luther und die Geschehnisse seiner Zeit wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Gesprochen wurde darüber – zumindest unter den Initiatoren der „Tecklenburger Gespräche“ und den Mitgliedern des Geschichts- und Heimatvereins (GHV) Tecklenburg – schon im Herbst 2015. Schnell waren sie sich darüber im Klaren, so GHV-Vorsitzender Frank Bosse , dass das Luther-Jahr Anlass für sowohl konfessions- als auch Institutions-übergreifende Veranstaltungen sein solle. Die Programme stellten sie jetzt im Pressegespräch vor.

Mit den „Tecklenburger Gesprächen“ schaffen die katholische und die evangelische Kirchengemeinde ein Forum, das über aktuelle und bedeutsame Fragen aus Kirche, Gesellschaft, Familie und mehr informiert. Da lag es nahe, das Jahr 2017, das in der Ökumene ein besonderes ist, auch im Veranstaltungsprogramm aufzugreifen. Die Texte und Gespräche, so Dr. Heinrich Winter, nähmen Bezug auf das Bewusstsein der Menschen in Luthers Zeit und stellten die Frage, „Was denke ich heute?“.

Los geht es am Donnerstag, 20. Oktober, um 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus mit einem Referat von Professorin Dr. Dorothea Sattler zum Thema „Auf ewig getrennt? Möglichkeiten und Grenzen der Ökumene“. Die Rednerin ist Professorin für Ökumenische Theologie im Fachbereich Katholische Theologie an der Universität in Münster.

Am Donnerstag, 11. November, um 19.30 Uhr wird Superintendent a.D. Hans Werner Schneider Stellung beziehen zum Thema „Am Vorabend der Reformation – Menschen auf der Suche nach einem gnädigen Gott“. Auch dieser Vortrag findet im evangelischen Gemeindehaus statt.

Am Donnerstag, 19. Januar, referiert um 19.30 Uhr im „Treffpunkt“ Professor Dr. Klaus Müller unter dem Motto „Gott neu denken – Eine kleine Provokation mit Folgen.“

Der Geschichtskreis im Tecklenburger Geschichts- und Heimatverein geht in 100-Jahre-Schritten durch das damalige Geschehen. So referiert am 31. Januar um 19 Uhr Professor Dr. Dr. Harm Klueting über „Die Grafschaft Tecklenburg zwischen katholischem Glauben und reformiertem Bekenntnis: Graf Otto IX. – Tecklenburger Kirchenordnung 1543 – Tecklenburger Kirchenordnung 1587/88“. Klueting ist Doktor der Philosophie (Slavistik) und der evangelischen Theologie. 2004 konvertierte er zum katholischen Glauben und wurde 2011 zum Priester geweiht. Er ist im Fach Neuerer Geschichte habilitiert und lehrt an der Universität Köln . Sein Vortrag wird die profangeschichtliche Seite der Einführung der Reformation in der Grafschaft Tecklenburg in den Vordergrund rücken.

Am 28. März um 19.30 Uhr spricht Dr. Stephanie Marra zu „Allianzen, Heiratspolitik und Residenzkultur des Hauses Bentheim-Tecklenburg in der Frühen Neuzeit“. Seit 2012 leitet sie das Archiv der Universität Dortmund.

Am 30. Mai um 19.30 Uhr greift Josef Bröker das Thema „Modifikationen der oranischen Konfessionspolitik durch Preußen in der Obergrafschaft Lingen im 18. Jahrhundert“ auf.

Am 20. Juli um 19.30 Uhr findet im Haus des Gastes eine Reflexion im kleinen Kreis unter Moderation von Dr. Alfred Wesselmann und Heinrich Pelle statt.

Am 5. September um 19.30 Uhr geht es bei Philip Prinzmeier um „Das Reformationsjubiläum 1917 im Kirchenkreis – Jubelfeier und Erster Weltkrieg“. Am 10. Oktober um 19.30 Uhr referiert Professor Dr. Frank-Michael Kuhlemann zum Thema „Reformationserinnerung im Wandel. Zur Rezeptionsgeschichte Martin Luthers und der deutschen Reformation 1817 bis 2017“.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4375991?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F187%2F4852192%2F4852195%2F
Nachrichten-Ticker