Ausstellung „Historische Spiele“
Bei Zanksucht 40 Felder zurück

Tecklenburg-Leeden -

Gemütlich zusammen sitzen, den Fernseher aus lassen und stattdessen spielen. Das ist ebenso unterhaltsam wie entspannend. Ob Klassiker wie „Mensch ärgere Dich nicht“ oder Kartenspiele wie Doppelkopf – „Spiele sind wieder im Kommen“, weiß Melanie Bohne. Beim Spieleabend des Heimatvereins seien jung und alt gekommen. Und gerade das mache Spaß. Und habe noch einen positiven Nebeneffekt: „Man lernt, andere gewinnen zu lassen, ohne beleidigt zu sein.“

Freitag, 24.03.2017, 20:03 Uhr

Über 80 Exponate präsentiert der Heimatverein im Stiftsmuseum. Melanie Bohne und Rudolf Rogowski zeigen die große Vielfalt der Spiele. Dazu gehört auch „Miraculum“ (rechts), das magnetbetrieben ist.
Über 80 Exponate präsentiert der Heimatverein im Stiftsmuseum. Melanie Bohne und Rudolf Rogowski zeigen die große Vielfalt der Spiele. Dazu gehört auch „Miraculum“ (rechts), das magnetbetrieben ist. Foto: Ruth Jacobus

Spiele stehen auch im Mittelpunkt der nächsten Sonderausstellung des Heimatvereins im Stiftsmuseum, die am Sonntag, 2. April, um 14 Uhr eröffnet wird. Zu sehen sind über 80 historische Exponate. Nach Aufrufen in dieser Zeitung haben sich beim Heimatverein Menschen aus der gesamten Region, aus Lienen und Mettingen , Ladbergen und Lengerich gemeldet und Spiele zur Verfügung gestellt, freut sich der Vorsitzende Rudolf Rogowski .

„Das kenne ich noch aus meiner Kindheit“, wird sicherlich so mancher Besucher der Ausstellung sagen. Oder auch darüber staunen, was früher gespielt wurde. „Reise in die Ewigkeit“ heißt das älteste Exponat aus dem Jahr 1902. Wer würfelt und mit seinem kleinen Kegel auf ein gelbes Feld gerät, muss wieder zurücksetzen. Denn Gelb steht für schlechte Eigenschaften wie Eitelkeit, Trägheit, Missgunst, Geschwätzigkeit oder Zanksucht . Die blauen Felder bringen die Spieler weiter nach vorne, denn sie stehen für Gottvertrauen, Dankbarkeit, Gehorsam oder ein andächtiges Gebet. Bis Anfang der 1960er Jahre wurde das Spiel im katholischen Münsterland verkauft „und fand guten Absatz“, wie Rogowski weiß.

Aus den 1930er Jahren kommt „Miraculum“, ein Frage-Antwort-Spiel, das magnetbetrieben die richtige Lösung zeigt: „Welcher Held ist kein Held?“ Der Pantoffelheld.

Dass es nicht nur Autoquartette gab, zeigen andere Beispiele. Da geht es um Bibelwissen, Dichter und Komponisten. Aber auch um dunkle Kapitel der Geschichte. Da müssen Fragen beantwortet werden aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, zum Beispiel nach dem SS-Führer. Aus dem Jahr 1940 stammen selbst gebaute Schachspiele eines Soldaten.

Ansonsten ist die historische Spielesammlung bunt gemischt, reicht von Verkehrserziehung über Monopoly bis zu einer Art Schützenfestpuzzle. Apropos: Puzzle gab es früher auch schon – doch sie hießen Pössel.

Die Sonderausstellung „Historische Spiele“ ist die vierte, die der Heimatverein zeigt. Sammeltassen, Schürzen und das Schützenwesen waren in den vergangenen Jahren zu sehen. Dieses Mal dürfen die Besucher auch aktiv werden und an einem Spieletisch Platz nehmen. Bei schönem Wetter werden auch draußen Spiele wie ein Riesen-Mikado angeboten.

Geöffnet ist die Ausstellung an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr. Termine für Gruppen können mit dem Heimatverein vereinbart werden unter ✆  0 54 81/37 843.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4724426?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F187%2F4852188%2F4852189%2F
Ist in Münster Platz für Lastenräder?
Pro & Contra: Ist in Münster Platz für Lastenräder?
Nachrichten-Ticker