Arnold Maria Dünnwald
Die Kunst als Lebensinhalt

Tecklenburg -

Unzählige Bilder hat Arnold Maria Dünnwald gemalt. Wunderschöne Landschaftsgemälde, beeindruckende Porträts und Stillleben – und immer wieder Tecklenburger Motive. Dem im Jahr 2004 verstorbenen Künstler ist eine Ausstellung in der Legge gewidmet. Der Geschichts- und Heimatverein (GHV) möchte ihm damit die Aufmerksamkeit schenken, die ihm gebührt. Cornera Dünnwald, die Ehefrau des Künstlers, hat die Bilder zur Verfügung gestellt.

Sonntag, 23.04.2017, 18:04 Uhr

Das Gemälde „Weihnacht“ fällt sofort ins Auge. Bei der Ausstellungseröffnung durch Edda Strohmenger und Ulrike Middendorf (von links) war es der Blickfang. Ebenfalls zu sehen ist der Blick auf Tecklenburg (kleines Bild).
Das Gemälde „Weihnacht“ fällt sofort ins Auge. Bei der Ausstellungseröffnung durch Edda Strohmenger und Ulrike Middendorf (von links) war es der Blickfang. Ebenfalls zu sehen ist der Blick auf Tecklenburg (kleines Bild). Foto: Ruth Jacobus

Zu sehen sind zahlreiche Bilder, die in Tecklenburg noch nicht bekannt sind, erläuterte am Freitagabend bei der Vernissage Edda Strohmenger, zweite Vorsitzende des GHV. Sie schilderte die Liebe des Künstlers nicht nur zur Malerei, sondern auch zur Gartengestaltung. Seine Gabe zur Komposition habe sich in beidem wiedergefunden. Auch sein Garten am Meesenhof sei ein klar strukturiertes Kunstwerk gewesen.

Michael und Sigrid Heimann hätten die Idee zu der Ausstellung in der Legge gehabt. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des GHV sowie der Kunsthistorikerin Dr. Ulrike Middendorf habe man den Dachboden des Hauses, in dem der Künstler gelebt hat, nach seinen Schätzen durchsucht. Herausgekommen ist nicht nur die sehenswerte Ausstellung sondern auch ein hundertseitiges Buch mit dem Titel „Malend fühle ich mich wohl“. So ist auch die Ausstellung überschrieben.

Ulrike Middendorf ging auf das bewegte Leben des 1917 in Koblenz geborenen Künstlers ein. Das Talent und die Lust zum künstlerischen Gestalten hätten sich bei Dünnwald schon in jungen Jahren gezeigt. Das Reich der Fantasie habe er verlassen, um seinem eigenen Naturell zu folgen: dem Zeichnen nach der Natur. „So entstanden schon damals zahlreiche Porträts. Und noch im Sommer 1964 habe ihm der Tecklenburger Kunsterzieher Jo Förster-Plauen bestätigt, seine Bildnisse zeichneten sich durch eine „geradezu lächerliche Ähnlichkeit“ aus, zitierte die Kunsthistorikerin den Maler.

Im Zweiten Weltkrieg landete der damalige Offizier nach einer Verwundung im Lazarett in Dresden – und nutzte die Gelegenheit, an der dortigen Kunstakademie zu hospitieren. Aus dieser Zeit gebe es Akt- und Porträtstudien, die das damalige akademische Ideal beschworen, schilderte Ulrike Middendorf: „Makellose Könnerschaft, minutiöse Sorgfalt und Genauigkeit, feinst abgestufte Licht- und Schattenvaleurs und Farbübergänge.“

Im Herbst 1945 zog Arnold Maria Dünnwald nach Tecklenburg. Dort vollendete er 1946 ein anspruchsvolles großes Figurenbild, das er mit „Weihnacht“ betitelte. „Er hatte die Gesichter und Gestalten nach ortsansässigen Bewohnern und Flüchtlingen gemalt. Das Kunstwerk, ein Jahr nach Kriegsende entstanden, ist mit seinem neuen Lebenslicht ein erstaunliches Zeugnis der freudigen Existenzbejahung und erweckt den Eindruck, als habe sein Schöpfer wider alle Wahrscheinlichkeiten die Kriegsjahre ohne Trauma überstanden“, ging die Kunsthistorikern auf ein wesentliches Werk Dünnwalds ein, das ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist.

Drückende finanzielle Sorgen führten dazu, dass sich der Künstler und Familienvater 1958 bei der Bundeswehr meldete und Offizier wurde. Dadurch abgesichert, fand er weiterhin Zeit genug, um zu malen. „Eine neue Art heiterer und farbenfroher Landschaftsaquarelle entsteht, unbekümmert wie nie zuvor und danach“, schildert die Expertin und zitiert den Künstler: „Malend fühle ich mich wohler als bei irgendeiner anderen Tätigkeit. Es ist wohl die mir gemäße Art, mich mit der Welt auseinanderzusetzen. Die Kunst bringt mich dem Geheimnis der Schöpfung am nächsten, die ich als ein großes Kunstwerk Gottes erlebe.“

Nachdem sich Dünnwald 1971 in den vorzeitigen Ruhestand versetzen ließ, wurde die Anzahl seiner Gemälde weniger. Er widmete sich verstärkt dem ausgedehnten Gartenpark unterhalb der alten Burgmauer am Meesenhof – den er wie ein Gemälde gestaltete.

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Die Ausstellung ist von Mittwoch, 26. April, bis Freitag, 28. April, jeweils von 14 bis 18 Uhr zu sehen sowie von Samstag, 29. April, bis Montag, 1. Mai, jeweils von 11 bis 18 Uhr.

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