Frank Sundermann bei der ANTL
Insekten haben keine Lobby

Tecklenburg -

„Insekten und Würmer haben keine Lobby“, bedauerte Thomas Volk, zweiter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL). Im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Frank Sundermann (SPD), der sich bei der ANTL in Tecklenburg über die aktuellen Herausforderungen im Umweltschutz informiert hat, kam nicht nur der bedrohliche Insektenrückgang zur Sprache.

Samstag, 06.05.2017, 11:05 Uhr

Sprachen über die Herausforderungen Natur- und Umweltschutz: Frank Sundermann (3. von rechts) und Klaus Helms, Irmgard Heicks, Bernd Freickmann, Thomas Volk und Georg Post von der ANTL (von links)
Sprachen über die Herausforderungen Natur- und Umweltschutz: Frank Sundermann (3. von rechts) und Klaus Helms, Irmgard Heicks, Bernd Freickmann, Thomas Volk und Georg Post von der ANTL (von links)

Insekten und Würmer haben keine Lobby“, bedauerte Thomas Volk , zweiter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL). Im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Frank Sundermann ( SPD ), der sich bei der ANTL in Tecklenburg über die aktuellen Herausforderungen im Umweltschutz informiert hat, kam nicht nur der bedrohliche Insektenrückgang zur Sprache. Thema war auch die Finanzierung eines neu geplanten Stalls in Brochterbeck für die 600 Tiere umfassende Wanderschafherde.

„In den vergangenen zehn Jahren sind die Insekten quantitativ um bis zu 80 Prozent zurückgegangen, wie Daueruntersuchungen des Entomologischen Vereins Krefeld gezeigt haben. Das ist mehr als alarmierend und ein großes Problem für Vögel, Bienen, Fledermäuse und auch für den Menschen“, warnte Thomas Volk von der ANTL.

Selbst die Insekten auf Blühstreifen und an Straßen- und Ackerrändern seien massiv gefährdet, da nach Erkenntnissen von Insekten-Experten mit negativen Auswirkungen des Einsatzes von Insektiziden auf Äckern über eine Entfernung von mindestens fünf Kilometern zu rechnen ist. „Solche Abstände zu Naturschutzflächen sind natürlich fast unmöglich“, ergänzte Georg Post. „Wir fordern deshalb eine Dokumentation und starke Kontrolle des Einsatzes von Pestiziden. Außerdem müssen sie endgültig aus den Bau- und Supermärkten verbannt und ihr Einsatz auf privaten und öffentlichen Flächen verboten werden.“

Ein immer größer werdendes Problem sei auch die Flächenkonkurrenz zwischen versiegelten Baugrundstücken, Landwirtschaft und Naturschutz. Das sei kein neues, aber immer stärker werdendes Problem.

Sundermann nahm auch einige Anregungen mit nach Hause, wie Förderprojekte vom Land, etwa LEADER oder ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums), weniger bürokratisch und effektiver gestaltet werden könnten. Für die Finanzierung von Maschinen für die Landschaftspflege und den notwendig gewordenen Schafstall sei die ehrenamtlich tätige ANTL dringend auf Fördergelder angewiesen.

„Die ANTL nimmt eine sehr wichtige gesellschaftliche Aufgabe wahr. Da soll ein zu großer bürokratischer Aufwand die Arbeit nicht erschweren oder gar zu teuer machen“, betonte Sundermann, der als gelernter Gärtner und studierter Gartenbauingenieur bei dem Gespräch mit der ANTL auch ins Fachsimpeln kam.

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