Umweltminister bei der Biologischen Station
Vögel brauchen mehr Lebensraum

Tecklenburg -

Geballte Informationen gab es für den Gast aus Düsseldorf – der nahm sich Zeit und hörte aufmerksam zu. Johannes Remmel, Umweltminister des Landes Nordrhein-Westfalen, besuchte gestern die Biologische Station des Kreises Steinfurt in der Sägemühle.

Freitag, 05.05.2017, 20:05 Uhr

Ein gut gelaunter Minister besuchte gestern die Sägemühle. Johannes Remmel (3. von rechts) informierte sich über die Arbeit der Biologischen Station.
Ein gut gelaunter Minister besuchte gestern die Sägemühle. Johannes Remmel (3. von rechts) informierte sich über die Arbeit der Biologischen Station. Foto: Ruth Jacobus

Geballte Informationen gab es für den Gast aus Düsseldorf – der nahm sich Zeit und hörte aufmerksam zu. Johannes Remmel , Umweltminister des Landes Nordrhein-Westfalen , besuchte gestern die Biologische Station des Kreises Steinfurt in der Sägemühle. Wie geht es Bekassine, Ufervogel und Brachvogel? Wie lassen sich ausreichend Lebensräume für diese und andere Tiere schaffen? Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Landwirten? Um diese Fragen ging es hauptsächlich.

Irmgard Heicks, Vorsitzende des Vereins Biologische Station, sowie die Mitarbeiter Dr. Peter Schwartze und Robert Tüllinghoff informierten den Landesminister und dessen grüne Parteifreunde. Die Biologische Station, 1996 gegründet als Kooperationsstelle zwischen Naturschutz und Landwirtschaft im Kreis Steinfurt, betreut 13 000 Hektar Naturschutzgebiete.

Der Bestand an Bekassinen und Uferschnepfen sei stark zurückgegangen, erläuterte Tüllinghoff. Immerhin: Im Kreis leben rund 25 Prozent des landesweiten Bestandes. Beim großen Brachvogel sind es rund 45 Prozent. Ohne Schutzgebiete sei das nicht möglich gewesen.

Ein hoher Flächenverbrauch für Straßen und Industrie, aber auch intensive Landwirtschaft, nannten Tüllinghoff und Schwartze unter anderem als Ursachen für den Verlust an Lebensraum. Andererseits: „Es gibt eine gute Zusammenarbeit mit den Landwirten. Der Dialog funktioniert“, so Schwartze. Die schlechtesten Flächen für die Landwirtschaft seien, weil sehr feucht, oft die besten für den Naturschutz. Die Fachleute wiesen aber auch darauf hin, dass es eine Frage der Höhe der Ausgleichszahlungen sei, ob Landwirte Flächen als Grünland zur Verfügung stellen würden.

Das Problem mit den Flächen war für Minister Remmel nicht neu. Diese zu kaufen, würde teuer. Die Preise in Nordrhein-Westfalen seien mit die höchsten in ganz Deutschland und lägen bei durchschnittlich 40 000 Euro pro Hektar. Was hinzukommt: „Derzeit wird nicht verkauft.“ Gerade deshalb befürworte er auch Einrichtungen wie den Runden Tisch, an dem alle zusammenkommen.

Remmel lenkte den Blick auf ein weiteres Problem: den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Davon werde zu viel verbraucht, sprach er sich für eine rechtliche Änderung aus.

Insgesamt hielt er fest: „Es geht nicht nur um den Schutz einer Art, sondern eines ganzen Lebensraums.“

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