Wasserschlosskonzert
Wunderbarer Liederreigen

Tecklenburg -

Liederabende haben es im allgemeinen schwer, ein größeres Publikum für sich zu gewinnen. Aber wenn solch ein Konzert im stimmungsvollen Ambiente des Rittersaales von Haus Marck präsentiert wird, braucht man sich um die Resonanz bei den Liebhabern feinster Gesangskunst wohl keine Sorgen zu machen.

Montag, 08.05.2017, 20:05 Uhr

Mitgenommen in die romantische Welt fühlte man sich bei den Liedern von Franz Schubert, die zum Programm von Elena Harsányi und Toni Ming Geiger gehörten.
Mitgenommen in die romantische Welt fühlte man sich bei den Liedern von Franz Schubert, die zum Programm von Elena Harsányi und Toni Ming Geiger gehörten. Foto: Axel Engels

Liederabende haben es im allgemeinen schwer, ein größeres Publikum für sich zu gewinnen. Aber wenn solch ein Konzert im stimmungsvollen Ambiente des Rittersaales von Haus Marck präsentiert wird, braucht man sich um die Resonanz bei den Liebhabern feinster Gesangskunst wohl keine Sorgen zu machen. Am Sonntagnachmittag nutzten viele Besucher die Gelegenheit, zuerst auf dem Gelände des Wasserschlosses Haus Marck zu promenieren und sich danach musikalisch von der Sopranistin Elena Harsányi und dem Pianisten Toni Ming Geiger in die Welt der in Musik gefassten Poesie entführen zu lassen.

In der Tradition von Hubert Giessen spielte Toni Ming Geiger mit ganz geöffnetem Flügel, konnte so die Klangfarben des Instrumentes bestens mit der ausdrucksstarken Stimme von Elena Harsányi verschmelzen lassen. Dabei spielte er mit feinster Anschlagskultur, wusste genau an den passenden Stellen Akzente zu setzten und konnte seine ganze Erfahrung als Liedbegleiter einbringen in einen jederzeit stimmigen Dialog mit der Sängerin.

Das Programm war sehr abwechslungsreich zusammengestellt worden, spannte den Bogen von den Vertonungen der Gedichte aus der Feder von Johann Wolfgang von Goethe durch Franz Schubert und Ludwig van Beethoven bis zu moderneren Liedern von Arnold Schönberg. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme wusste Elena Harsányi jedem einzelnen Lied ein passendes Gewand zu geben, wurde dabei mit Akribie und Feinsinn von Toni Ming Geiger unterstützt.

Schon bei Ludwig van Beethovens „Wonne der Wehmut op. 83 Nr. 1“ und „Sehnsucht op. 83 Nr.2“ zeigte das Duo, dass es sich fern irgendwelcher spiel- beziehungsweise stimmtechnischer Schwierigkeiten ganz auf den in Musik gesetzten Inhalt konzentrieren kann. Bei den Liedern von Franz Schubert fühlte man sich gleichsam mitgenommen in die romantische Welt, wurde man von den wunderbaren Melodien entführt wie bei einem damals üblichen Ausflug in den Prater.

Stilistisch exquisit gestaltete Elena Harsányi das bekannte „Adelaide D. 95“ und „Ganymed D. 544“, wusste bei „Schäfers Klagelied D. 121“ sowie „Wanderers Nachtlied D. 768“ die Melancholie ganz in den Vordergrund zu stellen. Wenn sie das „Kennst Du das Land , D 321“ von Schubert der Vertonung durch Ludwig van Beethovens gleichnamigen Vertonung entgegenstellte, spürte man die kompositorisch verschiedene Umsetzung des gleichen Textes bis ins kleinste Detail. Natürlich durfte Ludwig van Beethovens leicht humoristisch inspirierte „Flohlied op. 75 Nr.3“ im Reigen der wunderbaren Lieder nicht fehlen.

Sehr einfühlsam wirkten auch die Einführungen des Duos in die jeweiligen Lieder, so wurde der innere Zusammenhang zu der Sammlung der „Vier Lieder op. 2“ von Arnold Schönberg gut nachvollziehbar. Auch bei diesem Zyklus aus dem Jahre 1899, der ja stark vom Werk Johannes Brahms bestimmt ist, zeigte sich das Duo bestens zu Hause. Mit versierter Kunstfertigkeit gestalteten sie diese anspruchsvollen Kompositionen, so dass sie einen inspirierenden Abschluss des wohl konzipierten Konzertes der beiden sympathischen Künstler bildeten.

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