20 Jahre Freiwilligendienst
Europa hat viele Fans

Tecklenburg -

So lebendig und unterhaltsam kann eine Feierstunde sein – wenn statt offizieller Redner die Betroffenen das Wort haben. „20 Jahre Europäischer Freiwilligendienst im Kreis Steinfurt“, das wurde am Dienstag im Kreishaus in Tecklenburg gefeiert. Kreisjugendpfleger Ludger Vorndieck und das Team des Europa-Büros hatten ein erfrischendes Programm vorbereitet, bei dem ehemalige und aktuelle Freiwillige von sich und ihren Erfahrungen erzählten.

Dienstag, 09.05.2017, 20:05 Uhr

Ludger Vorndieck (links) stellte die neun aktuellen Freiwilligen vor: Sie kommen aus Lettland, Ungarn, Italien und Russland.
Ludger Vorndieck (links) stellte die neun aktuellen Freiwilligen vor: Sie kommen aus Lettland, Ungarn, Italien und Russland. Foto: Ruth Jacobus

Nach der Begrüßung durch Kreisjugendamtsleiterin Roswitha Reckels ging Katharina Ramm vom Team kurz auf die Zahlen ein. 270 Freiwillige seien in den 20 Jahren im Kreis Steinfurt aufgenommen worden, 221 wurden von hier in andere Länder entsandt. Aus 29 verschiedenen Ländern kamen die jungen Leute nach Deutschland – die meisten aus Polen, Frankreich, Ungarn, Italien, Spanien, Litauen und Bulgarien.

Dass so mancher der Freiwilligen sich nicht nur in das Land verliebt, sondern auch die Liebe seines Lebens findet, brachte die Gäste im Kreishaus zum Schmunzeln, das Wort von einer Partnerschaftsvermittlung machte die Runde. Inga und Egle aus Litauen sowie Nicolas und Bruno aus Frankreich konnten das nur bestätigen. „Einmal in Deutschland, immer in Deutschland“, befand Inga, die in den Jahren 2003/04 an der OGS Westerkappeln tätig war und in dieser Zeit ihren zukünftigen Ehemann kennenlernte. Nicolas traf im Rahmen des Freiwilligendienstes auf Olga aus Lettland. „Heirat, drei Kinder, Haus – da geht man nicht mehr weg“, meinte er. Bruno war vor 18 Jahren Freiwilliger im Jugendzentrum Lengerich, wo er seine Frau kennenlernte. Auch die beiden haben drei Kinder. Egle kam 2001 nach Lengerich – und traf auf ihren heutigen Ehemann. „Lengerich ist schon sehr speziell“, meinte sie und erinnerte sich an ihre Ankunft: „Überall lagen gelbe Säcke und ich dachte, was ist hier los?“

Allen gemeinsam ist nicht nur, dass sie ihre Partner fürs Leben gefunden haben, sondern auch heute noch die Begeisterung für den Freiwilligendienst. Egle, die mittlerweile beim Kreis Steinfurt beschäftigt ist, brachte es auf den Punkt: „Es ist eine tolle Erfahrung, man entwickelt sich persönlich weiter.“ Nicht zu vergessen die Freundschaften, die entstehen und bis heute halten.

Diese Erfahrungen stehen den neun Freiwilligen noch bevor, die derzeit im Kreis Steinfurt weilen. Sie kommen aus Lettland, Ungarn, Italien und Russland. Sie stellten sich ebenso vor wie drei Ehemalige aus dem Kreis, die ein Jahr in Lettland, Rumänien und Spanien verbracht haben.

Über ihre Erfahrungen mit den Europäischen Freiwilligen berichteten Vertreter verschiedener Einsatzstellen. Die jungen Leute hätten immer wieder gute Ideen, waren sie sich einig. Geschenke gab es für sechs Kommunen beziehungsweise Einsatzstellen, die von Anfang mit dabei sind: Lengerich (bislang 22 Freiwillige), Die „Wespe“ in Westerkappeln, (17), die ANTL, Hopsten, Lotte und das Jugendzentrum Ladbergen (jeweils 16).

Abschließend blieb noch Zeit, sich in gemütlicher Runde auszutauschen – und die wurde gerne und ausgiebig genutzt.

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