Konzert auf Haus Marck
Mit Melancholie und Leidenschaft

Tecklenburg -

Beim ersten münsterländischen Schlösser- und Burgentag 2017 durfte das Wasserschloss Haus Marck nicht fehlen. Während am Sonntag Führungen, Baum-Yoga, Theater und ein Vortrag angeboten wurden, gab es bereits am Samstagabend ein musikalisches Highlight.

Montag, 19.06.2017, 20:06 Uhr

Das Cris López Trio spielte mit spanischem Temperament in westfälischem Ambiente.
Das Cris López Trio spielte mit spanischem Temperament in westfälischem Ambiente. Foto: Axel Engels

Beim ersten münsterländischen Schlösser- und Burgentag 2017 durfte das Wasserschloss Haus Marck nicht fehlen. Während am Sonntag Führungen, Baum-Yoga, Theater und ein Vortrag angeboten wurden, gab es bereits am Samstagabend ein musikalisches Highlight. Timo Maschmann, künstlerischer Leiter des Euregio Musik Festivals, hatte für diesen besonderen Anlass mit dem Cris López Trio eine Formation nach Tecklenburg geholt, die sich längst in der internationalen Flamenco-Szene einen Namen gemacht hat mit ihrer innovativen Spielweise.

Die beiden Gitarristen Cris López und Edin Mujkanovic wurden von dem Percussionisten Jorge Palomo unterstützt. Er lieferte mit seinem punktgenauen Spiel den Grund, auf dem sich die beiden Saitenkünstler mit kultivierter Spielweise und wechselnden Rollen im musikalischen Dialog frei entfalten konnten. In ihren Eigenkompositionen schufen sie eine Verbindung zwischen traditionellem Flamenco und neuen Stilrichtungen, sodass sich die Gefühlstiefe direkt zum gebannt lauschenden Publikum übertrug.

Mit einem „Rondena“ nahm Cris López die Liebhaber dieser feinsinnigen Musik mit auf eine Reise in andalusische Welten. Man lauschte gebannt seinem ausdrucksvollen Spiel, bei dem er seine spieltechnische Virtuosität immer in den Dienste der Musik stellte. So schuf er klangmalerische Bilder, in denen die Melodien sich über filigranen Begleitmustern erhoben. Er erweiterte das Grundmuster des Flamencos durch sensibel eingefügte Jazzharmonien. Wenn er spielte, konnte man Raum und Zeit vergessen, sich von der Musik wie bei „Seguirilla“ und „Descalzo“ in fantastische Welten entführen lassen.

Mit dem Gitarristen Edin Mujkanovic verbindet ihn wohl ein gemeinsamer Gestaltungswille, eine jederzeit spürbare Liebe zum Flamenco in all seinen Facetten. Wenn die beiden Gitarristen beim „Tangos“ ihren Gefühlen freien Lauf ließen, diese von Melancholie durchströmte Musik mit Esprit und Leidenschaft spielten, genoss man diesen bis ins kleinste Detail stimmigen Dialog zweier Meister ihres Instrumentes.

Mit Jorge Palomo aus Málaga hatten sie einen Wegbegleiter, der mit dem Flamenco aufgewachsen ist. Aber auch kubanische und brasilianische Musik sowie Pop, Rock und Jazz gehören zum Repertoire dieses vielseitigen Künstlers, der seine kompositorischen Qualitäten beim Flamenco-Jazz-Projekt „Entreculturas“ zeigen konnte. Am Konservatorium in Malaga hat der Percussionist auch Gitarre gelernt, so dass er die klanglichen Möglichkeiten seiner Kollegen bestens zu unterstützen wusste. Wenn solch exquisite Lieder wie „Phantasia“, „Buleria“ oder „Nana“ erklangen, war er ganz in seinem Element. Das war kein akademisches Miteinander, sondern gemeinsam empfundener und gelebter Flamenco. Die drei sympathischen Musiker haben die Reihe der Konzerte auf dem Wasserschloss Marck um eine temperamentvolle Facette bereichert und das Publikum begeistert.

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