Konzert in Haus Marck
Voller Enthusiasmus und auf hohem Niveau

Tecklenburg -

Die Kammermusik-Saison auf Haus Marck endete wie mit einem Paukenschlag. Voller Verve gastierten Vadim Baev mit seinem Akkordeon und Konstantin Zvyagiry am Klavier im voll besetzten Rittersaal. Auf dem Programm standen bedeutende Werke von Komponisten aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Dienstag, 27.06.2017, 18:06 Uhr

Ein temperamentvolles Duo: Vadim Baev (rechts) und Konstantin Zvyagiry konzertierten im Rittersaal von Haus Marck.
Ein temperamentvolles Duo: Vadim Baev (rechts) und Konstantin Zvyagiry konzertierten im Rittersaal von Haus Marck. Foto: Sunhild Salaschek

Das Gnesins Duo, das sich nach der gleichnamigen berühmten Moskauer Musikakademie benannt hat und jetzt seine Studien in Köln fortsetzt, spielt schon seit Jahren in dieser ungewöhnlichen Formation. Mit viel Temperament und gutem rhythmischen Zusammenspiel verstand es, seine Hörer während des gesamten kräftezehrenden Konzertes zu faszinieren.

Da es praktisch keine Originalliteratur für diese seltene Instrumentenkombination gibt, hatten die beiden Musiker die Werke ihrer Wahl von Edvard Grieg , Igor Strawinsky, Saint-Saëns, Astor Piazzolla und Darius Milhaude für ihre Instrumente bearbeitet. Das Duo spielte stets voller Enthusiasmus und auf hohem technischem Niveau. Trotzdem war die Moderation von Zvyagiry im ersten Teil des Konzertes und von Baev nach der Pause sehr hilfreich. So konnten sich die Hörer viel besser in die zunächst ungewohnte Klangfarbenkombination einhören.

Bei Griegs „Peer Gynt Suite“ führte das Zitieren einiger Textstellen, die dieser Programmmusik zugrunde liegen, sogar dazu, dass das Publikum von Beginn an in die Atmosphäre dieses großen Orchesterwerkes eintauchen konnte. Auch die weiteren Erläuterungen trugen dazu bei, dass die Konzertbesucher sich immer aufs Neue von der Wucht und Virtuosität des Duos mitreißen ließen.

Als einzige „Originalkomposition“ bezeichneten die Musiker César Francks Stück für Klavier und Orgel. Die Orgel gelte nämlich (wegen ihrer Register und der den Klang erzeugenden Luftzufuhr) gemeinhin als Großvater des Akkordeons. Dennoch vermittelte die Interpretation dieses Werkes einen dem Original nur bedingt nahestehenden Klangeindruck. Stattdessen ließ die ungewohnte Interpretation so manches in neuem Licht erscheinen. Entsprechendes gilt trotz ausgesuchter Registrierung für den gern von Cellisten gespielten „Grand Tango“ von Astor Piazzolla. Die Werke dieses argentinischen Komponisten leben so stark vom Rhythmus, dass sie unabhängig von der Instrumentierung immer beeindrucken. Die Melancholie und der überbordende Schwung der Komposition passte gut zum Temperament des Duos.

Die Begeisterung des Publikums war besonders groß. Da war es nicht verwunderlich, dass sich die Musiker mit einem Werk Piazzollas von den Zuhörern verabschiedeten: „Adios Nonino“.

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