Ledder Werkstätten
Rudolf Schönrock geht – aber nicht ganz

Tecklenburg-Leeden -

Abschiedsstimmung bei den Ledder Werkstätten (LeWe): Rudolf Schönrock, der fast 25 Jahre der Geschäftsleitung angehört hat, ist mit Erreichen des 65. Lebensjahres verabschiedet worden. Diese Zeitung sprach mit ihm.

Dienstag, 25.07.2017, 13:07 Uhr

Rudolf Schönrock ist von den Verantwortlichen der LeWe verabschiedet worden. Fast 25 Jahre gehörte der Brochterbecker Diplom-Ingenieur der Geschäftsleitung an.
Rudolf Schönrock ist von den Verantwortlichen der LeWe verabschiedet worden. Fast 25 Jahre gehörte der Brochterbecker Diplom-Ingenieur der Geschäftsleitung an. Foto: Jörg Birgoleit

Sie gehörten seit 1992 der LeWe-Geschäftsleitung an. Wie hat sich in dieser Zeit der Umgang der Gesellschaft mit Menschen mit Behinderung verändert?

Rudolf Schönrock : In den 90er Jahren war ein selbstbestimmtes Leben für Menschen mit einer Behinderung in allen Lebensbereichen nur eingeschränkt möglich. Allein die Tatsache, dass ein Beschäftigter, der über ein kleines Sparguthaben verfügte, seinen Arbeitsplatz in der Werkstatt mitfinanzieren musste, zeigte die Situation. Durch die UN-Behindertenkonvention hat sich die Lage deutlich verbessert. Jeder Mensch hat die Freiheit, für sich zu entscheiden, wie er leben, wohnen oder arbeiten möchte. Freizeitgestaltung und freie Arbeitsplatzwahl sind wesentliche Bestandteile für selbstbestimmtes Leben. Menschen, die über ihr Leben selbst entscheiden, sind selbstbewusster und zufriedener.

Sie brachten damals ihre Profession, Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik, mit. Haben Sie anfangs Beschäftigte anders erlebt und wie haben diese Menschen dann Ihre Arbeit geprägt?

Rudolf Schönrock: Der Wechsel aus der freien Wirtschaft zu den Ledder Werkstätten war eine neue Erfahrung. Zum Thema Menschen mit Behinderung hatte ich mir vor der Abgabe meiner Bewerbung keine großen Gedanken gemacht. Durch die Zusammenarbeit mit den zuständigen Mitarbeitern aus den Bereichen konnte ich mich in die Werkstatt einarbeiten. Die Erkenntnis, dass nicht jede Arbeit für Menschen mit Behinderung geeignet ist, habe ich gewonnen. Der Umgang mit Beschäftigten in der Werkstatt hat mir Freude gemacht.

Die Ledder Werkstätten sind während Ihrer Zeit rapide gewachsen, sowohl in ihrer bloßen Größe als auch in ihrer inhaltlichen Vielfalt. Wo sehen Sie die Zukunft und was wünschen Sie dieser Einrichtung ganz besonders?

Rudolf Schönrock: Die Ledder Werkstätten begehen 2018 ihr 50-jähriges Bestehen und haben sich in all den Jahren stets weiterentwickelt. Die Vielfalt der Angebote ist mit Blick auf die Bedarfe in verschiedenen Lebensbereichen ausgeweitet worden. Die Betreuung und Begleitung der Menschen in der Einrichtung wurde stets auf ein selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft ausgerichtet. Für die Zukunft bin ich mir sicher, dass unsere Beschäftigten immer Mittelpunkt allen Tun und Handelns sein werden und sich die Rahmenbedingungen für diese Menschen weiter verbessern.

Nach fast 25 Jahren scheiden Sie in der Funktion des Geschäftsleiters aus. Sie möchten Ihren Sachverstand aber – in kleinerem Rahmen – weiter zur Verfügung stellen. Was werden Sie in Zukunft tun?

Rudolf Schönrock: Die Ledder Werkstätten sind seit ihrem Bestehen ständig gewachsen. Das Wachstum bestand nicht nur in der Anzahl der Menschen, sondern auch der Gebäude. Seit Jahren besteht ein Bedarf an Renovierungsarbeiten, Veränderungen an bestehender Bausubstanz und für neue Gebäude. Alle Bauprojekte unterliegen der Landesbauordnung und müssen die besonderen Anforderungen des Sonderbaus erfüllen. Die Koordinierung dieser Projekte samt Planung, Bauverwaltung, Kommunikation mit der Landesverwaltung und Ausführung habe ich übernommen. In Absprache mit der Geschäftsführung habe ich mich bereit erklärt, diese Aufgaben stundenweise fortzuführen. Das Projekt Ambulant Betreutes Wohnen in Saerbeck und der erste Bauabschnitt der neuen Betriebsstätte Riesenbeck stehen kurz vor dem Abschluss. Der zweite Bauabschnitt in Riesenbeck ist gerade im Innenausbau.

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