Streit auf der Maikirmes 1967
„Der hat mir sofort eine gefegt“

Tecklenburg -

„Jugendliche machen Terror“, titelte diese Zeitung am Donnerstag, 20. Juli, einen Bericht, der Bezug nimmt auf ein Geschehen, das sich im Rahmen der Maikirmes 1967 zugetragen hatte. Jetzt meldete sich einer, der damals offenbar eine wichtige Rolle gespielt hat. „Ich war derjenige, der seinerzeit eins aufs Maul gekriegt hat“, drückt es Burkhard Feischen deftig aus. So, wie es in einem Bericht dargestellt worden sei, habe sich die Sache allerdings nicht abgespielt.

Freitag, 28.07.2017, 23:07 Uhr

Schauplatz so mancher Geschichte: Eine Raupenbahn – im Bild ein Fahrgeschäft der Familie Feldmann/Lotte – war schon immer ein Anziehungspunkt für Jugendliche. Nicht immer allerdings ging es da friedlich zu.
Schauplatz so mancher Geschichte: Eine Raupenbahn – im Bild ein Fahrgeschäft der Familie Feldmann/Lotte – war schon immer ein Anziehungspunkt für Jugendliche. Nicht immer allerdings ging es da friedlich zu. Foto: Museum Industriekultur/Dirk Lotte

„Jugendliche machen Terror“, titelte diese Zeitung am Donnerstag, 20. Juli, einen Bericht, der Bezug nimmt auf ein Geschehen, das sich im Rahmen der Maikirmes 1967 zugetragen hatte. Jetzt meldete sich einer, der damals offenbar eine wichtige Rolle gespielt hat. „Ich war derjenige, der seinerzeit eins aufs Maul gekriegt hat“, drückt es Burkhard Feischen deftig aus. So, wie es seinerzeit in einem Bericht dargestellt worden sei, habe sich die Sache allerdings nicht abgespielt.

Im Mai 1967, hatte der damalige Berichterstatter gemeldet, hätte sich eine Gruppe von augenscheinlich stark alkoholisierten Jugendlichen an der Raupe aufgehalten, unbescholtene Bürger angepöbelt und geschlagen. Unter den Opfern auch ein junger Tecklenburger, dem die Meute die Oberlippe blutig geschlagen habe. Die Polizei sei machtlos gewesen.

Burkhard Feilschen erzählte dieser Zeitung jetzt seine Version der Geschichte: Die Raupe, sagt er, sei damals fast eine Sensation auf dem Kirmesplatz und entsprechend besucht gewesen. „Acht Auswärtige, die man heute wohl als Rocker bezeichnen würde, machten da Stunk. Unter anderem stießen sie ein Mädchen in die fahrende Raupe. Da habe ich einem von ihnen auf die Schulter getippt und wollte ihn zur Rede stellen. Der hat mir sofort eine gefegt und dann seine Kumpels gerufen“, erinnert sich Feilschen. Zwei Polizisten hätten daneben gestanden und nichts unternommen.

Der damals 18-Jährige sah sich einer Übermacht gegenüber – und gab Fersengeld. „Ich lief in Richtung Kindergarten und hängte meine Verfolger ab. Bis auf einen. Da habe ich mich umgedreht und mir den dann zur Brust genommen“, schmunzelt Burkhard Feilschen in Erinnerung an das, was folgte. Der kräftige Tecklenburger schleppte den Angreifer zurück zur Raupe. Dort hätten Freunde von ihm sich mit weiteren Tecklenburgern zusammengetan und sich die übrigen „Rocker“ vorgenommen. „Von denen waren gerade noch zwei da, als ich ankam. Die anderen waren abgehauen.“

Die beiden Polizisten – jeweils wohl seinerzeit um die 60 Jahre alt – hätten selbst dann, als er ihnen den Übeltäter präsentiert habe, der ihm die Oberlippe blutig geschlagen hatte, wenig Interesse daran gezeigt, die Angelegenheit zu verfolgen, bedauert Burkhard Feilschen noch heute. „Ich habe darauf bestanden, dass eine Anzeige aufgenommen wurde, bevor ich ins Krankenhaus fuhr und mich dort ärztlich versorgen ließ“, berichtet der Tecklenburger.

Von dem Mädchen, welches damals von den Randalierern in die fahrende Raupe gestoßen worden sei, habe nie etwas in der Zeitung gestanden, sagt Burkhard Feilschen. Möglicherweise habe seinerzeit niemand von diesem Angriff etwas mitbekommen. Er selbst habe auch nichts von derjenigen gehört, für die er sich eingesetzt habe. „Aber vielleicht hat die ja auch nicht gemerkt, dass ich ihr helfen wollte und dafür Prügel kassiert habe“, vermutet er.

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