Uraufführung von „Bruder Martin“
Oratorium soll Trost und Antworten geben

Tecklenburg -

Mit der Uraufführung des Musical-Oratoriums „Bruder Martin“ setzten die Veranstalter am Sonntagabend einen mitreißenden Schlusspunkt unter das Jubiläumsfest „500 Jahre Reformation“ auf der Freilichtbühne.

Montag, 18.09.2017, 20:09 Uhr

Die knapp 300 Sängerinnen und Sänger waren teilweise in historische Kostüme geschlüpft. Über ein Jahr lang hatten sie sich auf das Oratorium vorbereitet.
Die knapp 300 Sängerinnen und Sänger waren teilweise in historische Kostüme geschlüpft. Über ein Jahr lang hatten sie sich auf das Oratorium vorbereitet. Foto: Detlef Dowidat

Mit der Uraufführung des Musical-Oratoriums „Bruder Martin“ setzten die Veranstalter am Sonntagabend einen mitreißenden Schlusspunkt unter das Jubiläumsfest „500 Jahre Reformation“ auf der Freilichtbühne. „Wir trauen uns das zu tun, weil wir der Meinung sind, dass die Botschaft des Musicals über Martin Luther Trost und Antworten geben kann“, begründete Joachim Anicker, Superintendent des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken, warum er und seine Kollegen der Kirchenkreise Tecklenburg und Münster entschieden hatten, die Abendvorstellung trotz des Verkehrsunfalls mit einer Toten und vielen Verletzten am Morgen des großen Festtages nicht abzusagen.

Bevor Kirchenmusikdirektor Martin Ufermann aus Westerkappeln als musikalischer Leiter der Uraufführung den Taktstock hob, ließ er im Gespräch mit Jendrik Peters, Moderator des Reformationsfestes, die Entstehung des Werkes aus der Feder von Eugen Eckert (Text) und Thomas Gabriel (Musik) Revue passieren. Er erinnerte an das Ja zur Auftragsarbeit zum Reformationsjubiläum vor drei Jahren und freute sich, dass mit dem evangelischen Studentenpfarrer Eckert und dem katholischen Kirchenmusiker Gabriel Vertreter zweier christlicher Konfessionen für das Oratorium verantwortlich zeichneten. „Da sind wir in der Musik in der Ökumene schon viel weiter als in manchen anderen Bereichen“, machte Ufermann deutlich.

Die alte Burgruine bot am Abend eine prächtige Kulisse für die knapp 300 Sänger aus acht Chören des Tecklenburger Landes, die 23 Solisten, die Band und das Orchester sowie den Altpräses Alfred Buß, der auf Initiative von Ufermann das Publikum als Sprecher durch das Oratorium in sieben Bildern und einem Prolog führte.

In knapp zweieinhalb Stunden erzählt „Bruder Martin“ in chronologischer Reihenfolge die entscheidenden Lebensabschnitte Luthers, dessen Ziel eine Reform der Kirche, nicht ihre Spaltung war, beleuchtet Zweifel, Zwiespalt und Hoffnungen des Reformators, lässt dessen Unterstützer und Widersacher zu Wort kommen.

„Das wird ganz großes Kino“, hatte der Komponist schon im Vorfeld angekündigt und nicht zu viel versprochen. Die Zuschauer erlebten eine Reihe von Gänsehaut-Momenten, die mit der kühlen Witterung am Abend nichts zu tun hatten.

Eugen Eckert und Thomas Gabriel, die Macher des Musical-Oratoriums, waren ebenfalls zur Uraufführung nach Tecklenburg gekommen und genauso begeistert von dem gelungenen Abend wie die Sänger und Musiker, die sich über ein Jahr lang in ihren Ensembles und Orten, sozusagen „jeder für sich“ intensiv vorbereitet hatten, bevor sie das gesamte Stück in nur zwei gemeinsamen Proben am Freitag und Samstag zusammengebaut hatten.

Standing Ovations gab es vom Gros des Publikums, kritische Töne von Zuschauern in den hinteren Reihen, die bedauerten, dass es der Technik während der gesamten Aufführung nicht gelungen sei, die Akustik in den Griff zu bekommen.

Der Gastgeber, Superintendent André Ost dankte Martin Ufermann als dem „Spiritus Rector“, der sich für „das ganze Unternehmen“ stark gemacht habe, sowie den vielen Menschen, ohne die die Durchführung des Projektes nicht möglich gewesen wäre.

„Am Ende eines auch sehr schweren Tages, der so ganz anders verlaufen ist, als wir es uns gewünscht hatten“, dankte Ost noch einmal ausdrücklich den Ersthelfern und Notseelsorgern für ihren Einsatz.

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