Konzert in Haus Marck
Musik voller Lebenslust erklingt im Wasserschloss

Tecklenburg -

Ein erfrischendes Konzert am Sonntag in Haus Marck: Zu Gast war der Solo-Gitarrist Mircea Gogoncea mit virtuosem packendem Spiel und mit informativer knapper Moderation. Der 25jährige Künstler hatte bereits in der vergangenen Saison im ausverkauften Haus gastiert und wusste, was beim Publikum gut ankommt.

Montag, 06.11.2017, 22:11 Uhr

Mircea Gogoncea weiß, was dem Publikum gefällt. Er entführte es in viele Länder.
Mircea Gogoncea weiß, was dem Publikum gefällt. Er entführte es in viele Länder. Foto: Sunhild Salaschek

Ein erfrischendes Konzert am Sonntag in Haus Marck: Zu Gast war der Solo-Gitarrist Mircea Gogoncea mit virtuosem packendem Spiel und mit informativer knapper Moderation. Der 25jährige Künstler hatte bereits in der vergangenen Saison im ausverkauften Haus gastiert und wusste, was beim Publikum gut ankommt. Auf dem Programm stand jetzt vom Charakter her überwiegend ähnliche Musik, aber kein Stück davon war eine Dublette. Wieder nahm Gogoncea seine Hörer mit auf eine Weltreise. Die Musik führte diesmal quer durch Westeuropa, aber auch nach Brasilien, Kuba und in viele andere Länder.

Er eröffnete das Konzert fröhlich bewegt in Spanien mit der Serenata Espanola von Joaquim Malats, fuhr fort mit den „Valses Sentimentales“ von Enrique Granados und verwies schließlich auf den Witz („en skaï“) beim Tango von Roland Dyens. Den ungewöhnlichen Titel der Komposition nahm der Gitarrist zum Anlass, die Lebenslust des 2016 verstorbenen Komponisten, mit dem er befreundet war und die sich natürlich auch in dem Stück ausdrückt, hervorzuheben. Die Hinweise von Gogoncea hatten fast immer einen persönlichen Bezug, was das ohnehin vitale Konzert noch lebendiger machte.

In der Riege der Künstler, denen Gogoncea wichtige Impulse verdankte, durfte natürlich sein augenblicklicher Lehrer Professor Joaquin Clerch von der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf nicht fehlen. Er ehrte ihn mit dem Spiel seiner fünf „Preludes de Primavera“ (Frühling). Sowohl bei dieser Komposition wie auch bei „Guajira a mi madre“ (Tanz für die verstorbene Mutter) betonte er, wie wichtig vielen (südländischen) Gitarrenspielern und -komponisten gerade im Angesicht des Todes die lebensbejahenden Klänge sind.

Auch ging Gogoncea auf Veränderungen durch Bearbeitungen der für andere Instrumente geschriebenen Stücke ein. Neben den musikgeschichtlichen Erläuterungen machte er bei Nr. 18 aus „24 Caprichos de Goya“: „Der Schlaf der Vernunft“ einen Ausflug in die Kunstgeschichte mit philosophischen Überlegungen zur Satire.

Bei dem eingängigen Spiel von Gogoncea ließ sich der angegebene Hintergrund immer heraushören. Der Gitarrist versäumte es aber auch nicht, auf andere Möglichkeiten der Interpretation hinzuweisen. So arbeitete sich der junge Künstler bei ständiger Steigerung von Tempo und Schwierigkeitsgrad über die „Estudio Brillante“ von Francisco Tárrega bis zu Nr. 12 der „12 Etudes“ von Heitor Villa-Lobos, des wohl bekanntesten Komponisten dieses Spätnachmittages vor.

Das Publikum war so begeistert, dass es den Gitarristen auch nach zwei Zugaben nur ungern entließ.

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