Diskussion über Zukunft des „Weihnachtlichen Altstadtzaubers“
Mehr Geld oder weniger Buden

Tecklenburg -

„Die Tecklenburg Touristik ist ausgeblutet. Sie braucht eine Auffrischung der Mittel.“ Wilhelm Kienemann fand am Dienstagabend klare Worte, als es um einen Zuschuss für den „Weihnachtlichen Altstadtzauber“ ging. Als Beirats-Vorsitzender der GmbH unterstützte er im Ausschuss für Umwelt, Kultur und Touristik das Anliegen, für die nächste Veranstaltung im Dezember bis zu 30 000 Euro von der Stadt zu bekommen. Die Kommunalpolitiker indes mochten noch keine Entscheidung fällen, haben weiteren Beratungsbedarf.

Mittwoch, 14.03.2018, 20:03 Uhr

Die festliche Budenstadt ist seit zwei Jahren deutlich größer. Gibt es keinen städtischen Zuschuss, muss der „Altstadtzauber“ wieder verkleinert werden.
Die festliche Budenstadt ist seit zwei Jahren deutlich größer. Gibt es keinen städtischen Zuschuss, muss der „Altstadtzauber“ wieder verkleinert werden. Foto: Jörg Wahlbrink

Renate Mersch von der Tecklenburg Touristik berichtete, der „Altstadtzauber“ 2017 habe den finanziellen Rahmen gesprengt. Allein für den Hüttentransport und Aufbau sowie die Verkehrssicherung seien über 25 000 Euro fällig gewesen. Beide Aufgaben hatte zuvor der städtische Bauhof übernommen, im vergangenen Jahr wurden erstmals externe Firmen beauftragt, um den Bauhof zu entlasten. Hinzu komme die Erstellung eines Sicherheitskonzeptes (8000 bis 10 000 Euro).

Die Tecklenburg Touristik habe in den vergangenen vier Jahren der Stadt jeweils 25 000 Euro zur Verfügung gestellt, um bei der Haushaltssanierung zu helfen, fügte Wilhelm Kienemann hinzu.

„Wenn es keine Finanzspritze gibt, werden wir den Markt in dieser Größenordnung nicht mehr durchführen können“, kündige Renate Mersch an. Und das gelte auf Dauer. „Einmal nein bedeutet auch für die Zukunft nein.“

Der personelle Aufwand des Bauhofes sei sehr intensiv gewesen, begründete Bürgermeister Stefan Streit die Regelung, unterstützende Arbeiten an externe Firmen zu vergeben. Mit zwischen 15 000 und 20 000 Euro bezifferte er die Kosten für den personellen Aufwand des Bauhofs. Zudem habe der Weihnachtsmarkt nun eine Größenordnung erreicht, die ein Sicherheitskonzept notwendig mache.

Der „Altstadtzauber“ sei ein Highlight in der Festspielstadt und nicht vergleichbar mit den Weihnachtsmärkten in Brochterbeck und Leeden, wo Ehrenamtliche die Buden aufstellen, warb der Bürgermeister um Zustimmung für den Zuschuss.

Den allerdings mochten die Kommunalpolitiker noch nicht zusagen. „Es ist uns klar, dass die Finanzierung sehr eng ist, aber bei dieser Sitzungsvorlage bin ich fast umgefallen“, meinte Karsten Buchsbaum (SPD). „Die Kosten müssen doch im Sommer schon zu überblicken gewesen sein.“ Und sein Fraktionskollege Frank Nowroth war der Ansicht, dass etwas falsch laufe, wenn der Altstadtzauber ein Zuschussbetrieb sei. „Der muss sich von alleine tragen.“ Sonst solle man es lassen.

Auch Erich Harmel (CDU) zeigte sich zumindest erstaunt. Wenn man das nicht stemmen könne, müsse man auf den Markt in seiner alten Größe zurückgehen oder das zweite Veranstaltungswochenende weglassen, wenn es sich nicht rechne. Außerdem fragte er nach den Standgebühren.

Diese zu erhöhen, sei nicht empfehlenswert, entgegnete Renate Mersch. Für eine Holzhütte müssten für das erste Wochenende 140 Euro und für das zweite 90 Euro gezahlt werden. Buche jemand beide Wochenenden, würden insgesamt 200 Euro fällig. Ein eigener Stand draußen koste für ein Wochenende 20 Euro, für beide 35. Da sei das Maß erschöpft. Imbiss- und Getränkestände würden andere Gebühren zahlen.

Angesprochen wurde auch, ob sich der „Altstadtzauber“ über zwei Wochenenden erstrecken müsse, zumal der zweite Termin nicht so viele Besucher anlockt und auch manche Hütten verwaist sind. Das zweite Wochenende und auch die Ausweitung auf das Burggelände würden zur Entzerrung beitragen, versicherte Wilhelm Kienemann und berichtete von 35 000 bis 40 000 Besuchern an einem Wochenende.

Der Ausschuss folgte schließlich dem Vorschlag des Vorsitzenden Hans-Wilhelm Flegel, das Thema an den Haupt- und Finanzausschuss zu verweisen, der am Dienstag, 20. März, tagt.

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