Olaf Kerssen zur Aufhebung des „Kontrollergebnis-Transparenz-Gesetzes“
Die Ampel ist ausgeschaltet

Tecklenburg-Brochterbeck -

Es ist ein Jahr her, als Hotelier Olaf Kerssen seinem Ärger über die „Hygieneampel“ Luft machte. Damals hatte die von SPD und Grünen geführte Landesregierung das „Kontrollergebnis-Transparenz-Gesetz“ beschlossen. Kerssen kündigte an, dagegen vor dem Verwaltungsgericht in Münster klagen zu wollen. Das musste er nicht mehr. Bei den Landtagswahlen übernahmen CDU und FDP die Regierung. In dieser Woche setzten sie nun ihr Versprechen um, die „Hygieneampel“ auszuschalten. Sie haben das Gesetz aufgehoben.

Sonntag, 25.03.2018, 22:03 Uhr

Olaf Kerssen hat bereits vor einem Jahr seinem Ärger über die Hygieneampel Luft gemacht. Die Landesregierung hat die gesetzliche Regelung nun aufgehoben.
Olaf Kerssen hat bereits vor einem Jahr seinem Ärger über die Hygieneampel Luft gemacht. Die Landesregierung hat die gesetzliche Regelung nun aufgehoben. Foto: Peter Henrichmann

Es ist auf den Tag genau ein Jahr her, als Hotelier Olaf Kerssen seinem Ärger über die „Hygieneampel“ Luft machte. Damals hatte die von SPD und Grünen geführte Landesregierung das „Kontrollergebnis-Transparenz-Gesetz“ beschlossen. Kerssen kündigte an, dagegen vor dem Verwaltungsgericht in Münster klagen zu wollen. Doch das musste er nicht mehr. Bei den Landtagswahlen übernahmen CDU und FDP die Regierung. In dieser Woche setzten sie nun ihr Versprechen um, die „Hygieneampel“ auszuschalten. Sie haben das Gesetz aufgehoben.

Dass es Kontrollen geben muss, ist für Olaf Kerssen keine Frage. Doch sie müssten auch sinnvoll sein. Deshalb sei der Hotel- und Gaststättenverband Westfalen auch im Gespräch mit Politik und Behörden, so das Vorstandsmitglied. „Schwarze Schafe werden wir nicht tolerieren.“

Ein großer Kritikpunkt an der alten Regelung war vor allem die Dokumentationspflicht. Kerssen wählt dafür ein drastisches Beispiel: Sind in einer Restaurantküche Ratten und Mäuse und das wird dokumentiert, gibt es eine grüne Ampel. Gibt es die Tier nicht, aber es fehlt die Dokumentation, schaltet die Ampel auf gelb. Soll heißen: Die Dokumentation konnte wichtiger sein als die Sauberkeit. Das soll nun anders werden.

In seinem Hotel „Teutoburger Wald“ steht übrigens alles auf Grün. Bei der Kontrolle durch den Kreis habe es mit 72 die volle Punktzahl gegeben, freut sich Kerssen.

106 000 Kontrollen habe es in einem Jahr in Gastronomiebetrieben in Nordrhein-Westfalen gegeben, nennt Kerssen Zahlen. 96 Prozent aller geahndeten Verstöße habe es im Bereich der Kennzeichnung von Allergenen und Konservierungsstoffen gegeben und nicht wegen mangelnder Hygiene.

Für kleinere Gastronomiebetriebe, beispielsweise mit 20 Gästen, sei es nahezu unmöglich gewesen, bei Kontrollen die volle Punktzahl zu erreichen. Dazu musste man unter anderem verschiedene Kühlräume vorhalten für die verschiedenen Erzeugnisse wie Fleisch, Gemüse oder Molkereiprodukte. Das könne ein kleines Unternehmen nicht leisten. „Da muss man in der Realität ankommen.“

Zudem mache es auch einen Unterschied, wann kontrolliert werde, zu Stoßzeiten eines Restaurants oder an einem Ruhetag. „Wenn gekocht wird, sieht es in der Küche natürlich anders aus. Da fällt schon mal etwas auf den Boden“, schildert Kerssen.

Ein weiteres Thema, das dem Hotelier am Herzen liegt, ist der Sachkundenachweis, den jeder Unternehmer absolvieren muss, der mit Lebensmitteln arbeitet. Da gebe es eine vierstündigen Vortrag. Wenn Menschen mit Migrationshintergrund nicht alles verstünden, sei das ein großes Problem. Kerssen plädiert dafür, die Schulungen auszuweiten, auch um mehr Inhalte – und hinterher eine Prüfung abzunehmen. Denn in diesem Bereich gebe es die meisten schwarzen Schafe.

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