Anja Hirschmann berichtet aus Malawi
Ein Zuhause für die Frauen

Tecklenburg -

„Es war sehr, sehr schön.“ Anja Hirschmann ist immer noch begeistert, wenn sie an ihren jüngsten Besuch in Malawi zurückdenkt. Die Tecklenburgerin hat erneut die Schulferien dazu genutzt, „ihre Mädchen“ zu besuchen, für die sie vor rund acht Jahren ein Hilfsprojekt und den Verein „Magi“ gegründet hat. Und wieder kommt sie mit positiven Nachrichten zurück.

Freitag, 13.04.2018, 21:04 Uhr

28 Mädchen haben durch den Verein „Magi“ ein Zuhause gefunden. Sie blicken gemeinsam mit Anja Hirschmann optimistisch in die Zukunft.
28 Mädchen haben durch den Verein „Magi“ ein Zuhause gefunden. Sie blicken gemeinsam mit Anja Hirschmann optimistisch in die Zukunft.

Ob ein Zuhause für misshandelte Mädchen – dort leben 28 Kinder, den Treffpunkt „Girls Corner“, der regelmäßig von 30 Mädchen besucht wird, das „Under-Five-Haus“ für ausgesetzte Babys oder aber die Farm mit Obst- und Gemüseanbau, Ziegen und Kühen: „Magi“ wächst weiter und hilft immer mehr Menschen in der Region rund um die Stadt Bantyre. Sie sollen selbstständig leben können. Deshalb ist nun eine Maismühle gebaut und eröffnet worden. Außerdem wurde ein Brunnen gebohrt.

Mais sei das Hauptnahrungsmittel, erläutert Anja Hirschmann. In Malawi habe es keinen Regen, also auch kaum Mais gegeben, blickt sie zurück auf ein „Hungerjahr“. Doch die „Magi“-Farm verfügt über eine solarbetrieben Wässerungsanlage. „Wir haben fast 100 Sack Mais geerntet“, freut sich die Tecklenburgerin. Diese Menge reiche aus, um auch anderen Menschen zu helfen. Außerdem habe man verschiedene Gemüsesorten, Zuckerrohr, Erdnüsse und Obstbäume angepflanzt. Hinzu kommen 15 Ziegen. „Und wir haben noch eine weitere Kuh angeschafft.“

Die Einweihung von Maismühle und Brunnen ist besonders gefeiert worden. Nun müssen die Frauen und Kinder nicht mehr eine Stunde lang zur nächsten Mühle laufen oder zum Wasserholen. Um die Stromversorgung sicherzustellen sei eine dieselbetriebene Anlage eingebaut worden, erläutert Anja Hirschmann.

Begleitet wurde die Feier von der „Secret Society“, in der sich Bewohner zusammengeschlossen haben, die alte Traditionen bewahren wollen. Deren Anwesenheit und positive Begleitung habe für eine ganz andere Akzeptanz in der ländlichen Bevölkerung gesorgt. „Wenn diese geheime Gesellschaft sich dagegen stellt, dann geht es nicht“, erläutert Anja Hirschmann deren Bedeutung.

Nun wird mit dem Bau eines Frauenzentrums in Bantyre begonnen, in dem Schutz Suchende nicht nur Zuflucht finden, sondern auch lernen sollen, auf eigenen Beinen zu stehen. Das wiederum hängt eng mit der Farm zusammen. Dort sollen für die Frauen kleine Häuser gebaut werden, in denen sie mit ihren Kindern leben können. Und sie sollen Land bewirtschaften, um ihre Existenz zu sichern. Ein Haus sei bereits durch Spenden finanziert, freut sich Anja Hirschmann. Was es kostet? Je nach Größe zwischen 3000 und 4000 Euro. Das Zentrum soll im September fertiggestellt sein, dann folgt der Hausbau. Und man kann sicher sein, dass danach noch nicht Schluss ist.

Auch acht Jahre nach Beginn des Projektes „Magi“ ist Anja Hirschmann noch hochmotiviert bei der Sache, sammelt Spenden und nutzt jede Schulferien, um vor Ort sein zu können. „Da kann man so viel selbst in die Hand nehmen, etwas bewirken und Menschenleben retten“, nennt sie einen Grund für ihr nicht nachlassendes Engagement. Die Frauen und Mädchen in Malawi werden es ihr danken.

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Spendenkonto „Magi“: Kreissparkasse Steinfurt, IBAN DE 43 4035 1060 0073 1257 34, BIC WELADED1STE.

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