Cornelius Hüdepohl und sein „Repair-Shop“
Reparieren statt wegwerfen

Tecklenburg -

Menschen mit Visionen und vielseitigen Interessen sollen Haus Hülshoff mit Leben füllen. Das war die Intention der Besitzerfamilie Kröner, als sie das teilweise denkmalgeschützte Rittergut restaurieren ließ. Der Hof sollte mit Leben gefüllt werden. Zu den Menschen, die in das stilvolle Gebäude eingezogen sind, gehört Cornelius Hüdepohl. Der pensionierte Lehrer hat sein Leben lang alles recycelt und Dinge zweckentfremdet, die sonst auf dem Müll gelandet wären. Und genau das macht er jetzt auch in seinem „Repair-Shop“. Und nicht nur das.

Montag, 11.06.2018, 21:00 Uhr

Cornelius Hüdepohl in seiner Werkstatt „für gehobenen Heimwerkerbedarf“. So beschreibt der Tecklenburger sein Reich.
Cornelius Hüdepohl in seiner Werkstatt „für gehobenen Heimwerkerbedarf“. So beschreibt der Tecklenburger sein Reich. Foto: Ruth Jacobus

Dinge nicht wegzuwerfen, sondern zu reparieren, das war seine Idee. Das kann zum Beispiel ein Kochtopf sein, dessen Griff angeschweißt werden muss. Oder eine marode Gartenbank, die er wieder zu einem Schmuckstück macht. Der 64-Jährige hat in seiner Werkstatt alles, was er dafür braucht.

Die Voraussetzungen für solche Arbeiten erfüllt der Tecklenburger, der Englisch und Technik studiert und unterrichtet hat, unter anderem an einer Gesamtschule in Bremen sowie an Hauptschulen in Ibbenbüren und Tecklenburg. Der Mann, der gerne mit Holz und Metall arbeitet, hat auch im Werkunterricht viel recycelt. Aus Honig- und Marmeladengläsern wurden zum Beispiel Behälter für Schrauben, an Holzregalen befestigt. „Elek-tronik kann ich nicht“, gibt der 64-Jährige offen zu. Deshalb würde er sich freuen, in diesem Bereich Unterstützung zu bekommen. „Ich würde die Werkstatt gerne öffnen für Menschen, die sich stundenweise einbringen möchten.“

Vielerlei Arbeiten kann Hüdepohl verrichten für Menschen, die Dinge reparieren lassen wollen – allerdings will er mit seinen Arbeiten keineswegs in Konkurrenz zu Handwerksbetrieben treten. So repariert er beispielsweise keine Fahrräder.

Blecharbeiten übernimmt er gerne, hat auch ein Schweißgerät. Eine uralte Gartenkarre hat er gerade repariert. Immer wieder ist es das Wort Recycling, das im Gespräch mit ihm fällt. Er möchte Müll vermeiden. „Ich empfinde mich als kleinen Tropfen im Ozean“, sagt er. Und dieser kleine Tropfen hat neben seinem Repair- auch einen Refill-Shop. Dass die „riesigen Plastikpullen“ im Abfall landen, wenn sie leer sind, das muss seiner Ansicht nach nicht sein. Und so füllt er sie mit Bio-Reinigungs- und Waschmitteln wieder auf. „Dafür habe ich ein Gewerbe angemeldet“, betont Hüdepohl. Wer ein eigenes Gefäß mitbringt, bekommt die umweltfreundlichen Flüssigkeiten preiswerter. „Ich will ja nicht daran verdienen.“

Gerade im Bereich der Müllvermeidung könne man so viel selbst machen, ist er überzeugt.

Wer Cornelius Hüdepohl besuchen will, kann Haus Hülshoff ansteuern. Am besten Vormittags. „Der Freitag ist mein Schwerpunkt-Tag“, sagt der Hobby-Handwerker und freut sich auf Besucher.

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