Kanalsanierung im „inliner-Verfahren“
Schlauch wird zum Rohr im Rohr

Tecklenburg -

Manchmal hat man den Eindruck, die ganze Stadt sei eine einzige Baustelle. An zahlreichen Straßen wird gearbeitet. Einerseits werden Glasfaserkabel für das schnelle Internet verlegt, andererseits sind es Sanierungsarbeiten in den Kanälen. Letztere werden in einer sogenannten geschlossenen Bauweise durchgeführt. Bei dieser Methode müssen Straßen und Gehwege nicht aufgebrochen werden.

Donnerstag, 05.07.2018, 21:00 Uhr

Im Schlauchliner-Verfahren wird ein Textilschlauch in das Entrwässerungsrohr eingebracht.
Im Schlauchliner-Verfahren wird ein Textilschlauch in das Entrwässerungsrohr eingebracht. Foto: Kristian van Bentem

Bei den Kanälen gebe es noch welche, die aus dem Jahr 1966 stammen, erläutert Bernd Pieper , Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen in der Stadtverwaltung. Kein Wunder also, dass es in den Leitungen Risse, Undichtigkeiten und Korrosionsschäden gibt. Diese werden nun mit dem „Schlauchliner-Verfahren“ behoben – in Fachkreisen auch „Inliner“ genannt.

Bernd Pieper erläutert, wie es geht: Der Schlauchliner, ein mit Kunstharz getränkter Textilschlauch, wird in das Rohr eingezogen und dann aufgeblasen. Unter konstantem Luftdruck legt sich der Liner an die beschädigte Rohrwand. Dann wird in den Schlauchliner eine UV-Lichterkette eingezogen, die dafür sorgt, dass der Kunstharz schneller austrocknet. Dann wird die Lichterkette wieder herausgezogen. Entstanden ist so ein Rohr im Rohr.

Verschlossen sind nun aber nicht nur alle Risse und sonstigen Schäden, sondern auch die Hausanschlüsse. Mittels eines Fräsroboters werden sie punktgenau wieder aufgebohrt.

Die Sanierung dauert etwa einen halben Tag, erläutert Bernd Pieper. „Vorher gehen wir alle Häuser ab, informieren die Leute und bitten sie, nicht gerade im Sanierungszeitraum die Waschmaschine oder ähnliches laufen zu lassen.“ Allerdings sei in den Leitungen trotz der Sanierung noch genug Platz, um Wasser aufzunehmen. „Man ist also nicht in Not“, fügt der Fachmann hinzu.

Die alten Leitungen seien nach der Sanierungsmaßnahme voll funktionsfähig wie neue, versichert Bernd Pieper.

Das Schlauchliner-Verfahren hat noch einen weiteren Vorteil: Es müssen keine großen Flächen aufgerissen und möglicherweise Straßenabschnitte gesperrt werden.

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