Stadtrat beschließt Bebauungspläne für Brochterbeck und Ledde
70 Namen auf der Warteliste

Tecklenburg-Brochterbeck/Ledde -

Ein Eigenheim in Brochterbeck oder Ledde – das ist der Wunsch vieler Familien. In Brochterbeck stehen 50 Bewerber auf der Warteliste, in Ledde sind es 20. Diese Zahlen nannte Bürgermeister Stefan Streit am Dienstagabend im Stadtrat. Das Gremium verabschiedete anschließend die Bebauungspläne „Sandstraße“ in Brochterbeck und „Oberbauer Süd“ in Ledde. Dort sollen nun 28 beziehungsweise 13 Grundstücke entstehen.

Mittwoch, 11.07.2018, 21:00 Uhr

Die landwirtschaftliche Fläche zwischen Ledder Dorfstraße und Oberbauer (im Hintergrund der Netto-Markt) soll bebaut werden.
Die landwirtschaftliche Fläche zwischen Ledder Dorfstraße und Oberbauer (im Hintergrund der Netto-Markt) soll bebaut werden. Foto: Ruth Jacobus

Der Bebauungsplan „Sandstraße“ umfasst eine Freifläche zwischen Sandstraße und Dörenther Straße. Er ist erst Anfang des Jahres auf den Weg gebracht und nun nach nur fünf Monaten als Satzung beschlossen worden. Ermöglicht wurde das durch den neuen Paragrafen 13b des Baugesetzbuches, der zeitlich befristet ein beschleunigtes Verfahren zulässt. Es muss sich um eine Fläche handeln, die bis zu 10 000 Quadratmeter groß ist und, wie es im Gesetz heißt, „im Zusammenhang bebaute Ortsteile anschließt“. Landwirtschaftlich genutzte Flächen können so ohne Umweltprüfung in Wohnbauland umgewandelt werden.

Neben den Baugrundstücken soll entlang eines Spazierweges ein länglich geformtes Regenrückhaltebecken entstehen. Das könnte der Blickfang werden, betonte Thorsten Lehmann vom Ingenieurbüro Tovar, der das Konzept erläuterte.

Zwei Wendehammer sind geplant, die man aber wieder auflösen könne, wenn das Baugebiet künftig einmal in Richtung Westen erweitert werde.

Bei der Abstimmung über den Bebauungsplan gab es drei Gegenstimmen der Grünen. „Wir wollen nicht, dass noch mehr Fläche versiegelt wird“, begründete Marielies Saatkamp die Ablehnung.

Einstimmig fiel dagegen die Entscheidung für den Bebauungsplan „Oberbauer Süd“ in Ledde. Bei dem Gelände handele es sich „um eine Lücke innerhalb eines Siedlungskörpers“, erläuterte Lehmann. Die Zufahrt solle von der Ledder Dorfstraße über die Straße Oberbauer geschaffen werden. Entlang der Dorfstraße sei ein Lärmschutzwall geplant, nicht aber zum Parkplatz des Netto-Marktes, denn dort bleibe man zehn Meter von der Grundstücksgrenze weg.

Beim Lärmschutzwall komme man mit einer Höhe von 2,50 Meter aus, er sei sechs Meter breit, fügte Bernd Pieper hinzu, Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen. Er könne von den Grundstückseigentümern in die Gartengestaltung einbezogen werden.

Ob ein Wall, eine Wand oder eine Kombination aus beidem, daran entzündete sich eine Diskussion. Letztendlich sei das Geschmackssache, so Pieper. Eine Kombi-Lösung hatte Pascal Uhlmann (Grüne) vorgeschlagen. Eine Wand würde aus Platzgründen die CDU bevorzugen, teilte Egbert Friedrich mit. Und die SPD hat sich laut Doris Löpmeier für einen Wall als natürliche Barriere entschieden. Außerdem wäre er kostenfrei, da die nötige Erde ja bei den Erschließungsarbeiten anfalle.

Entschieden ist noch nichts. Den Bebauungsplan könne man „auf die Reise schicken“ und später darüber diskutieren, wie letztendlich der Lärmschutz aussehen sollen. Auf die lange Bank schieben will man das allerdings nicht, bereits nach den Sommerferien soll die Entscheidung gefällt werden. Erst dann können auch die Grundstückspreise festgelegt werden. „Wir müssen wissen, ob wir die Kosten für eine Wand miteinrechnen müssen oder nicht“, begründete Bernd Pieper den Zeitdruck.

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