Erfahrungsaustausch ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer
Speed-Dating schafft Kontakte

Tecklenburg -

Zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch hatten Rita Brinkmann und Eugen Chrost, bei de seit Jahren in der Flüchtlingshilfe aktiv, in die „alte Schmiede“ eingeladen. Neben Bürgermeister Stefan Streit und den zuständigen Mitarbeitern der Stadtverwaltung waren Vertreter weiterer Organisationen und der Kirchengemeinden gekommen.

Freitag, 27.07.2018, 06:15 Uhr

Gut war die Resonanz auf die Einladung der Flüchtlingshilfe Tecklenburg zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch. Dank Code-Karten (Bild rechts) waren beim Speed-Dating schnell Kontakte geknüpft.
Gut war die Resonanz auf die Einladung der Flüchtlingshilfe Tecklenburg zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch. Dank Code-Karten (Bild rechts) waren beim Speed-Dating schnell Kontakte geknüpft. Foto: gpg

Eugen Chrost betonte in seiner Begrüßung die Einzigartigkeit dieses Zusammentreffens und sprach ihr „Modellcharakter weit über die Gemeinde hinaus“ zu. „Es ist uns mit diesem Treffen gelungen, nicht nur die Flüchtlingshilfen aus Brochterbeck und Tecklenburg mit den Ansprechpartnern der Gemeinde zu vernetzen, sondern auch die vielen ehrenamtlichen Helfer, sei es Kleiderbasar, Fahrradwerkstatt oder Caritas, Jugendzentrum und viele weitere zusammen zu bringen.“ Sein Dank galt den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden für die finanzielle Unterstützung der Veranstaltung.

Organisatorin Rita Brinkmann hatte sich etwas Besonderes ausgedacht, um die vielen Gäste in Kontakt zu bringen. Jeder Teilnehmer erhielt eine Code-Karte mit kurzen Fragen zur Vorstellung. Zum Beispiel: Wer bin ich? Damit ging es in kleinen Runden in ein zehnminütiges Speed-Dating. Schon nach kurzer Zeit wurde die Gesprächsrunde beherrscht von der Frage: Was machst du? Damit begann ein lebhafter Austausch, der so intensiv geführt wurde, dass die Gäste ihre Gespräche eher unwillig unterbrachen, um das inzwischen eröffnete Büfett zu genießen.

Anschließend ging es sofort in neuer Zusammensetzung in die zweite Runde. Da berichtete der eine von seinen Erfahrungen als Monteur in der Fahrradwerkstatt Brochterbeck, während die andere von ihren Deutschkursen für Flüchtlinge erzählte. Die Helferin der Kleiderkammer im alten Rathaus teilte ihrer Runde mit, dass nicht nur Kleiderspenden, sondern auch Geschirr und Besteck benötigt würden und wie schwierig es sei, Schuhe in kleinen Männergrößen zu bekommen.

An einem anderen Tisch ging es um Probleme mit erforderlichen Übersetzungen in unterschiedliche Sprachen oder es wurde die allgemeine aktuelle Situation der Geflüchteten in Deutschland diskutiert und die weitere Perspektive auf Integration oder Rückkehr in das Heimatland.

Im Gespräch mit Rita Brinkmann und Eugen Chrost wurde deutlich, dass es beiden vor allem um die Vertiefung der Zusammenarbeit aller am Verfahren Beteiligten geht. „Es geht uns darum, die Menschen miteinander bekannt zu machen,“ so Chrost. „Das hilft vielleicht beim nächsten Mal, Spannungen abzubauen und Verständnis für die Position des jeweils anderen zu wecken.“ „Wichtig ist uns aber auch, auf die Belastung der freiwilligen Helfer hinzuweisen und ihnen zu zeigen, dass sie nicht allein dastehen und ihre Arbeit wertgeschätzt wird,“ fügte Rita Brinkmann hinzu.

Frank Hentrup vom Fachbereich Soziales erklärte den schwierigen Weg für Geflüchtete, eine passende Wohnung auf dem knappen Wohnungsmarkt zu finden. „Es ist ein ständig laufender Prozess, bei dem wir versuchen, alle Beteiligten mit ins Boot zu bekommen. Es ist immer der Anspruch da, in Konsens mit Vermieter, Flüchtling, Stadt und sozialem Umfeld eine Lösung zu finden. Und immer häufiger gelingt uns dies.“

Der Dank an alle freiwilligen Helferinnen und Helfern sowie seine Mitarbeiter in der Stadtverwaltung stand im Mittelpunkt des Grußwortes von Bürgermeister Stefan Streit. Er betonte die großartige Aufbauarbeit der Flüchtlingshilfen in Brochterbeck und Tecklenburg sowie das breite Engagement der Bürgerinnen und Bürger aus allen Ortsteilen. Er freue sich auf den regen Austausch, die Kontaktaufnahme und die Anregungen, um auch in Zukunft die weiterhin bestehenden Herausforderungen in der Flüchtlingsarbeit meistern zu können.

Stefan Streit erläuterte die aktuelle Situation der Geflüchteten in der Stadt, die sich auf Grund der politischen Gesamtsituation leicht entspannt habe. Er betonte aber auch, dass vor allem die ehrenamtlichen Helfer, die seit über drei Jahren einen großen Teil ihrer Zeit und Kraft in diese Aufgabe steckten, mal an sich denken mögen. Dafür sei dieser Abend: zur Entspannung, zum Austausch in lockerer Runde und natürlich als kleines Dankeschön.

Am Ende waren viele Teilnehmer der Auffassung, dass es eine gelungene Veranstaltung war. Diese habe aufgezeigt, auf welch gutem Weg sich die Stadt Tecklenburg mit ihrer Flüchtlingsarbeit befinde und was mit breit angelegtem bürgerlichen Engagement erreicht werden könne.

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